autofilou.at Zum Inhalt

Der KIA XCeed PHEV Platin im Test

Mit dem XCeed PHEV zeigt KIA, dass Plug-in Hybrid Fahrzeuge nicht immer übertrieben stark motorisiert sein müssen, sondern das Zusammenspiel von E-Motor und Verbrenner auch mit einer Gesamtleistung von 141 PS gut funktionieren kann.

KIA XCeed PHEV Platin: Die Schnittmenge der Schnittmenge

Als Plug-in Hybridfahrzeuge auf den Markt kamen, sollten sie die positiven Eigenschaften von Verbrennern und Elektrofahrzeugen verbinden. Also lokal emissionsfreies Fahren, ohne die Verpflichtung lang aufladen zu müssen und ohne die Angst mit leerem Akku stehen zu bleiben. So ähnlich war es auch mit Crossover-Fahrzeugen. Nach Abenteuer aussehende SUV-Karosserien vereinigen sich mit den stadttauglichen Abmessungen eines Kleinwagens, um das Beste zweier Welten zu schaffen. Verbindet man beide Kombinationen, kommt dabei zum Beispiel der 4,4 Meter lange KIA XCeed PHEV heraus.

Dabei fühlen sich diese recht kompakten Ausmaße im Innenraum deutlich großzügiger an. Das Raumgefühl ist angenehm groß. Der Kofferraum verliert zwar ein wenig an Volumen (nur noch 279 statt 426 Liter), dennoch kann der XCeed PHEV die Rolle eines Familienautos übernehmen. Das Cockpit ist klar und übersichtlich gestaltet und dank digitaler Displays auch auf dem neuesten Stand. Das Infotainment lässt sich leicht bedienen und wartet mit zahlreichen Features auf.

141 PS im KIA XCeed PHEV

Während die meisten Plug-in Hybrid Fahrzeuge Systemleistungen wie Sportwagen vorweisen – vermutlich, damit man sowohl mit dem Verbrenner als auch mit dem Elektromotor alleine fahren kann – bleibt der Plug-in-XCeed mit seiner Kraft auf dem Boden. Unter seinem feschen Blechkleid versteckt er neben einem 105 PS starken Vierzylinder-Reihenbenziner einen Elektromotor (Permanenterregte Synchronmaschine) mit einer Spitzenleistung von 61 PS. Die Systemleistung der beiden Aggregate liegt bei 141 PS. Damit schafft der KIA XCeed PHEV den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in 11 Sekunden. Schluss ist bereits bei 160 km/h, da wird elektronisch abgeregelt. Dabei fühlt sich das Fahrverhalten des Koreaners recht sportlich an. Die straffe Federung sorgt selbst in schnellen Kurven für wenig Seitenneigung und die Lenkung erlaubt präzises Handling.

Gespeist wird der Elektromotor von einem 8,9 kWh großen Lithium-Ionen-Akku. Laut Werksangaben sind damit 58 Kilometer rein elektrisch zu schaffen. In der Realität kommt man bei aktivierter Bordelektronik und Klimaanlage nicht ganz so weit. 40–50 Kilometer sind je nach Temperatur und Fahrweise möglich.

Sinkt der Ladezustand der Batterie auf zehn Prozent ab, fährt der XCeed PHEV wie ein klassischer Hybrid. Der Elektromotor unterstützt dann beim Anfahren und rekuperiert Energie beim Bremsen. Rein elektrische Etappen sind aber nicht mehr möglich. Das sieht man auch beim Verbrauch: Bei geladenen Akkus verbraucht der XCeed etwa 2–3 Liter Benzin und 14–15 kWh je 100 km. Mit einem gemäßigten Gasfuß ist aber auch ein Benzinverbrauch von unter einem Liter realisierbar. Ab 10 Prozent Ladung steigt der Verbrauch spürbar an und pendelt sich bei 6–7 Litern ein. Bei bloß 37 Litern Tank ergibt sich damit eine Reichweite zwischen 500 und 600 Kilometern und dann nochmal 50 elektrische Kilometer. Regelmäßiges Nachladen verändert diesen Wert natürlich.

