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XPeng G9 RWD Long Range Test: Reichweite, Ladeleistung & Fahrkomfort im Check!

Extravagantes Design, 800-Volt-Super-Charging und ein Luxus-Ambiente, das deutsche Premium-Hersteller spürbar nervös macht: Mit dem G9 RWD Long Range schickt der chinesische High-Tech-Pionier XPeng sein imposantes Fünf-Meter-Flaggschiff ins europäische Oberklasse-Rennen. In strahlendem Arctic White lackiert, zieht das Elektro-SUV die Blicke fast schon wie ein fahrendes Space-Shuttle auf sich. Doch wie schlägt sich der Oberklasse-Herausforderer im harten Alltag, wenn hochtrabende Tech-Versprechen auf die europäische Ladesäulen-Realität treffen?

XPeng G9 RWD Long Range Test: Lässt die Konkurrenz zittern!

Wer die Marke XPeng nicht auf dem Schirm hat, sollte seinen Blick schärfen. Das 2014 vom chinesischen Tech-Milliardär He Xiaopeng gegründete Unternehmen versteht sich im Kern nicht als klassischer Autobauer, sondern als ein hochspezialisiertes Technologieunternehmen. Mit geballtem Silicon-Valley-Spirit, eigener Software-Entwicklung, Beteiligungen von Branchengrößen wie dem Volkswagen-Konzern und der Fertigung europäischer Einheiten beim renommierten Auftragsfertiger Magna in Graz hat sich XPeng vom Start-up rasend schnell zur ernstzunehmenden Premium-Größe entwickelt. Der G9 ist das rollende Schaufenster dieser Vision.

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Ein Anzug, der mehr verspricht als er hält?

Beim ersten Rundgang fällt auf: Der G9 will kein Understatement, wählt aber eine ganz andere Sprache als krawallige Sport-SUVs. Auf den ersten Blick wirkt die Präsenz des 4,89 Meter langen Riesen im Straßenbild ungemein selbstbewusst. In der weißen Außenfarbe kommen die durchgehenden LED-Lichtbänder an der markanten „Robot Face“-Front sowie am Heck extrem modern zur Geltung.

Der G9 macht gar kein Geheimnis daraus, dass er sich ungeniert am obersten Luxus-Segment orientiert: Rahmenlose Scheiben, bündig versenkte Türgriffe, nahtlose Spaltmaße und ein verkleideter Unterboden unterstreichen den edlen Auftritt. Aber man darf sich nicht täuschen lassen. Trotz seiner stattlichen Maße und des massiven Radstands von knapp drei Metern bleibt er der mächtige 2,3-Tonnen-Koloss, den wir auf dem Papier erwarten. An der Ampel zieht er Blicke auf sich wie kaum ein anderer aus der Klasse.

XPeng G9 Innenraum: Digitaler First-Class-Lounge-Vibe

Im Innenraum empfängt mich eine Welt aus feinstem Leder, stimmungsvollen Alcantara-Details und einer riesigen Display-Landschaft. Blickfang in der aufgeräumten Armaturentafel sind die zwei massiven 15-Zoll-Touchscreens, wovon das rechte Display dank Blickschutzfolie exklusiv dem Beifahrer für Infotainment und Streaming zur Verfügung steht. Die Rechenleistung des integrierten Qualcomm-Snapdragon-Prozessors ist flott, Animationen und Eingaben werden ohne Verzögerung umgesetzt.

Wer schon einmal einen Tesla gefahren ist, wird sich im G9 heimisch fühlen. Die Software-Oberfläche wirkt vom Bediengefühl her sehr verwandt mit den Kaliforniern: flüssige 3D-Fahrzeugdarstellungen in Echtzeit, minimalistisch strukturierte Menüs und extrem schnelle Reaktionen.

