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Panamera aus Korea: Der KIA ProCeed GT im Test!

KIA hat den ProCeed neu aufgelegt. Aber diesmal nicht als Dreitürer, sondern als Shooting Brake – und damit den schönsten Kombi im Kompaktsegment auf den Markt gebracht.

Der KIA ProCeed: Schön ohne Kompromisse

Bevor KIA mit dem XCeed neben dem Stonic noch ein weiteres Kompakt-SUV-Crossover auf den Markt wirft und damit das macht, was eh schon alle machen, haben die Koreaner dankenswerter Weise noch eine sportliche Variante ihres kompakten Kombis angefertigt: den ProCeed. Der mit 4,61 Meter Länge größte Spross der Ceed Familie ist nach vielen Jahren das zweite Fahrzeug im vergessen geglaubten Shooting Brake Outfit und hat es genau auf einen Konkurrenten abgesehen, nämlich auf den Mercedes-Benz CLA Shooting Brake. Und wie Raphael bereits in seinem ersten Test mit dem ProCeed geschrieben hat, machen die Koreaner daraus auch keinen Hehl. Aber kann der KIA das auch?

Hübscher Po(rsche)

Das muss gleich am Anfang gesagt werden: Das Heck des KIA ProCeed erinnert unverkennbar an das eines Porsche Panamera Sport Turismo. Wenn wir ganz ehrlich sind, macht es sogar eine bessere Figur und wirkt trotz sportlich-dicken Backen etwas schmäler und graziler. So kann man aus einem guten und einfachen KIA Ceed Kombi einen feschen und noch besseren Kombi machen. Die 31 Liter Ladevolumen, die man dabei verliert, sind zu verschmerzen. Man hat ja immer noch 99 Liter mehr als der CLA.
Das (fast) durchgängige Lichtband am Kofferraumdeckel sieht schick aus und kommt bei einem nicht-roten ProCeed sicher noch besser zur Geltung. Die Front haben die Designer nicht angerührt. Sie trägt das bekannte Ceed-Familien-Gesicht. Damit kann man leben, ein paar kleine Änderungen wären aber auch nett gewesen.

Alles beim Alten im Innenraum

Wie wir bereits in den ersten Tests über den KIA Ceed berichtet haben, ist der Innenraum hervorragend. Angefangen von den wertigen Materialien und der robusten Verarbeitung bis hin zur Ergonomie: Da passt im Prinzip alles. Aber Exklusivität ist halt doch was anderes. Klar, einen komplett neuen Innenraum zu entwerfen, nur weil der Popsch ein bisschen anders ist, das macht wirtschaftlich keinen Sinn. Aber ein, zwei kleine Details, ein ProCeed-Schriftzug oder etwas dergleichen, hätten nicht geschadet. Vielleicht bräuchte man auch einfach nur die weinrote Lederausstattung aus dem KIA Stinger, um den ProCeed exklusiver zu machen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Die JBL Soundanlage sorgt für ordentlichen Klang und die Bedienung des Infotainments sowie der anderen Bord-Funktionen klappt auf Anhieb und ohne nervige Wartezeiten.

Echtes GT-Feeling

Die Daseinsberechtigung des ProCeed merkt man besonders stark im GT. Der 204 PS starke und Euro 6d-TEMP zertifizierte 1,6-Liter-Turbobenziner beschleunigt den schönen Kombi mit dem Doppelkupplungsgetriebe in 7,7 Sekunden auf 100 km/h (manuell: 7,6 s) und dann zügig weiter bis 225 km/h. Dabei kann er sich auch hören lassen, denn der Klappenauspuff sorgt für sonoren Sound, ohne dabei übertrieben zu sprotzen oder zu knallen.

Wer sich am Klang des potenten Koreaners erfreuen will, ist nicht übermäßig sparsam unterwegs. 10 bis 11 Liter Super Benzin stehen schon mal am Bordcomputer, wenn man es sportlicher angeht. Wer gemütlich auf der Autobahn fährt, kann einen Verbrauch von unter 8 Litern auf 100 Kilometer realisieren. Bei mir waren es im Schnitt 8,7 Liter.

Und was kostet der KIA ProCeed GT?

Ab 33.090 Euro ist man im Geschäft und bekommt dafür den 140 PS starken 1,4-Liter Benziner mit manueller 6-Gang-Schaltung in GT-Line. Für meinen Testwagen mit 204 PS und 7-Gang-DCT braucht man mindestens 42.190 Euro. Dann nochmal 150 Euro für Track Red Metallic und aus. Alles andere ist im GT bereits inkludiert. Im Vergleich: Der CLA Shooting Brake beginnt da gerade mal.

Fazit

Der KIA ProCeed GT bietet eine wunderbare Kombination aus Alltagstauglichkeit, Exklusivität und Sportlichkeit zu einem fairen Preis. Trotz des guten Gesamtpaketes läuft er in meinen Augen leider Gefahr den Kunden entweder zu wenig exklusiv oder zu sportlich zu sein. Hoffen wir, dass ich mich irre.