autofilou.at Zum Inhalt

Seat Leon FR TSI Fast Lane: Neu ist nicht immer besser!

Äußerlich hat sich der Seat Leon durch das Facelift dieses Frühjahrs kaum verändert. Technik und Elektronik wurden aber überarbeitet. Nicht nur zum Positiven, wie ich während unseres Rendezvous feststellen musste.

Ja, ich weiß, was Barney Stinson sagt. Aber spätestens, wenn er in „How I met your mother“ den Billig-Whisky trinken muss, sollte jedem klar sein, dass er nicht uneingeschränkt Recht haben kann. Neu ist einfach nicht immer besser. Und das gilt auch für den gelifteten Seat Leon.

Seine veränderten Frontschürzen und Heckblinker sind mir nicht aufgefallen und den neuen 115 PS starken Dieselmotor konnten wir nicht testen. Und all die Assistenten, die er vom Ateca übernommen hat, waren in unserem Testwagen nicht verbaut. Dafür aber das überarbeitete Infotainmentsystem mit acht Zoll großem Touchscreen.

Was auf den ersten Blick hübsch aussieht, ist bei näherer Betrachtung eine Verschlimmbesserung.

Für einen Infotainment-Aficionado, wie mich, sollten das gute Nachrichten sein, schließlich reagieren die neuen Systeme meist schneller und haben eine verbesserte Menüstruktur. Seat ist über dieses Ziel hinausgeschossen. Aus acht Tasten und zwei Drehreglern haben die Spanier zwei Tasten und einen Lautstärkeregler gemacht. Was auf den ersten Blick hübsch aussieht, ist bei näherer Betrachtung eine Verschlimmbesserung. Der Direktzugriff zu den einzelnen Menüs gehört der Vergangenheit an. Zuerst muss der Menü-Knopf gedrückt werden, dann versucht man das Richtige der dicht aneinanderliegenden Icons zu erwischen. Während der Fahrt gelang mir das nicht immer.

Damit wenigstens innerhalb der Menüs die Optionen sichtbar sind, zeigen sich zusätzliche Buttons, sobald ein Sensor erkennt, dass sich eine Hand (oder etwas anderes) nähert. Schade, dass das teilweise nicht funktioniert hat. In den bisherigen Modellen machte diese Funktion allerdings nie Probleme.

Ist der Seat Leon ein schlechtes Auto?

Ist der neue Seat Leon deswegen ein schlechtes Auto? Nein. Unser rudimentär ausgestatteter Testwagen kann zwar nicht mit vielen Extras aufwarten und hatte „nur“ den 125 PS starken 1,4 Liter Turbobenziner mit Sechsgang-Handschaltung verbaut. Sieht man aber davon ab, was nicht geht, macht der Leon seine Sache ziemlich gut. Die Sitze sind sportlich geschnitten, das Cockpit dem Fahrer zugeneigt, die Armaturen gut ablesbar und der Bordcomputer einfach zu bedienen. Die 125 PS reichen für 9,1 Sekunden auf 100 km/h und 203 km/h Höchstgeschwindigkeit. Mit 200 Nm maximalem Drehmoment fühlt sich der Spanier im Alltag sogar recht spritzig an. Völlig in Ordnung ist der Verbrauch. Nach fast 1.000 Kilometern über Stadt und Land, teils beladen und ohne Zurückhaltung standen 6,3 Liter am Display. Im Datenblatt werden 5,2 Liter je 100 Kilometer ausgewiesen.

Und der Preis? 24.390 Euro für den Leon FR TSI Fast Lane. Dann nochmal 455 Euro für Metallic Lack und 1.345 Euro für das Media-Paket (das ich nie nehmen würde), ein kleiner NoVA-Abschlag (-300 €) und wir sind beim Endpreis von 25.890 Euro angelangt. Nicht ganz billig, aber fair. Und mit ein bisschen Verhandlungsgeschick bekommt man zu diesem Preis vielleicht noch ein paar Extras (Fußmatten & Co.) mehr.

Fazit

Das neue optionale Infotainmentsystem des Seat Leon war für mich eine ziemliche Enttäuschung. Davon abgesehen, bekommt man für sein Geld ein schickes, praktisches Auto, das mit ein paar Kreuzen an den richtigen Stellen der Aufpreisliste zu einem Traumauto gemacht werden kann.
Empfohlene Artikel

XPeng G9 RWD Long Range Test: Reichweite, Ladeleistung & Fahrkomfort im Check!

Extravagantes Design, 800-Volt-Super-Charging und ein Luxus-Ambiente, das deutsche Premium-Hersteller spürbar nervös macht: Mit dem G9 RWD Long Range schickt der chinesische High-Tech-Pionier XPeng sein imposantes Fünf-Meter-Flaggschiff ins europäische Oberklasse-Rennen. In strahlendem Arctic White lackiert, zieht das Elektro-SUV die Blicke fast schon wie ein fahrendes Space-Shuttle auf sich. Doch wie schlägt sich der Oberklasse-Herausforderer im harten Alltag, wenn hochtrabende Tech-Versprechen auf die europäische Ladesäulen-Realität treffen?

von Kyrillos Ibrahim

2026 Opel Mokka GSE im Test!

Kompakte Abmessungen, 281 PS an der Vorderachse und ein traditionsreiches Kürzel im Gepäck: Mit dem Mokka GSE schickt Opel sein geschärftes Performance-Topmodell ins Rennen um die Krone der kompakten Stromer. Der Crossover gibt sich optisch wie dynamisch selbstbewusst. Doch wie ist es im Alltag, wenn motorsportlicher Anspruch auf Ladesäulen-Realität trifft?

von Kyrillos Ibrahim

Jaecoo 7 Plug-in Hybrid Test – Der China-Rover zum Schnäppchenpreis?

Kantig, selbstbewusst und verdammt viel Auto fürs Geld: Mit dem JAECOO Jaecoo 7 Plug-in Hybrid rollt das nächste China-SUV nach Österreich. Optisch schielt das Kompakt-SUV ungeniert nach Großbritannien, preislich bleibt es am Teppich. Kann der Neuling der etablierten Konkurrenz um VW Tiguan und KIA Sportage gefährlich werden? Ich habe den Plug-in-Hybriden getestet.

von Kyrillos Ibrahim

BMW iX3 50 xDrive Test: Nur silber, nicht gold?

805 Kilometer WLTP, zwei Welt-Titel und schon jetzt ausverkauft – der neue BMW iX3 50 xDrive startet mit maximalem Rückenwind. Doch wie viel davon bleibt im Alltag übrig? autofilou.at hat das Elektro-SUV ausführlich getestet und klärt, ob es auch beim Premium-Anspruch vieles richtig macht.

von Raphael Gürth
Maximal 5 Autos für den Vergleich möglich!
0 Fahrzeug(e) im Vergleich