Für absolute Begeisterung sorgt das verbaute Soundsystem. XPeng setzt hier auf das Dynaudio Xopera System mit mächtigen 22 Lautsprechern, Dolby Atmos und über 2.000 Watt Leistung. Beim Starten des Fahrzeugs fahren die Hochtöner in den A-Säulen bzw. auf dem Armaturenbrett elegant nach oben aus. Das sieht nicht nur richtig edel aus, sondern unterstreicht den erstklassigen Klanggenuss auf jedem Kilometer.

Platzprobleme im XPeng G9? Ein absolutes Fremdwort!

Platzprobleme kennt der G9 schlicht nicht. Fahrer und Beifahrer reisen auf belüfteten, beheizbaren Massagesitzen wie im Sessel. Ein absolutes Highlight offenbart sich jedoch in der zweiten Reihe: Die äußeren Sitze der Fondbank spielen auf echtem Maybach- oder S-Klasse-Niveau. Sie sind nicht nur beheizt und belüftet, sondern verwöhnen die Mitreisenden mit einer echten Massagefunktion. Dass man zudem die Rückenlehnen neigen kann, macht die zweite Reihe auf längeren Urlaubsfahrten zur First-Class-Lounge.

Der Kofferraum schluckt üppige 660 Liter (erweiterbar auf 1.576 Liter). Ein echtes Plus für E-Auto-Reisende: Unter der riesigen Fronthaube wartet ein Frunk mit weiteren 71 Litern Stauraum – absolut perfekt für dreckige Ladekabel.

Fahrleistungen des XPeng G9 RWD Long Range mit 351 PS

Unter dem schicken Blechkleid arbeitet in der von mir getesteten RWD-Long-Range-Variante ein Permanentmagnet-Synchronmotor an der Hinterachse. Dieser leistet souveräne 351 PS und stellt ein Drehmoment von 465 Nm bereit. In knackigen 6,4 Sekunden beschleunigt das gut 2,3 Tonnen schwere SUV auf Tempo 100. Das ist kein aggressiver Sportwagen-Schreck, fühlt sich im Fahralltag aber schubstark und souverän an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 200 km/h.

Der XPeng G9 RWD Long Range rollt erstaunlich sanft ab und schluckt tiefere Schlaglöcher sowie Querfugen gelassen weg. Die Lenkung ist sehr leichtgängig – perfekt zum tiefenentspannten Cruisen auf der Autobahn oder Landstraße.

In flotten Kurven spürt man das Eigengewicht des Riesen naturgemäß, sportliche Ambitionen hegt der XPeng aber ohnehin nicht. Er will ein leises, stressfreies und komfortables Langstreckenauto sein und genau das liefert er im Fahrbetrieb auch ab.

Fahrwerk, Alltag und Ladekurve: Die Realität am Schnelllader

So perfekt die Geräuschisolation und der Fahrkomfort auf der Straße wirken, so sehr fordert die Software im Alltag kleine Eingewöhnungen: So schön die Bildschirm-Landschaft aussieht, für alltägliche Funktionen wie das Verstellen der Außenspiegel, der Lenkradposition oder der Gebläserichtung muss man sich durch Untermenüs tippen. Der Spurhalteassistent arbeitet ab und zu etwas überengagiert und kämpft beim manuellen Spurwechsel trotz gesetztem Blinker spürbar gegen das Lenkrad an, statt geschmeidig freizugeben.

In der Long-Range-Ausführung verbaut XPeng einen Akku mit 92,2 kWh Netto-Kapazität. Beim Verbrauch zeigt der Chinese je nach Revier zwei unterschiedliche Gesichter. Im städtischen Stop-and-Go sowie über Land pendelt sich der Stromer überraschend effizient bei sparsamen 15 bis 17 kWh/100 km ein. Wer den 2,3-Tonner hingegen mit Richtgeschwindigkeit (130 km/h) über die Autobahn scheucht, muss physikbedingt mit 21 bis 24 kWh/100 km rechnen. Unterm Strich ergeben sich daraus im echten Testalltag sehr solide Reichweiten von 400 bis 550 Kilometern.

