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Erster Test des DS Automobiles DS 4!

In der wunderschönen französischen Gemeinde Chantilly (38 km nördlich von Paris) durfte ich den neuen DS Automobiles DS 4 testfahren. Der in Rüsselsheim bei Opel gebaute Kompaktwagen kommt Ende dieses Jahres in drei Modellvarianten auf den Markt. So gut fährt sich der Luxuswagen.

DS Automobiles DS 4: Besser als gedacht!

Ich muss ja gestehen, wirklich viel habe ich mir vom DS Automobiles DS 4 nicht erwartet, bin bislang auch noch nie DS gefahren. Jetzt weiß ich aber, warum die Kollegen Christoph und Tizian die bisherigen Testwagen mit Freude empfingen. Denn der DS 4 hat mich in Chantilly völlig überrascht. In beiden von mir gefahrenen Modell- sowie Motorvarianten.

2022 DS 4 Daten Info Österreich Preise Modelle Ausstattungen Varianten
Picture © DS AUTOMOBILES Österreich

Hervorragendes Fahrgefühl im DS 4 Cross!

Angefangen hat alles im 224 PS starken DS 4 Cross. Klar mit der Leistung auf 4,4 Meter Länge und 1.500 Kilogramm Leergewicht hat der Vierzylinder-Turbobenziner ein leichtes Spiel – 7,9 Sekunden stehen im Datenblatt für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h. Und doch war ich zu keiner Zeit verleitet, in den Sport-Modus zu wechseln. Der Komfort-Modus steht dem Fahrzeug ohnehin besser. Vielmehr genoss ich den hervorragenden Durchzug und die angenehm direkte Lenkung. Im Vergleich zum im Anschluss bewegten Plug-in-Hybriden im „klassischen“ DS 4-Gewand fühlte sich der DS 4 Cross bei Federung und Dämpfung satter an. Aber Einbildung ist bekanntlich auch eine Bildung. Außer der schwarzen Kunststoff-Beplankung (anstelle lackierter Anbauteile) rundum und dem Cross-Schriftzug gibt es keinerlei Unterschiede bei den Modellen. Auch nicht bei der Performance Line. Je nach Ausstattung stehen die drei auf 17 oder 19 Zoll großen Alurädern.

224 PS-Plug-in-DS 4 mit guten Verbrauchswerten!

Der 181 PS Vierzylinder-Turbobenziner im DS 4 E-Tense, also der Plug-in-Variante, erhält Unterstützung von einem 110 PS starken Elektromotor. Beide sitzen an der Vorderachse und geben wie in den „normalen“ Verbrenner-Modellen ihre Leistung via Achtgang-Automatik an die Räder ab. Doch flotter oder agiler wird der DS 4 deshalb nicht. Auf dem Papier braucht er zwar nur 7,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100, doch diesen Unterschied spürt man selbst beim Anfahren nicht. Ist halt auch 236 Kilogramm schwerer. Die zusätzlichen Pfunde vernahm ich – mit etwas Einbildung – bei flottem Richtungswechsel. Dafür ist man mit dem anzusteckenden DS 4 deutlich sparsamer unterwegs, sofern man ihn auch wirklich ansteckt. Nach mit vollem Akku losgefahrenen 150 Kilometern Strecke durchs französische Hinterland zeigte mir das volldigitale Cockpit am Ende 5,8 kWh/100 km sowie 5,6 l/100 km Verbrauch an. Der 224 PS-Benziner genehmigte sich auf ähnlicher Strecke 6,7 Liter. Die Energie aus der 12,4 kWh (brutto) fassenden Batterie bringt also doch etwas, auch wenn ich das im Hybridmodus nicht spüre. Der Benziner ist so gut weggedämmt, dass ich bei gleichbleibender Geschwindigkeit keinen Unterschied zwischen reinem E-Modus und Verbrenner-Betrieb höre. Die Akustikverglasung der Topausstattung trägt hier wohl zusätzlich positiv bei.

Aufgeladen werden kann weiterhin nur einphasig mit maximal 7,4 kW. Damit ist der Akku in einer Stunde und 45 Minuten wieder voll. Zuhause sind es bei 3,7 kW Ladeleistung etwa 3,5 Stunden. Das Aufladen der Batterie empfiehlt sich schon deshalb, weil der Tank im PHEV-DS 4 nur 40 Liter statt wie in den anderen Modellen 52 oder gar 53 Liter fasst.

Das Platzangebot

Nicht nur der Tank schrumpft im DS 4 E-Tense, auch der Kofferraum tut dies. Weil der Platz unter dem Kofferraumboden entfällt, sind es, gemessen nach VDA 211, nur 390 statt 430 Liter. Da schaut selbst der Konzernbruder Opel Astra mit 422 Liter blöd aus der Wäsche. Das Platzangebot im Fond ist gefühlt ident. Für meine Größe (1,93 m) wird es bei den Beinen eng, beim Kopf hingegen passt es leicht. Ich fühle mich im DS 4 vorne links sowieso am wohlsten. Dem Fahrer wird im DS 4 ehrlicherweise auch das meiste geboten. Auf Wunsch gibt es nicht nur Matrix-LED-Scheinwerfer und ein Head-up-Display, sondern sogar ein Nachtsichtsystem. Und natürlich hält er auch von allein den Abstand zum Vordermann und bleibt dank Lenkassistent in der Spur. Systeme, von denen ich nicht allzu oft Gebrauch mache.

Viel Geld, viel geboten.

Der Einstiegspreis als auch der des zur Markteinführung erhältlichen Spitzenmodells „La Premiere“ erschrecken auf den ersten Blick: 29.900 sowie 52.400 Euro! Doch wer auf die Mitgift schaut, erkennt, dass hier viel inbegriffen ist, was anders wo teuer bezahlt werden muss. So rollt die Basisversion (130 PS Dreizylinder, Achtgang-Automatik) stets auf 17-Zöllern aus Aluminium vor, hat einen Tempomat, Spurhalteassistent, Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment-System mit 10-Zoll-Touchdisplay an Bord und verfügt über elektrisch einklappbare Außenspiegel. „La Premiere“ bietet mit 360 Grad Kamera, Außenspiegelabsenkung, Smartphone-Ladeschale, beheiztem Lenkrad, belüftete Massagesitze vorne, Nappa-Leder-Bezug, elektrischer Heckklappe und Keyless-Go-System weit mehr Luxus. Hier kann der Preis mit 1.080 Euro teurem Focal Electra®-Soundsystem, 660 Euro teuren 20-Zöllern, 1.200 Euro teurem Nachtsicht, 1.140 Euro teurem Glasdach noch weiter (auf über 58.000 €) getrieben werden. Macht nichts, werden heutzutage sowieso mehr Autos geleast als bar bezahlt.

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Picture © DS AUTOMOBILES Österreich

Fazit

Wer ihn sich leisten kann und will, der sollte unbedingt eine Probefahrt mit dem schicken DS Automobiles DS 4 machen. Denn beim Fahren verfliegen jegliche Zweifel. Allen E-Auto-Fans sei noch gesagt, dass der DS 4 2024 auch rein elektrisch durchstartet.

2022 DS 4 DS4 First Test Drive Fahrbericht Review PHEV Plug-in-Hybrid
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