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Der SEAT Leon FR 1.5 eTSI ACT DSG (mHEV) im Test!

SEAT setzt mit seinem neuen Leon auf mehr Eigenständigkeit und hat das spanische Volumensmodell in allen Bereichen nachgeschärft. Mit 150 PS starkem eTSI tritt er zum Test an.

SEAT Leon: Hola!

SEAT hat den neuen Leon gelungen scharf gezeichnet und kantige Linien gesetzt. Diese erinnern mich zwar entfernt an manch aktuellen Mazda, aber während diese tendenziell auf sichtbare Größe und eine gewisse Grobheit setzen, wirkt der neue Leon drahtig, schlank und sportlich. Dabei machen die Linien die Silhouette teilweise schwer fassbar, geben dem Wagen aber einen klar in die Zukunft gerichteten Look. Außerdem markant: Der Leon trumpft mit LED-Lichtern auf, vorne ebenso in klaren Linien, hinten in einem durchgehenden Leuchtband, das die Rücklichter miteinander verbindet.

Klare Kanten und mehr Technik

Nicht nur für die Größe und Klasse – der Leon basiert auf der Golf-Plattform – zeigt die neue, vierte Generation des Leon mit einer Vielzahl an technischen Features auf, die aber nie wie eine reine Spielerei wirken. Der optische Eindruck von außen, setzt sich Innen fort. Der Wagen ist aufgeräumt, setzt auf Kanten und Klarheit. Rund um das Cockpit gibt es etwa von der Fahrer- bis zur Beifahrertür ein farbiges Band, das Atmosphäre schaffen soll und dessen Farbe wählbar ist. Dieses Ambiente-Licht hat aber zugleich auch eine Funktion: Der Tote-Winkel-Warner wurde integriert und man wird durch die Farbe auf andere Fahrzeuge oder Hindernisse aufmerksam gemacht.

Ein weiteres Element ist die Sprachsteuerung, die sich aktivieren lässt, in dem man das Fahrzeug mit folgenden Worten begrüßt: „Hola, Hola!“ Danach lassen sich manche Funktionen, wie die Klimaanlage oder auch das Navigationssystem, mittels Sprache steuern. Wer auf dem Beifahrersitz dem Wagen „Mir ist kalt“ mitteilt, bekommt zur Antwort, dass die Heizung rund um den Beifahrersitz wärmer gestellt wurde. Beim Navi funktioniert das fast genauso gut. Die ideale alles vereinende Sprache zwischen Mensch und Maschine muss auch hier erst gefunden werden, der Leon macht dank der Einbindung von Google Maps manches schon viel einfacher.

Assistieren ohne zu nerven

Beim Fahrgefühl drängt der Leon seine Einstellungsmöglichkeiten gerade zu auf. Von Eco über Komfort und Normal bis zu Sport reichen die Voreinstellungen. Dazu lassen sich einfach und intuitiv eigene Vorlieben individuell einstellen. Das Ergebnis überzeugt, obwohl ich mir hier ehrlicherweise etwas mehr Wirkung erwartet hätte und die Einstellungen weiter auseinander liegen könnten. Gerade „Sport“ könnte durchaus noch ein wenig härter ausfallen. Natürlich ist es aber umgekehrt nicht schlecht, wenn schon „Eco“ im Alltag ausreicht und keinesfalls eine Spaßbremse darstellt.

Apropos Spaßbremse: Die ist der neue SEAT Leon nämlich in keinster Weise. Der von mir gefahrene Leon 1.5 eTSI mit turbogeladenem Reihenvierzylinder-Ottomotor und Unterstützung von einem 48-Volt-Bordnetz berherbergt unter seiner Haube 150 Pferdestärken. Die reichen für einen Sprint in 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und beschleunigen bis maximal 221 km/h. Der SEAT Leon fühlt sich zu jeder Zeit spanisch-temperamentvoll an, das Fahrwerk ist angenehm straff und dennoch komfortabel. Die Lenkung ist direkt, direkter geht es nur noch im Cupra Leon, wie unser Speed-Date vor Kurzem zeigte. Der Mildhybrid bleibt ebenso im Hintergrund, wie die Automatik, die recht unauffällig durch die sieben Gänge schaltet. Rein elektrisch fahren kann man mit dem Leon nie, aber der Elektromotor des Mildhybrid unterstützt beim Beschleunigen und beim entspannten Gleiten.

Angenehm leise

Bei den meisten Assistenzsystemen setzt der Leon auf ein sanftes Eingreifen und Unterstützen – beeinflusst den Fahrer aber nie maßgeblich. Auch die diversen Warntöne fallen tendenziell angenehm und nicht nervtötend schrill oder laut aus. Der Spurassistent unterstützt die Spurhaltung und lenkt ein klein wenig mit – man hat aber nie das Gefühl, dass man dem Wagen allein die Lenkung überlassen sollte.

Ich bin im Leon gut gesessen und hatte nie das Bedürfnis nach mehr Platz. Auch Kofferraum und Rückbank sind sinnvoll gestaltet – Überraschungen sind bei den Außenmaßen aber keine zu erwarten, auch wenn der Leon gegenüber dem Vorgänger gewachsen ist und in manchen Maßen irgendwo zwischen Golf, A3 und Octavia liegt.

Wie bei Jaguar-Modellen oder auch dem Ford Mustang gibt es eine Außenbeleuchtung (hier im Außenspiegel), die Fahrer und Passagiere freundlich begrüßt: „Hola!“ steht hier am Boden in einem Kreis. Und es gelingt: Wir fühlen uns im Leon wohl und willkommen!

Das kostet der SEAT Leon

Der Leon beginnt in der einfachsten Ausstattung bereits unter 20.000 Euro, in der Ausstattungslinie FR kostet er mit dem 1.5 eTSI und Automatik ab 30.737 Euro – der Preis des Testwagens lag bei 38.416 Euro. 

Fazit

Schon in der Vergangenheit haben die Volkswagen-Marken SEAT und Škoda gezeigt, dass sie mit der Muttermarke mindestens mithalten können. Der Leon ist ein erwachsener, emotionaler Wagen, der in seinem Auftreten mehr Freude bereiten kann, als ein Golf, der Grundsätzlich allen zu gefallen hat. Besonders gelungen sind die schlanken Linien, die sich in ihrer Klarheit nicht nur optisch, sondern auch von der Bedienung bis zum Fahrgefühl, durch den ganzen Wagen ziehen. Knapp 40.000 Euro sind eine Menge Geld, dafür bekommt man beim Leon aber auch ein ausgereiftes Fahrzeug, das schlaue Details nicht den höheren Klassen überlassen will. Ein Statement.

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