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MG Marvel R Electric AWD Performance: Schon gefahren!

Die ersten Auslieferungen des MG Marvel R Electric starten dieser Tage. 53 Exemplare hat die junge Marke hierzulande schon verkauft, noch bevor ein einziger Endkunde auch nur einen Meter damit gefahren ist, verriet mir Pressesprecher Michael Ellies stolz. Und 500 weitere Reservierungen könnten demnächst in Kaufverträge umgewandelt werden. Als einer der ersten Österreicher durfte ich bereits eine ausgiebige Runde mit der allradgetriebenen Performance-Version drehen.

MG Marvel R Electric AWD Performance: 2-Gänge-Menü

Wenn Ende Oktober 2021 die ersten Exemplare des MG Marvel R Electric das Land am Strome erreichen, reiht sich das Elektro-SUV in eine Vielzahl an Stromer dieses Segments ein, die dieses Jahr das Licht der Welt erblicken. Doch eines – das vielleicht nicht augenscheinlichste Merkmal – unterscheidet ihn dabei deutlich von Enyaq, ID.4, IONIQ 5, EV6 und Co.: Er verfügt über ein Zweigang-Getriebe an der Hinterachse. Damit geht das China-SUV einen konträren Weg zum allgemeinen Tenor dieser Klasse. Nur wenige auf Sportwagen getrimmte Elektroautos (Porsche Taycan, Audi e-tron GT) setzen ebenfalls auf einen zweiten Gang. Im MG ist die Beschleunigung zwar auch beachtlich (die von mir gefahrene AWD Performance-Variante beschleunigt in 4,9 s von 0–100 km/h), doch wollen die Ingenieure damit beim Marvel R Electric eher die Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten steigern.

Erster Autobahntest

Und so kam es, wie es kommen musste, ich begab mich auf die Autobahn. Fuhr da, wo es ging 132 km/h nach GPS und landete bei einem Verbrauch von etwa 29 kWh/100 km. Kein löblicher Wert, aber angesichts des starken Gegenwinds im ansteigenden Teil der Teststrecke kein Wunder. 230 Kilometer gehen sich so etwa aus auf der Autobahn. Dort glänzt er auch mit ausgewogenem Fahrwerk. Nur kurze Stöße (Querrillen) dringen spür- und hörbar in den Fahrgastraum. Bei meiner kurzen Fahrt durch die Stadt (inkl. Stadtautobahn bei Tempo 80), waren es ungefähr 18 kWh/100 km laut 12,3-Zoll-Fahrerinformationsdisplay.

Erster Aufladetest

Ziel meiner Autobahnfahrt war aber in Wahrheit nicht der Durchschnittsverbrauch, sondern das Leerfahren des 69,9 kWh (brutto) fassenden Lithium-Ionen-Akkus. Denn ich wollte unbedingt den maximalen Ladespeed sowie die zugehörige Ladekurve in Erfahrung bringen. Beides enthielt MG bislang vor. Für das Gleichstromladen wurden bis zur Testwagenabholung lediglich die Minuten angegeben (43 min. von 5–80 %). Bei der Übergabe wurde mir dann eine Broschüre mit einem aufgedruckten Wert von maximalen 92 kW in die Hand gedrückt. Ebenfalls nicht löblich. Aber (!), diese Angabe ist halt nur die halbe Miete. Denn unterm Strich kommt es drauf an, wie lange der MG Marvel R Electric diese 92 kW halten kann.

Hierzu kann ich jetzt ebenfalls Aufschluss geben:

Die Ladekurve des MG Marvel R Electric AWD Performance mit 69,9 kWh großer Batterie.
Ladegeschwindigkeit in kW, nachgeladene kWh sowie SoC in % über die Zeit | Picture © autofilou.at

Angesteckt bei fünf Prozent Restladung (SoC, State of Charge), stieg die Ladeleistung innerhalb der ersten zwei Minuten auf mehr als 90 kW Ladeleistung und hielt diese für sage und schreibe weitere 16 Minuten an. Dann, bei 43 % SoC, fiel die Leistung auf rund 80 kW und verblieb dort wiederum für weitere zehn Minuten bis 62 % SoC. Weitere zwei Minuten später, also nach 30 Minuten, waren 42 kWh nachgeladen. Ein respektabler Wert, wenngleich ich mir 150 kW in der Spitze wünschen würde.

Bedienung

Gesteuert werden die meisten Dinge über das 19,4 Zoll große Touchdisplay. Die Recheneinheit dahinter arbeitet zwar schnell, doch könnte sie auf Berührungen flotter reagieren oder zumindest Feedback in Form eines Tons oder einer Vibration geben. Vielleicht gibt es diese Einstellungen sogar und ich habe sie im kurzen Testzeitraum nicht entdeckt. Die Menüstruktur ist übersichtlich und dadurch intuitiv. Die meisten Touchflächen sind groß genug, sodass sie auch während der Fahrt gut und schnell getroffen werden. Unterm Blinker-Hebel am Lenkrad gibt es auch einen Lenkstockhebel für die teilautomatisierten Fahrfunktionen nach Level 2. Getestet habe ich diese Funktionen sowie die insgesamt 15 Assistenten als auch die bereits verfügbare Smartphone-App „MG iSMART“ in Anbetracht der Zeit jedoch nicht.

Die Preise

Den Marvel R Electric gibt es in drei Ausstattungen: Comfort, Luxury und Performance. Wobei Comfort und Luxury ausschließlich für die Heckantriebsversionen und Performance ausschließlich für die Allradversion erhältlich ist. Performance und Luxury unterscheiden sich – abgesehen vom dritten Motor an der Vorderachse – jedoch nur durch das BOSE®-Soundsystem (9 Lautsprecher) und die optional bestellbaren Alcantara-Sitze (+2.000 €).

Serie ab Comfort (ab 43.990 €) sind feine Goodies wie das Panorama-Glasschiebedach, die beiden Displays (19,4“ & 12,3“), Wärmepumpe, Keyless-Go-System und eine Zweizonen-Klimaautomatik sowie vieles mehr. Belüftete Sitze, 360-Grad-Kamera, 19-Zöller, sensorgesteuerte Heckklappe und Co. sind bei Luxury (ab 48.490 €) Serie. Der hier getestete MG Marvel R AWD Performance (ab 52.490 €) kommt dank Lackierung in „Pebble Black“ (+1.000 €) auf 53.490 Euro.

Mein Fazit zum MG Marvel R Electric AWD Performance

Der MG Marvel R Electric AWD Performance könnte ein Erfolg für die „junge“ Marke werden. Er sieht gut aus und fährt sich auch so. Seine Technik (2-Gang-Getriebe, 3 Motoren) ist gewagt, da sie keinen Raum für einen großen Kofferraum (357 l) lässt – Anmerkung: Die Hecktriebler haben zusätzlich 150 Liter Stauraum unter der „Motorhaube“. An Ladeleistung und Software darf der Konkurrenz wegen gerne nachgebessert werden. Die ausgerufenen Preise hingegen sind absolut konkurrenzfähig, wie auch unsere Grafik zeigt:

MG Marvel R Preis zu Reichweite Range Konkurrenz Comparison
Der Kaufpreis im Verhältnis zur Reichweite | Picture © autofilou.at
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