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Jaguar XE Facelift mit 180 PS, Automatik & Heckantrieb im Test!

Es gibt sie immer noch, die Underdogs der Mittelklasse. Zwar strichen KIA Optima und Infiniti Q50 kürzlich ihre Segel, doch der Jaguar XE bietet Mercedes-Benz C-Klasse, BMW 3er und Audi A4 weiterhin die Stirn. Im Test entpuppt sich der Edel-Brite als schicke Alternative.

Jaguar XE D180 AT RWD HSE im Test!

Europaweit rudert die gehobene Mittelklasse einem Negativtrend entgegen. Einzig das Tesla Model 3 gewinnt an Beliebtheit. Alle anderen Modelle fristen, dem überbordenden SUV-Segment geschuldet, ein „Schattendasein“. So auch der Jaguar XE. Doch zurecht? Ich konnte mir den kürzlich überarbeiteten Briten mit 180 PS starkem Diesel, Achtgang-Automatik und Heckantrieb in der Top-Ausstattung HSE genauer ansehen.

Holpriger Start

Die Lenkradverstellung, im Fall des Testwagens elektrischer Natur, meinte mein rechtes Knie belästigen zu müssen. Zur Erklärung: Der 4-Wege-Taster der Lenkradverstellung ist im XE rechts statt wie sonst üblich links am Lenkstockhebel angebracht. Rechts ist die Mittelkonsole aber näher als links die Türtafel, weshalb mein rechtes Knie des Öfteren daran stieß. Das lag jedoch mehr an meiner Statur, wie mir meine beiden Kollegen Christoph und Tizian nahelegten.

2019 Jaguar XE D180 RWD HSE test review white weiß facelift automatic

Ebenfalls elektrisch und im Alltag mehr nervig als nützlich: Der Heckdeckel. Eine gute alte Feder würde ihn schneller und vermutlich auf Dauer auch zuverlässiger öffnen.

Eines der wenigen Dinge, die dem vollausgestatteten Test-XE fehlten: Schaltpaddles. Aber auch hier liegt es wohl mehr an meiner Person als etwas anderem, dass ich deren Absenz bekrittle. Nicht, dass ich sie wirklich benötige, aber ab und an ist es doch ganz schön zur Ampel hinunterschaltend zu rollen anstatt rein auf dem Bremspedal zu stehen.

Fahrgefühl im Jaguar XE

Der Motor selbst machte ordentlich Druck. Ich spürte alsbald die gute Drehmoment-Entfaltung – 430 Nm stehen zwischen 1.750 und 2.500 Umdrehungen zur Verfügung. So kommt es auch, dass der 180 PS starke XE in 8,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h schnellt.

Einzig das Ansprechverhalten, mutmaßlich der Euro 6d-Abgasnorm geschuldet, könnte spontaner ausfallen. So kam es auch, dass der rau klingende Vierzylinder-Turbodiesel kein Sparmeister ist. Zwischen acht und neun Liter Sprit gönnte er sich in der Stadt. Am Land sind es eher zwischen 6,5 und 7 Liter.

Dafür ist das Fahrwerk ausgewogen und sauber abgestimmt. Und wer Allrad will oder braucht, muss darauf auch beim 180 PS-Diesel nicht verzichten. In der Stadt tuts der Heckantrieb jedoch allemal.

Das kostet der Jaguar XE

Was ich zuletzt im Jaguar I-Pace bemängelte, erfreute mich im XE. Das fein abgestufte Matrix-LED-Fernlicht. Hier macht die aufpreispflichtige Option (+756 €) auf jeden Fall Sinn. Überhaupt ist der Testwagen im HSE-Outfit von Grund auf umfangreich ausstaffiert. Mit belüfteten und beheizten Sitzen in Windsor-Leder, gleich vier Monitoren (Fahrerinfo-Display, Navi-Display, Klimaanlagen-Display sowie Rückspiegel-Display), die eine sehr individuelle Anzeige von Informationen ermöglichen und Meridian-Soundsystem komme ich bei meinem Testfahrzeug auf einen Preis von knapp über 61.000 Euro. Der kürzlich getestete BMW 320d xDrive hat zwar Allrad, ist aber fast 13.000 Euro teurer.

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Fazit

Für wen die deutsche Konkurrenz zu klischeebehaftet daherkommt, der sollte sich den Jaguar XE definitiv genauer ansehen. Er fährt tadellos, braucht dabei zwar etwas mehr Sprit, sieht jedoch schick aus und beginnt als S-Modell bereits bei vertretbaren 46.084 Euro (D180 mit Heckantrieb). Mein HSE-Modell startet bei 54.550 Euro.