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Der 2022 KIA Sorento Hybrid AWD Gold im Test!

Mit einem Basispreis von 46.490 Euro ist der 230 PS starke Hybrid derzeit die günstigste Variante des KIA Sorento. Sollte man ihn dem Diesel vorziehen?

KIA Sorento Hybrid AWD – sparsamer als der Diesel!

Den KIA Sorento ist für mich kein Unbekannter. Bereits zur Jahresmitte hatten wir das große SUV aus Korea bei uns im Test, allerdings als 201 PS starken 2,2 CRDi. Den Diesel gibt es ausschließlich als Gold- oder Platin-Variante, also in den höheren beiden Ausstattungsvarianten, und in unserem Fall mit zwei zusätzlichen, ausklappbaren Sitzen im Kofferraum.
Diesmal habe ich es jedoch mit dem insgesamt 230 PS starken Benzin-Hybriden mit 5 Sitzen zu tun. Also neues Antriebskonzept, weniger Sitze und eine andere Ausstattungslinie. Aber ist der Hybrid deswegen das schlechtere Auto?

Karosserie und Ausstattung

Okay, vielleicht habe ich mit den unterschiedlichen Ausstattungslinien ein bisschen übertrieben. Es stimmt zwar, dass der getestete Sorento Diesel in der Platin-Version angerollt kam und es beim Sorento HEV maximal die Gold-Ausführung gibt. Aber die wenigen Punkte, in denen sich die beiden Ausstattungslinien unterscheiden (belüftete und elektrisch 8-fach verstellbare Sitze in der ersten Reihe, Head-up-Display, 360° Around View Monitor, …) kann man im Hybriden einfach durch das 3.700 Euro Premiumpaket-Gold nachrüsten. Und schon sind die beiden Fahrzeuge auf Augenhöhe. Man könnte noch die 15 Liter Volumen erwähnen, die der Hybrid (2.085 Liter) bei umgeklappten Rücksitzen weniger hat als die Diesel-Variante. Aber am praktischen Nutzen des riesigen Kofferraums (898 Liter) ändert das glücklicher Weise nichts.

Innen bieten beide Fahrzeuge den gleichen Luxus: große, bequeme Sitze, viel Platz in beiden Reihen, guten Sound aus dem BOSE®-Soundsystem und zwei Displays im Cockpit mit 12,3 (Instrumentendisplay) bzw. 10,25 Zoll (Mitteldisplay) Diagonale, auf denen sich alle Daten leicht ablesen oder eingeben lassen. Der neue Totwinkelmonitor, der beim Blinken ein Kamerabild des toten Winkels im Display einblendet, ist auch beim Premiumpaket dabei. Darüber habe ich im Test vom Sorento Diesel bereits genauer berichtet.

2022 Kia Sorento Hybrid von vorne

Der Antriebsstrang im KIA Sorento Hybrid

Während man die Unterschiede in der Ausstattung beinahe mit der Lupe suchen muss, treten beim Antriebsstrang zwei komplett unterschiedliche Triebwerke gegeneinander (oder eher miteinander) an. Im Sorento Hybrid arbeitet ein 1.598 Kubikzentimeter großer Vierzylinder-Benziner mit Direkteinspritzung und Abgasturbolader mit einem permanenterregten Synchronmotor zusammen. Der Benziner bringt 180 PS und 265 Newtonmeter in die Beziehung, der Elektromotor 60 PS und 264 Nm Drehmoment, die dafür schon bei der ersten Umdrehung anliegen. Macht zusammen 230 PS und 350 Nm im System, die über eine 6-Gang-Automatik alle 4 Räder antreiben und das 1.941 kg schwere SUV bestenfalls in 9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Schluss ist bei 193 km/h.

Für ein fast 2 Tonnen schweres und 4,81 Meter langes Fahrzeug hängt der Sorento Hybrid beinahe schon übereifrig am Gas, startet vom Stand weg Dank E-Motor sehr motiviert los und hat eine straff-dynamische, hin und wieder unruhige, Federung. Die verhilft wohl auch dann zu einem angenehmen Fahrverhalten, wenn der Sorento mit maximal 2.530 kg durch die Gegend fährt.

Beruhigend ist dafür der Verbrauch. Im Datenblatt ist er mit 6,8–7,5 Liter Benzin auf 100 km angegeben, in der Wirklichkeit lag der Verbrauch mit 7,3 Litern sogar innerhalb des angegebenen Intervalls. Auf ruhig gefahrenen Etappen auf der Landstraße unterbot der Sorento Hybrid diesen Wert mit 5,7 Litern auf 100 km nochmal deutlich. Mit seinem 67 Liter Tank und unterstützt von einem 1,49 kWh fassenden Akku, kommt der Sorento also gut 900 km weit und damit etwa 150 km weiter als der Diesel.

2022 Kia Sorento Hybrid von hinten

Was kostet der KIA Sorento Hybrid?

Wie Eingangs bereits erwähnt, gibt es den Sorento Hybrid in der Titan-Ausstattung bereits ab 46.490 Euro. In der von mir getesteten Gold-Version mit 5 Sitzen, die bereits den Großteil der möglichen Zusatzausstattung beinhaltet, sind es 57.090 Euro und mit dem Premiumpaket Gold und einer Metallic-Lackierung ergibt sich ein Gesamtpreis von 61.590 Euro und eine Differenz von 2.700 Euro zum siebensitzigen Platin-Diesel. Optional gäbe es noch ein Schiebedach für 1.500 Euro und die beiden zusätzlichen Sitze in der dritten Reihe für 1.000 Euro. Das lässt die Differenz zur Diesel-Variante auf 200 Euro schrumpfen.

Fazit

Sowohl der KIA Sorento Hybrid als auch die Diesel-Variante sind luxuriöse Fahrzeuge, die sich sowohl bequem als auch flott bewegen lassen. Der Hybrid fährt aus dem Stand dynamischer los, hat bei mittleren Geschwindigkeiten weniger Durchzug, verbraucht allerdings auch weniger. Der Hybrid beginnt zwar günstiger, bei gleicher Ausstattung ist der Preisunterschied jedoch vernachlässigbar. Wer mit dem Sorento nicht (fast) ausschließlich auf der Langstrecke unterwegs ist, trifft mit dem Hybrid aber die smartere Wahl.

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