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MINI John Cooper Works ALL4 Countryman im Test!

MINI hat seinem größten Modell den stärksten Motor eingebaut. Ist das die ultimative MINI-Kombination oder zuviel des Guten? Wir haben den MINI JCW ALL4 Countryman zum Test gebeten, um es herauszufinden.

Ist das jetzt noch ein echter JCW?

Als ehemaliger MINI-Fahrer bin ich vorbelastet: Für mich konnte bisher nur der 3-Türer ein echter John Cooper Works sein. Mit seinem brettlharten Fahrwerk und den von Hand modifizierten Teilen. Aber jetzt werkt der 231 PS starke Vierzylinder-Turbobenziner auch im komfortablen Countryman.

Wie fühlt sich das an?

Potent, aber irgendwie nur mäßig sportlich. Die 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h will ich hier nicht schlechtreden, aber die 1,6 Tonnen und der hohe Komfort des Countryman dämpfen das maximale Drehmoment von 350 Nm einfach ein bisschen weg. 250 km/h, auch wenn man sie hierzulande nicht ausfahren dürfte, schafft der Brite nicht. Da haben die kleinen SUV-Crossover von anderen Herstellern leistungsmäßig die Nase vorn.

Auf der Autobahn oder in der Stadt, also immer dann wenn keine schnellen Lastwechsel vorkommen, ist der Komfort des Countryman eine Tugend. Endlich muss man im starken MINI keine Angst mehr vor einem Bandscheibenvorfall haben. Aber auf kurvigen Strecken verliert der Countryman das Gokart-Feeling, das die englische Marke so ausmacht. Die Lenkung ist nach wie vor straff und exakt, der Allradantrieb sorgt für gute Traktion, aber in schnellen Kurven schiebt er über die Vorderachse. Das fühlt sich nicht nach John Cooper Works an. Der Testverbrauch von 9,7 Litern schon eher.

Der Countryman JCW hat eine große Klappe!

An anderer Stelle kann der starke Countryman aber einiges wiedergutmachen: Beim Sound. MINI versteht es wie kaum ein anderer Hersteller Emotionen über das Röhren, Sprotzen und Ploppen aus dem Auspuff zu erwecken. Besonders Fond-Passagiere kommen da voll auf ihre Kosten – ob sie wollen oder nicht. Als wäre das noch nicht genug, sorgt die Automatik beim Runterschalten auch noch für Zwischengas. Ja, es hat etwas Protziges – aber ihr würdet euch dieses Auto wohl nicht kaufen, wenn ihr nicht drauf steht. Genau wie auf die runden Instrumente und das bunte Ambilight, das man wie ein Pilot mit einem Schalter am Dachhimmel bedienen kann.

Design: Typisch MINI

Innen wie außen spricht auch der Countryman die typische MINI-Formensprache: Kriegsbemalung, runde Elemente, Kontrastfarben. Das gefällt nicht allen, aber manche lieben es. Mir persönlich blinkt es rund um das Mitteldisplay manchmal etwas zu viel. Aber einige dieser Lichtspiele lassen sich zum Glück über das Mitteldisplay abschalten. Das funktioniert, wie man es von BMW und MINI mittlerweile gewöhnt ist, flott und gut. Was nicht ganz typisch für den Briten ist: 450 bis 1.390 Liter Kofferraum.

So viel kostet der MINI JCW ALL4 Countryman!

Dass, der Countryman JCW kein Schnäppchen ist, dürfte niemanden überraschen. Dennoch hat mich der Preis unseres Testwagens etwas mitgenommen. 61.616 Euro. Wow! In Worten Einundsechzigtausendsechshundertsechzehn Euro. Etwa 15.000 Euro an Zusatzausstattung sind da schon eingerechnet. Unter anderem das Chili-Paket mit 19 Zoll großen Felgen und Teilledersitzen. Oder das Navigationssystem Professional sowie die Harman/Kardon Soundanlage, das Head-up-Display, das Panorama-Glasdach und noch einiges mehr.

Fazit

Der MINI John Cooper Works ALL4 Countryman lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Er ist eben der Inbegriff eines Crossovers: Ein großer Kompromiss. Komfortabel, praktisch und alltagstauglich auf Kosten von Sportlichkeit und Fahrdynamik und das zu einem stattlichen Preis. In meinen Augen ist der fast 9.000 Euro billigere Cooper S ALL4 der bessere Alrounder und der 3-türige JCW die richtige Wahl für jene, die keinen Kompromiss eingehen wollen.
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