Der Ladekurven-Check: Viel Potenzial, Bremsklotz Infrastruktur

Eigentlich ist der XPeng G9 RWD Long Range dank moderner 800-Volt-Siliziumkarbid-Architektur ein absolutes Lade-Monster. Laut Datenblatt zieht er an entsprechenden Ladesäulen bis zu 525 kW Leistung und lädt somit in sagenhaften 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent auf.

In meinem Test sah die Realität jedoch etwas anders aus – was allerdings nicht am Fahrzeug selbst, sondern an der europäischen Ladeinfrastruktur lag: Da es hierzulande noch an 600-kW-Ladesäulen mangelt, bin ich im Testverlauf gezielt und mehrfach 400-kW-Schnelllader angefahren, um an die theoretischen Rekordzeiten ranzukommen. Durch Lastverteilung an den Ladeparks, Temperaturbegrenzungen oder herstellerseitige Deckelungen der Ladesäulen lieferten die Stationen jedoch maximal 200 kW an das Fahrzeug – sehr bitter.

Die Werksangabe für den Fabel-Ladesprint konnte ich unter diesen Bedingungen keinesfalls erreichen. Dennoch zeigte sich die Faszination der 800-Volt-Technik auf eindrucksvolle Weise. Der G9 hielt die maximal zur Verfügung gestellten 200 kW über einen außergewöhnlich breiten Ladebereich – von unter 10 bis weit über 60 Prozent State-of-Charge (SoC) – konstant. Ohne Einbruch, ohne Mucken. Unterm Strich lädt der Chinese aus Graz somit selbst an gebremsten Säulen schnell und schlägt den Großteil der etablierten Konkurrenz an der Raststätte um Längen.

Die Konkurrenten des XPeng G9:

Preisfeuerwerk: Luxus-SUV unter der 65.000-Euro-Marke

Beim Blick auf das Preisschild schluckt die europäische Premium-Konkurrenz aus Stuttgart, München und Ingolstadt gewaltig. Der XPeng G9 RWD Long Range startet bei einem offiziellen Listenpreis von 63.600 Euro. Highlights wie das Panorama-Glasdach, beheizte und belüftete Massagesitze, 360-Grad-Kamera mit transparentem Chassis-Blick, Dynaudio-Anlage und das komplexe Doppel-Display-Setup sind ab Werk verbaut! Selbstredend ist auch die komplette XPILOT-Armada an Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen – vom adaptiven Abstands-Tempomaten über den aktiven Spurwechselassistenten bis hin zum automatischen Einparken – serienmäßig an Bord und hält sich über Over-the-Air-Updates dauerhaft frisch. Dazu packt XPeng sieben Jahre Fahrzeuggarantie ab Werk in den Kaufvertrag.

Mein Testwagen war zusätzlich mit den 1.260 Euro teuren 21-Zöllern ausgestattet. Der Testwagenpreis wanderte somit auf 64.860 Euro. Für einen Oberklasse-Stromer dieser Größenordnung mit 92,2-kWh-Akku und 800-Volt-Technik ist das ein krasser Angriff auf den Markt.

Fazit

Der XPeng G9 RWD Long Range ist ein äußerst beeindruckender Fernost-Cruiser, der bei Langstreckenkomfort, Raumangebot und Verarbeitungsqualität aus allen Rohren feuert. Seine 800V-Ladetechnik scharrt mit den Hufen – dass ich das volle 525-kW-Potenzial wegen limitierter Ladesäulen im Test nicht voll abrufen konnte, tut dem Schnelllade-Erlebnis kaum einen Abbruch, da er niedrigere Ladeleistungen über einen langen Zeitraum konstant hält. Kurzum: Ein voll ausgestattetes Luxus-SUV zum fairen Preis, das die etablierten Premium-Rivalen mächtig unter Druck setzt!

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