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Der SEAT Tarraco Xcellence im Test

Das große SUV aus Spanien zeigt sich im Test von seiner besten Seite: kräftiger 190 PS Benziner, Allradantrieb, 5 Sitze und umfangreiche Sonderausstattung.

SEAT Tarraco Xcellence 2.0 TSI DSG 4Drive: Der Alleskönner

Es ist noch nicht allzu lange her, da brachte die Presse einen Artikel über die Wahrscheinlichkeit weißer Weihnachten. Spoileralarm: Für Wien ist die Prognose eigentlich immer recht schneearm. Doch immerhin ein paar weiße Flocken waren mir und dem SEAT Tarraco im Dezember beschert – dazu auch noch Sonnenschein, damit es auf den Fotos besser aussieht.
In so einem Setting kann sich das 4,74 Meter lange SUV aus Spanien besonders gut in Szene setzen. Vermutlich auch wegen der 20-Zöller, die dem Tarraco zu einem souveränen Auftritt verhelfen.
Außen überrascht der Spanier eher wenig. Er ist zwar ein bisschen kantiger als der Skoda Kodiaq und wirkt nicht so gedrungen wie der VW Tiguan Allspace – aber seien wir uns mal ehrlich: Es ist (fast) dasselbe Fahrzeug. Und das ist auch das Gute am Tarraco. Denn genau wie die mitteleuropäischen Schwestermodelle glänzt auch er mit viel Platz und Komfort. Beim fünfsitzigen Testfahrzeug genießt man in beiden Reihen angenehm viel Beinfreiheit, bequeme Sitze und bekommt bei umgelegter Rückbank – das klappt ganz einfach über die Knöpfe im Kofferraum – bis zu 1.920 Liter Ladevolumen.

Die Technik im großen SEAT

Und auch bei der Technik macht der Tarraco eine gute Figur. In Scheinwerfern und Rücklichtern leuchten ausschließlich LEDs. Hinter dem Lenkrad liegt ein 10,3 Zoll großes, volldigitales Kombiinstrument und in der Mittelkonsole nochmal ein acht Zoll Touchscreen, der im Gegensatz zum Kodiaq zwei praktische Drehknöpfe hat. Mit den unterschiedlichen Anzeigemöglichkeiten behält man alle wichtigen Infos im Auge. Es gibt eine 3-Zonen-Klimaatuomatik, Keyless Go, Abstandstempomat, einen aktiven Spurhalteassistenten und noch viele andere Features. Und das Beste daran: Die Positionierung der Knöpfe und Schalter ist so gewählt, dass man alles schnell und intuitiv findet.
Aber auch beim Tarraco ist nicht alles nur wunderbar. Neben der Unmöglichkeit auf beiden Displays das Navi anzuzeigen (ich gebe zu, der Nutzen wäre auch nicht riesig) ist mir besonders das Beats-Audiosystem negativ aufgefallen. Von den neun Lautsprechern für 587 Euro extra erwarte ich mir einen klaren Klang und einfach mehr Lautstärke in allen Bereichen. Das konnte SEAT Sound besser.

SEAT Tarraco mit 190 PS Benziner

Besser klingt da schon der Motor. Der Zweiliter Vierzylinder bringt es auf 190 PS und wuchtet 320 Nm Drehmoment an die Achsen. Wenn man ihm die Sporen gibt, schafft er es in 8,0 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis maximal 211 km/h. Die 9 Liter Verbrauch vom Datenblatt (nach WLTP) habe ich der Realität leider nicht erlebt. Im Schnitt waren es rund 10,5 Liter. Der 60 Liter Tank ist so in weniger als 600 km leer.
Der SEAT Tarraco fährt sich aber auch nicht wie ein sparsames Auto. Er hängt gut am Gas, beschleunigt dank 7-Gang-DSG ohne Zugkraftunterbrechung und ist für seine Größe auch eher straff gefedert. Wirklich sportlich ist er dennoch nicht. Selbst wenn man den Drehknopf in der Mittelkonsole auf Sport stellt. Aber bei 1.800 Kilogramm Eigengewicht und 700 Kilogramm Zuladung stehen sportliche Manöver vermutlich nicht ganz oben auf der Liste.

So viel kostet der Tarraco

Der Tarraco kostet mit 150 PS und Handschaltung ab 29.980 Euro. Das ist ein fairer Preis für so viel Auto. Für den von mir getesteten, stärkeren Benziner, den es nur als Xcellence gibt, werden mindestens 46.540 Euro fällig. Mit Metallic Lackierung (650 €), Österreich-Paket (1.043 €), Panorama-Glasdach (1.343 €), Standheizung (1.164 €) und noch ein paar anderen Extras ergibt sich ein Preis von 56.510 Euro.
Für ein vollausgestattetes Fahrzeug in dieser Klasse ist das nicht ungewöhnlich. Der getestete Skoda Kodiaq mit 190 PS Diesel kostete 1.000 Euro mehr und der noch etwas opulentere Hyundai Santa Fe mit 7 Sitzen kam auf 62.000 Euro.

Fazit

Wer viel Auto für einen vernünftigen Preis sucht, ist beim SEAT Tarraco an der richtigen Adresse – zumindest in der Grundausstattung. Möchte man einen stärkeren Motor und viele Extras, muss man schon ein paar tausend Euro mehr drauflegen. Dafür bekommt man dann aber auch ein Fahrzeug auf der Höhe der Zeit. Mal abgesehen von der Soundanlage. Und vom Spritverbrauch!

Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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