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Der 2021 Hyundai Tucson 1,6 CRDi 4WD DCT im Test!

Der neue Hyundai Tucson zeigt außen moderne Ecken und Kanten, bleibt bei Innenraum und Technik aber eher konservativ. Ist das eine überzeugende Kombination?

Hyundai Tucson Prestige Line 1,6 CRDi 4WD DCT – Schönheit mit Ecken und Kanten

Mit dem neuen Tucson hat sich Hyundai designtechnisch mal wieder was getraut. So viele Ecken, Kanten und LED-Lichter hat derzeit kaum ein Fahrzeug – mal abgesehen von irgendwelchen Kleinserien-Tarnkappenbombern von Lamborghini. Dieser Look sorgt nicht nur dafür, dass sich auf der Straße die Köpfe drehen. Beim Fotografieren wird es auf einmal richtig schwierig sich nicht irgendwo zu spiegeln und die LED-Lichter leuchten so gut wie nie alle gleichzeitig am Foto. Beim Fahren interessiert das zwar eigentlich niemanden, aber ich wollte es trotzdem mal loswerden.
Dass sich die Designer hier ausleben durften, erkennt man auch an den Details: Der Kühlergrill geht nahezu unmerklich ins Tagfahrlicht über, die (mehr oder weniger) dreieckigen Heckleuchten bestehen selbst aus vielen kleinen roten Dreiecken, das Dach in Kontrastfarbe ist durch einen Aluminiumstreifen vom restlichen Fahrzeug getrennt und in jeder Tür macht das Blechkleid einen ziemlichen Knick.

Der Innenraum kann mit dem extravaganten Äußeren nicht ganz mithalten, macht aber dennoch eine gute Figur. In der höchsten Ausstattungslinie Prestige Line hat der Tucson sowohl in der Mittelkonsole als auch hinter dem Lenkrad ein 10,25 Zoll großes Display verbaut, die jeweils über das Lenkrad bzw. über die Touch-Knöpfe und das Display selbst bedient werden. Musik wird über ein wohlklingendes Soundsystem von Krell wiedergegeben – könnte man das bitte auch für den i30 nachreichen?
Aber der Hyundai Tucson bietet noch weitere Annehmlichkeiten. Im Winter wie im Sommer machen die elektrisch verstell, beheiz- und belüftbaren Ledersitze eine gute Figur. Genau wie die 3-Zonen-Klimaautomatik. Handys können einfach in der induktiven Ladeschale aufgeladen werden und aus der Mittelkonsole ragt kein Schalthebel mehr, weil hier die Automatik per Knopfdruck bedient wird.

2021 Hyundai Tucson spiegelt sich

Und wie siehts mit dem Fahren aus?

In meinem Testfahrzeug arbeitete der schon aus dem Vormodell bekannte 1,6-Liter Dieselmotor mit 136 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm, das auf alle vier Räder verteilt wird. Bei einem Gewicht von 1,7 Tonnen ergibt das ein solides Gesamtpaket, das jedoch keine sportlichen Kapriolen schlägt. Das sieht man auch an den Fahrdaten: 11,6 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h und Schluss ist bei 180 km/h. Für den Alltag reicht die Leistung vollkommen aus, und wer oft mit Anhänger unterwegs ist, kann immerhin 750 bzw. 1.650 kg hinter sich herziehen.
Mit dem verbauten 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und einer ganzen Armada an Assistenten (City-Abbiegeassistent, Toter-Winkel-Assistent mit Kamera im Display wenn man blinkt, Querverkehr-Assistent für hinten, Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat usw.) ist der Fokus aber ohnehin auf aktuelle Technik und gemütliches Cruisen ausgelegt. Ungemütlich wird es allenfalls, weil der Spurhalteassistent bei jedem Einsatz piepst. Wer das nicht möchte, muss ihn ganz deaktivieren. Außerdem beachtet der Tempomat die linke Spur nicht und würde einfach rechts überholen.

Aber der Tucson möchte ohnehin nicht nur komfortabel sein, sondern auch seinem Erbe als SUV (zumindest ein bisschen) nachkommen.  Daher gibt es auch einen Bergabfahrassistenten und ein Sperrdifferential. Bei der Hybrid-Version hat man sogar noch die Möglichkeit den Fahrmodus per Terrain Mode Select an den Untergrund anzupassen.

Was den Verbrauch angeht, kann der neue Tucson seinen Vorgänger trotz gleichem Motor unterbieten. Waren es 2018 noch 8 Liter Diesel auf 100 km, kam ich dieses Mal im Schnitt mit 7,1 Litern aus. Das könnte dem 48V-Bordnetz und den kleinen Unterstützungen des Startergenerators zu verdanken sein. Beim Fahren spürt man davon zwar nichts, aber vielleicht reichen die 16,6 PS zusätzliche Kraft dennoch aus, um einen Liter Treibstoff einzusparen.

Was kostet der Hyundai Tucson

Hyundai verkauft sein neues SUV ab 32.990 Euro. Hier reden wir aber noch von einem handgeschalteten Benziner mit Frontantrieb. Der getestete Diesel mit DCT beginnt in der Trend Line bei 39.990 Euro und kostet in der Prestige Line 47.990 Euro. Aber die 8.000 Euro an Extras sind hier auch wirklich drin. Und alles, was man dann noch dazukaufen kann, sind ein Schiebedach für 1.290 Euro und eine Lackierung für 650 Euro bzw. nochmal 650 Euro für die Kontrastlackierung. Dann muss man aber auf das Schiebedach verzichten. Alles zusammen kommt der hier getestete Hyundai Tucson also auf 49.290 Euro.

2021 Hyundai Tucson Navigation

Kein schlechter Preis für die „Bitte einmal alles“-Option. Bloß im Gegensatz zum 230 PS starken Benzin-Hybriden, der nur 1.000 Euro mehr kostet, finde ich den Preis des Diesels etwas hoch angesetzt.

Fazit

Der Hyundai Tucson verdreht mit seinem Äußeren Köpfe und lässt sie im Innenraum trotzdem verstehend nicken. Keine unnötigen, technischen Spielereien, sondern intuitiv bedienbare Instrumente, ohne verschachtelte Menüführung. Eine gelungene Kombination, die wohl perfekt auf die etwas ältere, aber nicht alte Zielgruppe zugeschnitten ist.
Die Kehrseite: Autonomes Fahren, ein Head-up-Display und eine intelligente Sprachsteuerung sucht man hier vergebens.

Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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