Der Subaru Levorg 1.6 GT-S Exclusive im Test

Wer ab und an durch die Schweiz fährt – als Vorarlberger tu ich das wahrscheinlich öfter als ihr – wird sich schon so manches Mal gewundert haben, warum hier, in den kleinsten Dörfern, Subaru Händler stehen. Unsere Nachbarn scheinen die Marke aus Japan zu lieben. Warum das so ist, versuche ich anhand des Subaru Levorg herauszufinden.

Subaru Levorg 1.6 GT-S Exclusive: Der Underdog!

Subaru ist für zwei Sachen bekannt: Allradantrieb und Boxermotoren. Befragt man bei der Recherche das Internet, kommt der Rallyesport noch hinzu. Sind das die drei Gründe für den Erfolg in der Schweiz? Am Renneinsatz liegt’s eher nicht, dafür sind Schweizer zu ruhig und gemütlich unterwegs. Aber das Matterhorn lässt sich mit Allrad sicher besser besteigen als ohne. Genau wie auch der winterlich verschneite Semmering. Der Grip ist sensationell und lässt dennoch ein bisschen Spiel für „Spielereien“ zu. Dazu später aber mehr.

Warum sieht man nicht mehr davon?

An der Zuverlässigkeit oder Verarbeitung kann es nicht liegen. Subarus gelten als äußerst langlebig. Das konnte ich mit unserem Levorg in den zwei Wochen zwar nicht wirklich beweisen, dafür aber andere Fakten checken.

1. Der Innenraum wirkt überhaupt nicht billig und äußerst solide verarbeitet. Zwar gibt’s hie und da Hartplastik, aber in verkraftbarem Ausmaß. Eine nette Idee sind die zwei voneinander getrennten und separat gesteuerten Displays. Noch netter ist die Idee, den oben für die Front-, den unteren für die Rückkamera zu verwenden. Haptisch fühlt sich alles sehr wertig an, die Regler und Knöpfe sind leicht und intuitiv zu finden. Einziges Problemchen: es wirkt schon ein bisschen altbacken. Oder anders gesagt: vor fünf Jahren wäre das Cockpit richtig futuristisch gewesen.

2. Das gilt auch für das Infotainmentsystem. Einfach und leicht zu bedienen, das Handy lässt sich problemlos koppeln und alles in allem – toll gemacht. Nur leider ein klein bisschen outdated.

Aller guten Dinge sind 3!

3. Der wichtigste Punkt von allen: das Fahren. Und das macht im Levorg verdammt viel Spaß. 170 PS bringt der Levorg auf die Straße, ein Wert der sich sehen lassen kann. Und muss! Denn der 1,6 Liter Benziner ist der einzige Motor, den Subaru im Levorg anbietet. Die 170 Pferde hängen permanent am Gas und machen den Levorg zu einer Family-Fahrmaschine. Kleines Problemchen: zu diesem feinen Boxer gibt es ausnahmslos ein stufenloses Automatikgetriebe. Das fühlt sich zwar deutlich besser als andere CVT-Getriebe an (wie etwa im Renault Koleos), ist aber dennoch nicht das Gelbe vom Ei. Bei Kickdowns braucht es zu lange, um zu reagieren, wirkt träge und so gar nicht nach Rallye. Beim alltäglichen Gebrauch gibt es ansonsten nichts auszusetzten.

2018 Subaru Levorg 1.6 GT-S Exclusive test review

Der Fahrkomfort ist… vorhanden. Irgendwie. Man gleitet jetzt nicht über Bodenwellen, aber spürt auch nicht jedes Steinchen. Sagen wir einfach es ist „ausgewogen“ mit einer sportlichen Note.

Also warum jetzt?

Wenn ich die oben genannten Punkte zusammenfasse, kommt am Ende ein vernünftiges, cooles und rundum fabelhaftes Auto raus. Die paar Minuspunkte verteil ich an andere Hersteller auch. Doch die verkaufen sich deutlich besser. Der Preis kann auf jeden Fall kein Argument sein. Für 38.990 Euro kann Mann oder Frau sich den Subaru Levorg 1.6 GT-S Exclusive in der allumfassenden Topausstattung kaufen. Die Grundausstattung beginnt bei 29.990 Flocken. Ein vergleichbarer Škoda Octavia kostet gut 4.000 Euro mehr, ein Peugeot 308 SW in gleicher Ausstattung ist noch teurer.

Der Grund, warum im letzten Jahr 4.987 Subarus in der Schweiz verkauft wurden und in Österreich nur 538 ist, glaube ich, ein recht banaler. In CH wurde die Marke 1979 von einem (eifrigen) Importeur eingeführt. In A dagegen wurde Subaru Österreich erst Anfang 2001 als Zweigniederlassung der Subaru Italia S.p.A.  gegründet. Möglicherweise ist es aber einfach die NoVa hierzulande, die die doch recht stark motorisierten Subis potenzielle Käufer kosten. Im Prinzip ist der Grund dafür egal, es gehören mehr Subarus auf die Straßen!

Fazit

Wer sich einen Kombi zulegen möchte, sollte die Scheuklappen ablegen und mal über den Tellerrandschauen: andere Mütter haben auch schöne Töchter. Oder ohne Redewendungen: der Subaru Levorg 1.6 GT-S Exclusive ist ein wirklich fabelhaftes und spaßiges Auto, das nicht nur optisch Konkurrenten wie Octavia oder Focus Traveller stehen lässt. Für angemessenes Geld gibt es ein angemessenes Fahrzeug, an dem bis auf wenige Kleinigkeiten nichts auszusetzen ist.

2018 Subaru Levorg 1.6 GT-S Exclusive test review