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Der KIA Sorento 2,2 CRDi im Test!

In seiner vierten Generation zeigt sich der KIA Sorento im scharf geschnittenen Blechkleid und als vollausgestatteter Diesel mit 201 PS, Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb.

KIA Sorento 2,2 CRDi AWD DCT8 200 PS: All Inclusive Urlaub!

Vermutlich war ich schon am Anfang des Tests mit dem Sorrento ein bisschen voreingenommen. Schließlich hat das 4,81 Meter lange Fahrzeug im vergangenen Jahr bereits das Goldene Lenkrad abgeräumt und sich damit in der Kategorie „Große SUVs“ gegen BMW X6 und Aston Martin DBX durchgesetzt. Und die beiden haben es dem koreanischen SUV bestimmt nicht leicht gemacht. Aber der 1,9 Tonnen schwere Sorrento kann einfach in sehr vielen Bereichen überzeugen und lässt sich nur wenig zu Schulden kommen.

Viel Platz im Innenraum

Da wäre zum Beispiel der Platz im Innenraum. In der ersten Reihe sitzt man auf bequemen Lederfauteils, die elektrisch verstellbar, beheiz- und belüftbar sind. In der zweiten Reihe bekommt man viel Kopf- und Beinfreiheit und USB-Buchsen, um z. B. das Handy zu laden. In der optionalen, 1.000 Euro teuren dritten Sitzreihe haben zwar nur noch Kinder Platz (oder Personen, die wirklich unbedingt mitwollen), aber auch hier gibt es noch eine separat einstellbare Zone für die Klimaanlage und Ablagefächer.
Bei aufgestellter dritter Reihe bleiben knappe 187 Liter Kofferraumvolumen. Versenkt man die Reihe eben im Kofferraumboden sind es beachtliche 821 Liter. Und legt man zusätzlich noch die Lehnen der 2. Reihe um, passen sogar 2.011 Liter in den Sorrento. Da sind dann wohl eher die rund 700 kg Zuladung der maximierende Faktor.

Upgrade bei Infotainment und Assistenten

Bleiben wir noch im Innenraum. Das Cockpit beim Sorrento wird – so wie auch bei aktuellen Mercedes-Benz-Modellen – von zwei großen Displays beherrscht. Im 12,3 Zoll großen Instrumentendisplay kann der Fahrer alle wichtigen Informationen ablesen und sieht beim Blinken neuerdings sogar ein Kamerabild seines toten Winkels. Das Mitteldisplay misst 10,25 Zoll, kann über Apple CarPlay und Android Auto angesteuert werden und bespielt auch das BOSE®-Surroundsystem mit 12 Lautsprechern, das ein schönes Surround-Feeling vermittelt, manchmal jedoch etwas mehr Druck in den unteren Frequenzbereichen haben könnte.

Während der Fahrt wird man von diversen Assistenten unterstützt. Den neuen Totwinkel-Assistenten habe ich ja bereits erwähnt, aber auch Klassiker wie Abstandsradar, Fernlichtautomatik oder Verkehrszeichenerkennung finden sich an Bord. Und noch ein Feature, das wir zum Beispiel vom 6er BMW kennen, gibt es jetzt bei KIA: Ein- und Ausparken per Fernbedienung, bei KIA „Remote Smart Parking“ genannt. Der Sorento fährt dabei nach vorne und zurück und macht so das Parken in engen Lücken möglich.

Dynamisch unterwegs

Da es den Sorento als Diesel nur in einer Leistungsstufe und Ausstattung gibt, kann beim Antrieb des Selbstzünders nichts falsch machen. Der 2,2 Liter große Turbodiesel kann mit maximal 201 PS und 440 Nm Drehmoment durchaus ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Mit 9,2 Sekunden auf 100 km/h und 202 km/h Höchstgeschwindigkeit ist man zwar beim Supertrumpf spielen nicht ganz vorne dabei, im Alltag jedoch jederzeit gut unterwegs. Allradantrieb und 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe runden das Gesamtpaket ab.
Für ein SUV dieser Größe fühlt sich die Abstimmung überraschend dynamisch an: Die Federung ist eher straff ausgelegt, die Automatik schaltet flott, ruckelt in den ersten beiden Gängen aber ab und zu. Wer einen weniger flotten Antritt braucht, weil er gerade im Schnee oder Gatsch unterwegs ist, kann im „Terrain Mode Select“ den Geländemodus ausprobieren.

Nach WLTP verbraucht der KIA Sorrento nur 6,5 Liter auf 100 Kilometer. In der Realität war es mindestens 7,5 Liter auf sparsamen Etappen, insgesamt aber 8 bis 9 Liter Diesel. Mit seinem 67 Liter Kraftstofftank schafft der Sorento aber auch so noch 750 Kilometer am Stück.

So viel kostet der Sorento

Die Vollausstattung beim KIA Sorento ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bekommt man ein Auto mit allen Extras, auf der anderen Seite muss man die Luxus-Kombination dann auch bezahlen. 62.490 Euro kostet der 2,2 Liter Diesel in der Platin Ausstattung. Austoben kann man sich nur noch mit der Lackierung um maximal 900 Euro und der 3. Sitzreihe um 1.000 Euro. Ergibt für mein Testfahrzeug einen Gesamtpreis von 64.290 Euro. Angemessen, aber kein Schnäppchen. Ein ähnlich starker SEAT Tarraco, den es ebenfalls mit 7 Sitzen und nur ein bisschen weniger Kofferraumvolumen gibt, ist mit guter Ausstattung schon für ein paar tausend Euro weniger zu haben.

Fazit

Der KIA Sorento bietet als Diesel ein verführerisches Paket: kräftig, luxuriös und vielseitig. Gerade wer immer wieder mal viel Stauraum oder 7 Sitze braucht, könnte hier glücklich werden. Die Preise bewegen sich leider in die gleiche Richtung, wie das Design: gehoben.

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