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Die charmante Honda Monkey im Test!

Gestatten, Monkey, Honda Monkey. Das Kultbike ist zurück. Die Fußschaltung mit vier Gängen ist der Nostalgie wegen geblieben, alles andere wurde ins neue Jahrhundert transformiert. Nach dem Motto „big boy with small toy“ nimmt sich der 1,93 Meter große Chef-Filou Raphael der kleinen 125er persönlich an.

Honda Monkey: Kompaktes Charakter-Bike!

Klein. Klein war sie einmal, die Monkey, damals in den 60ern und 70ern. Nun ist sie bestenfalls kompakt und eigentlich schon so nahe an „normalgewachsen“, dass sie im Straßenbild nicht weiter für Aufregung sorgt. Ab und an wird sie von älteren Semestern noch eines Blickes gewürdigt, mehr leider nicht. Macht aber nichts. Denn die Monkey darf gerne eine Rarität bleiben, auch in der Neuauflage die seit 2018 zu haben ist.

Doch zurück zur Kompaktheit und der Agilität, die sie dadurch mitbringt: Mit einem Wendekreisdurchmesser von nur zwei Metern ist sie weiterhin wie gemacht für die urbanes Gelände.

Doch kann ein „Lauch“ [;-)] mit 1,93 Meter Größe auf der lediglich 1,7 Meter langen Honda auch ohne Krampfattacken  Platznehmen? Ja, denn das Sitzdreieck – also die Lenker-Hintern-Fuß-Positionierung – scheint ideal ausgelegt.

Doch auf eine Sozia muss man selbst als Lauch verzichten. Denn auch wenn die lange Sitzbank der Monkey den Anschein eines Zweisitzers vermittelt, so verbietet dies die Zulassung. Lediglich 104 Kilogramm beträgt die maximale Zuladung.

Kein Wunder, wiegt sie ja selbst bloß 107 Kilogramm.

Mehr wäre dem sehr weich ausgelegten Fahrwerk wohl auch nicht zuzumuten. Bei jedem Bremsmanöver oder unsanften Schaltvorgang federn die Tauchrohre der verbauten Upside-down-Gabel tief ein. Mehr Härte also bitte für das nächste Modelljahr.

Apropos Schaltung: Wie eingangs erwähnt, müssen Monkey-Fahrer mit vier anstelle der sonst üblichen sechs Gänge auskommen. Weil die Endgeschwindigkeit der 125er darunter nicht leiden soll, sind die Gänge lang übersetzt – vom ersten bis in den letzten. Wer nun glaubt, deshalb schaltfaul fahren zu können, der irrt. Denn elf Nm maximales Drehmoment reißen kein Loch in den Boden. Es braucht also Drehzahl. Die untermalt der luftgekühlte Einzylinder-Viertakter, entgegen weitverbreiteter Meinung, mit einem erstaunlich virilen Sound. Für mehr als 90 oder in geduckter Haltung eingefahrene 110 km/h laut Tacho reichen die neun PS dennoch nicht.

Dafür schlägt die Honda Monkey sämtlichen 125er-Rollern, selbst jenen mit Start-Stopp-Automatik, ein Schnippchen in Sachen Verbrauch. 1,5 Liter laut Datenblatt, ertankte zwei im Test sind eine Ansage.

Fazit

Mögen andere City-Roller mehr Stauraum, dank Automatik mehr Komfort und Platz für zwei bieten, mehr Spaß als die wendige Monkey bieten sie nicht. Wer die nötigen 4.000 Euro auf der hohen Kante hat, wird viel Freude mit dem kompakten Bike erfahren. Wenngleich ich mir ein härteres oder verstellbares Fahrwerk, ein besser ablesbares Instrumentendisplay und anstelle der hakeligen Schaltung am allerliebsten einen E-Antrieb wünschen würde.

2019 Honda Monkey 125 test review fahrbericht red rot