Maximal 3,3 kW Leistungsaufnahme

Bei der Ladetechnik kann der KIA XCeed leider nicht voll überzeugen. Der einphasige Bordlader erlaubt auch bei stärkeren Ladestationen eine maximale Energieaufnahme von 3,3 kW. Will man nur elektrisch unterwegs sein, dauern die knapp 2,5 Stunden für eine Ladung zu lange, um während der Fahrt mal kurz nachzuladen. Allerdings ist ein Plug-in-Hybrid ja auch dafür konzipiert längere Strecken mit dem Verbrenner zu fahren. Und wenn man zu Hause oder in der Arbeit auflädt, sind die Akkus bis zur nächsten Ausfahrt meist wieder voll.

Um den Platz im XCeed optimal zu nutzen, ist die Batterie in zwei Module aufgeteilt, die insgesamt 117 Kilogramm wiegen: Eines davon befindet sich unter den Rücksitzen, das andere im Kofferraum. Wie oben schon erwähnt, geht dadurch ein Teil des Ladevolumens verloren. Übrig bleiben 279–1.243 Liter.

Apropos Gewicht: Satte 200 Kilogramm ist der Plug-in-XCeed im Schnitt schwerer als seine „klassischen“ Verbrenner-Brüder.

Was kostet der XCeed PHEV?

Die Plug-in-Version des XCeed kostet in der Gold-Ausstattung mindestens 38.790 Euro. Die hier getestete Platin-Version beginnt bei 42.790 Euro und bietet zusätzlich unter anderem elektrisch verstellbare, beheiz- und belüftbare Echtledersitze, einen adaptiven Tempomat und ein 12,3 Zoll großes Instrumentendisplay. Weitere 500 Euro kostet die Metallic-Lackierung in Quantum Yellow und 1.700 Euro das Platin-Paket mit elektrischer Heckklappe und Glasschiebe- und Hubdach. Für diesen XCeed mit allen erhältlichen Extras zahlt man 44.990 Euro.

Fazit

Der KIA XCeed PHEV vereint viele Konzepte in einem Fahrzeug – er ist eben die Schnittmenge der Schnittmenge – und weiß damit zu beeindrucken. Die beiden Antriebsstränge harmonieren und das Infotainment wirkt modern. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: Die viele Technik treibt das Gewicht in die Höhe. Und für 45.000 Euro bekommt man auch andere schöne Autos.

Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
Empfohlene Artikel der Redaktion

Wir cruisen mit dem KIA XCeed durch Berlin!

Zwischen Ceed Hatchback und Sportage positioniert KIA ab sofort den XCeed. Das der GLA-Konkurrent voll ins Schwarze treffen könnte, erfährt Filou Raphael bei der ersten Ausfahrt durch Berlin, einer Stadt geprägt voll unbeliebter SUV.

von Raphael Gürth

Panamera aus Korea: Der KIA ProCeed GT im Test!

KIA hat den ProCeed neu aufgelegt. Aber diesmal nicht als Dreitürer, sondern als Shooting Brake – und damit den schönsten Kombi im Kompaktsegment auf den Markt gebracht.

von Christoph Adamek

KIA Ceed SW Platin 1.4 T-GDI DCT im Test

Mehr Platz, mehr Luxus, mehr Laufkultur: Der neue KIA Ceed SW verbessert sich in allen Bereichen – und wirkt doch ein wenig kühl.

von Christoph Adamek

Der Hyundai i30 Kombi PD GO! 1,0 TGDI im Test

Wenn GO! auf einem Hyundai steht, bedeutet das zusätzliche Sonderausstattung ohne Aufpreis. Aber ist der 120 PS starke Benziner auch wirklich sein Geld wert?

von Christoph Adamek

Schon gefahren: 2018 VW T-Roc

Cascais, ach was bist Du schön! Einfach mal hier Hängenbleiben, am westlichsten Ende des europäischen Festlandes. Das wär’s! Der neue VW T-Roc darf gerne als Untersatz bereitstehen. Bei der ersten Ausfahrt habe ich nichts ausgelassen, den Crossover über die Küstenstraße gescheucht, übers raueste Gelände gequält und durch den Sand geschliffen.

von Raphael Gürth
Maximal 5 Autos für den Vergleich möglich!
0 Fahrzeug(e) im Vergleich