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Der 2022 Peugeot 308 & 308 SW im ersten Test!

1,31 Millionen 308 hat Peugeot in den letzten 14 Jahren in zwei Fahrzeuggenerationen abgesetzt. Ende 2021 startet die dritte Generation durch. Filou Raphael ist den sportlichen Franzosen bereits rund um Cannes, Frankreich, gefahren.

Peugeot 308 die Dritte.

Der Peugeot 308 ist ein wichtiges Auto für und in Österreich. Hat seit seiner Markteinführung 2007 für stetig gute Absatzzahlen gesorgt und seit 2013 in mehreren autofilou-Tests überzeugt. 2014 wurde er dann von zahlreichen europäischen Journalisten zum „Car of the Year“ gewählt. Nun, nach sieben Jahren auf dem Markt, war es aber doch Zeit für eine neue Generation. Die fußt auf derselben Plattform – EMP2 (Efficient Modular Platform) – wie sie auch vom neuen Opel Astra und DS 4 genutzt wird. Während der DS 4 wohl aufgrund der überschaubaren Stückzahlen und den höheren Anforderungen an die Qualität zusammen mit dem Astra bei Opel in Rüsselsheim, Deutschland, produziert wird, läuft der Peugeot 308 in Mulhouse, in Ostfrankreich, vom Band.

2x Benzin, 1x Diesel, 2x PHEV

Nicht nur die Plattform teilen sich die drei Kompaktwagen, auch die Antriebe kommen hier wie dort zum Einsatz. Vom Start weg sind in Österreich alle Varianten erhältlich. Zur Verfügung stehen die bekannten Dreizylinder-Turbobenziner mit 110 und 131 PS (ab 24.480 bzw. 25.780 €), der ebenfalls 131 PS starke Vierzylinder-Turbodiesel (ab 27.580 €) und zwei Plug-in-Hybrid-Varianten mit 181 oder 224 PS Systemleistung (ab 36.360 € bzw. 43.310 €). Den Selbstzünder als auch den stärkeren Benziner gibt es optional mit Achtgang-Automatik, mit der die Hybriden serienmäßig ausgestattet sind. Eine rein elektrische Variante ist für 2023 angesagt.

Peugeot 308 GT Hybrid | Photo © Raphael Gürth/autofilou

Erste Fahreindrücke des Peugeot 308 SW mit Diesel

Für die erste Ausfahrt rund um Cannes entschied ich mich für den Peugeot 308 SW Allure Pack BlueHDi 130 EAT8, also den Kombi in der mittleren von fünf Ausstattungsvarianten mit 131 PS starkem Diesel und Achtgang-Automatik (ab 32.780 €). Der war bisher sicherlich der „all time favorite“. Gute Verbrauchswerte und damit gute Reichweiten. Doch nach dem vielen „Diesel-Bashing“ der letzten Jahre wird er wohl nur noch eine Randnotiz sein. Und zugegeben, wer einmal die unfassbar leisen Plug-in-Hybriden oder reinen Benziner gefahren ist, wird den Diesel als mittelalterlich abstempeln. Zu aufdringlich wird er unter Last und zu bescheiden ist sein Vorwärtsdrang. Das spiegelt sich auch in den angegebenen Beschleunigungswerten wider. Während der Automatik-Diesel-Kombi 10,9 Sekunden von 0–100 km/h braucht, ist der gleichstarke Benziner bereits eine Sekunde früher auf Landstraßentempo. Dafür sind für den Diesel 4,5–4,7 l/100 km nach WLTP ausgewiesen, für den Benziner 5,7–5,9 Liter. Letzterer ist mit 30.980 Euro um 1.800 Euro günstiger. Da sind einige Kilometer zurücklegbar, bis sein Mehrverbrauch die Differenz egalisiert hat. Für den Diesel spricht unterm Strich also nicht mehr allzu viel.

