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Der Toyota RAV4 2,5 Hybrid 2WD im Test!

Eckige Hülle mit hybridem Kern. Im neuen Toyota RAV4 steckt einiges an Technik unter dem kantigen Blechkleid. Filou Christoph hat das große SUV dem autofilou-Test unterzogen.

Toyota RAV4 2,5 Hybrid 2WD im Test: Kein langweiliges Auto mehr?

Wenn der Toyota-Chef Akyo Toyoda sagt, dass die Marke in Zukunft keine langweiligen Autos mehr bauen soll, halten sich die Ingenieure wohl gern daran. Das haben sie schon beim bereits getesteten Toyota Corolla bewiesen und nun zeigt sich auch der RAV4 im deutlich schärfer geschnittenen Blechkleid als bisher – in meinem Fall als 2WD in bitone mit Perlmuttweiß & Schwarz Metallic und schwarzen 18-Zoll Felgen.
Dabei sieht er bei gleicher Länge auch imposanter aus als sein Vorgänger. Vermutlich liegts am längeren Radstand, den kürzeren Überhängen und der breiteren Spur der TNGA-Fahrzeugplattform (Toyota New Global Architecture). Das Gute daran: Der Kofferraum wächst auf 580 bis 1.690 Liter und ist damit wirklich reisetauglich – und übrigens sowohl bei der Allrad-Version als auch beim reinen Verbrenner ohne Akkus gleich groß.

2019 Toyota RAV4

Gutes Raumgefühl im RAV4

Nicht nur der Kofferraum ist beim 4,6 Meter langen RAV4 geräumig. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe nimmt man mit angenehmer Beinfreiheit auf Ledergestühl mit blauen Kontrastnähten Platz, vorne mit zweistufiger Sitzheizung. Dazu gibt es viele Ablagemöglichkeiten in der Mittelkonsole und den Türen und auch links neben dem Lenkrad hat man als Fahrer noch ein bisschen Stauraum. Vermutlich verdanken wir das dem Umstand, dass der RAV4 auch in den USA verkauft wird und dort viel Wert auf Platz für Getränke gelegt wird.

Die Bedienung des Infotainmentsystems geht intuitiv von der Hand. Zwar gibt es das gleiche Problem wie im Corolla, nämlich eine gute Ansicht auf der Navi-Karte zu finden, aber es erfüllt seine Pflicht und ist dabei auch halbwegs schnell. Dank JBL-Soundsystem hört sich die darauf abgespielte Musik deutlich besser an als im kleinen Bruder.

218 PS an der Vorderachse

Doch kommen wir mal zum Antriebsstrang im RAV4: Das Toyota-SUV gibt es mit zwei Motoren und drei verschiedenen Antriebskonzepten. Entweder als Zweiliter-Benziner mit 175 PS und ohne Elektromotor. Oder als den hier getesteten 2,5-Liter-Benziner mit 178 PS, einem Elektromotor an der Vorderachse und 218 PS Systemleistung. Und dann noch als Allrad-Modell, ebenfalls mit dem 2,5-Liter Benziner, zusätzlich einem weiteren Elektromotor an der Hinterachse und 222 PS Systemleistung.

Wie bei Hybriden üblich, hat man durch den Elektromotor schon Schub vom Stand weg. So beschleunigt der RAV4 in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis 180 km/h, wo er abriegelt. Die hohen Federwege und das CVT-Getriebe lassen zwar kein sportliches Feeling aufkommen. Dennoch kann der RAV4 auch beladen noch zügig vorwärts preschen – allerdings, typisch für ein CVT-Getriebe, mit hörbarem Motoraufheulen. Der Verbrauch hält sich dennoch in Grenzen. 6,3 Liter waren es im Schnitt bei mehr als 1.000 gefahrenen Kilometern. Nicht schlecht für ein 1,7 Tonnen schweres SUV.

So viel kostet der Toyota RAV4

Wer den RAV4 als Hybrid haben will, muss mit mindestens 39.290 Euro rechnen. In der Style-Ausstattung sind es dann 44.190 Euro und mit bitone-Farbe, Winterpaket und Driver Assist Paket 46.896 Euro. Dafür bekommt man ein vollausgestattetes Fahrzeug mit viel Platz und geringem Verbrauch. Das bieten in diesem Segment jedoch auch einige andere Fahrzeuge. Wenn auch (noch) selten mit Hybrid-Antrieb. Wer auf der Suche ist, kann sich auf jeden Fall auch den Peugeot 5008, den Skoda Kodiaq oder den günstigeren Mazda CX-5 ansehen.

Fazit

Ob der Toyota RAV4 jetzt wirklich nicht mehr langweilig ist? Naja, vielleicht noch ein bisschen. Aber das bedeutet in diesem Fall auch, dass er ein technisch solides Fahrzeug ist. Wer gemütlich und sparsam unterwegs sein und dabei nicht auf Platz verzichten will, ist mit dem Toyota RAV4 bestens bedient. Wer aufs Geld schaut kann zum 2-Liter Benziner greifen, den es ab 32.990 Euro gibt. Ohne Hybridkonzept verliert der RAV4 jedoch seine USP und sieht sich harter Konkurrenz gegenüber.

Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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