Erste Fahreindrücke des 2022 Peugeot 308 GT Hybrid 180 e-EAT8

Der 181 PS starke Plug-in-Hybrid hingegen – den ich tags darauf fahren durfte – ist ein Traum. Sein Benziner ist zwar nicht so gut weggedämmt wie der des kürzlich gefahrenen DS 4, doch gehört er von der Geräuschentwicklung sicherlich dennoch zu den besten seiner Klasse. Wer ihn sportlich fährt und dabei auch noch die 12,4 kWh große Batterie leer mitschleppt, kann auch Verbräuche von um die 10 Liter auf 100 Kilometer angezeigt bekommen. Im Alltag sicherlich eine Seltenheit, sofern man die Batterie brav lädt. Dann kommt der 308 bis zu 60 Kilometer weit rein elektrisch.

Das kleine Lenkrad vermittelt direkt das sportliche Gefühl, auf das schon das Fahrwerk und die Kurvenagilität des 308 hindeuten. Unangenehm hart ist der 308 auch in der GT-Ausführung keinesfalls. „Straff“ trifft es hier meiner Meinung nach am deutlichsten. Was mir weniger gefällt, ist die Position der Instrumententafel aka des i-Cockpit®. Wie seit dessen Einführung 2012 üblich, wird über das Lenkrad hinweg darauf geblickt, statt durch den Lenkradkranz hindurchgeschaut. Das Lenkrad muss also weiter nach unten als sonst und gerät dort, je nach Statur des Fahrers, in Kontakt mit dessen Beine. So ist es auch bei mir. Meine Fahrposition ist auch nach mehreren Einstellvorgängen ein Kompromiss. Selbst kleinere Medienvertreter berichten von diesem Problem.

Peugeot 308 SW GT Hybrid | Photo © Automobiles Peugeot

Abmessungen & Platzangebot

Apropos kleiner: Während der Vorgänger, also Generation 2, im Vergleich zu dessen Vorgänger um zwei Zentimeter kleiner wurde (4,27 zu 4,25 m), legt Generation 3 bei den Außenabmessungen ordentlich zu. 4,37 Meter lang ist der Peugeot 308 jetzt und damit auf Augenhöhe mit Astra (4,37 m), DS 4 (4,4 m), i30 (4,34 m), Corolla (4,38 m), Focus (4,38 m) und Leon (4,37 m). Wirklich viel Platz braucht man sich deshalb auf der Rückbank leider nicht erwarten. Darüber habe ich aber schon beim Astra und DS 4 berichtet. Und beim Kofferraumvolumen haben die beiden die Nase knapp vorn. 412 Liter sind’s im Peugeot 308, 422 Liter im Astra und 430 Liter im DS 4. Die Plug-in-Hybriden verlieren nochmals 51 Liter, also den Platz unterm Kofferraumboden. Dafür gibt es den Peugeot 308 als vorerst einzigen eben auch als Kombi. Als solcher fasst der Kofferraum 608 Liter (PHEV: 548 l).

Peugeot 308 GT Hybrid Peugeot 308 SW Allure Pack BlueHDi 130
2022 Peugeot 308 SW Allure Pack BlueHDi 130 Elixier Rot Diesel Test
2022 Peugeot 308 GT Hybrid Olivine Green Grün PHEV Plug-in Test Drive Fahrbericht

Fazit

Der Peugeot 308 ist optisch und fahrerisch eindeutig der sportlichste der drei Brüder aus dem Stellantis-Konzern. Macht dafür aber beim Kofferraumvolumen Abstriche. Die Sitzposition sollte vorm Kauf unbedingt bei einer Probefahrt genauer betrachtet werden. Preislich ist er jedenfalls mehr als konkurrenzfähig. Assistenzsysteme und Sonderausstattungen sind auf dem neuesten Stand.

Peugeot 308 GT Hybrid Elixier Rot Red Metallic Test Drive Review Fahrbericht
Peugeot 308 GT Hybrid | Photo © Raphael Gürth/autofilou
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