2026 Mercedes-Benz GLB: Erstkontakt in Hochgurgl!
Erstkontakt mit dem 2026 Mercedes-Benz GLB in Hochgurgl, Tirol, bei −4 °C. So praktikabel wird die zweite Generation des „squircle“-SUV.2026 Mercedes-Benz GLB: CLA in SUV-Form mit 7 Sitzen!
Der „squircle“ ist züruck. Ziemlich genau sechs Jahre nach seinem Debüt rollt im zweiten Quartal 2026 die zweite Generation des Mercedes-Benz GLB zu den Händlern. „squircle“, so hat damals Exterieur Design Direktor Robert Lesnik die Form des GLB beschrieben. Nicht eckig, aber auch nicht rund. Also eine Mischung aus „square“ und „circle“. Und auch, wenn in der 29-seitigen Presseaussendung davon keine Rede mehr ist, so passt, wenn ihr mich fragt, dieser Begriff beim Blick auf den neuen 2026 Mercedes-Benz GLB weiterhin wie die Faust aufs Auge. Als brandaktuelles Modell aus Stuttgart ist er jedenfalls sofort aufgrund der sternförmigen Tagfahrlichtsignatur auszumachen, die bereits der CLA im Alltag und demnächst auch der GLC, das S-Klasse Facelift und der VLE zur Schau stellen.
4,73 Meter lang, bis zu 7 Sitzplätze
Mit dem CLA teilt sich der GLB die MMA-Plattform (Mercedes‑Benz Modular Architecture) und ist deshalb nicht bloß rein elektrisch erhältlich, sondern auch mit Hybridantrieb. Entgegen dem CLA, der nicht mal einen Zentimeter kürzer ist, wurde für den GLB der Radstand der Plattform um 9,9 Zentimeter gestreckt. Der Spurkreisdurchmesser ist mit 11,9 Meter eine Spur größer als beim CLA (11,2 m). Eine Allradlenkung gibt es nicht. Diese, das Luftfahrwerk sowie der Hyperscreen, sind dem 11,3 Zentimeter größeren GLC vorbehalten. Etwas Abgrenzung muss sein. Dafür gibt es den GLB mit manuell verschiebbarer Rücksitzbank (14 cm), mit bis zu sieben Sitzplätzen und dann vier ISOFIX-Anschlüssen. Er ist also das pragmatischere SUV im Line-up.
Bis zu 631 km Reichweite
Zum Markstart im Frühjahr wird der 2026 Mercedes-Benz GLB mit zwei Elektroantrieben angeboten. Beide sind bereits aus dem CLA bekannt. Der GLB 250+ mit EQ Technologie kommt mit einer 272 PS starken permanenterregten Synchronmaschine (PSM), einem Zweigang-Getriebe und bis zu 631 Kilometer Reichweite nach WLTP daher. Der GLB 350 4MATIC mit EQ Technologie verspricht 354 PS, Allradantrieb und bis zu 614 Kilometer Reichweite im Normzyklus. Damit liegen die Reichweiten rund 160 Kilometer unter jenen des CLA, der ebenfalls 85 kWh netto Batteriekapazität zur Verfügung stellt. Mehr Gewicht, deshalb breitere, aber auch größere Räder und die schlechtere Aerodynamik (0,28 zu 0,21 cW-Wert beim CLA) zollen ihren Tribut. Der Physik muss sich schließlich auch Mercedes-Benz beugen.
| 2026 Mercedes-Benz GLB | 250+ mit EQ Technologie | 350 4MATIC mit EQ Technologie |
|---|---|---|
| Antrieb | Heck | Allrad |
| max. Leistung in PS | 272 | 354 |
| max. Drehmoment in Nm | 335 | 515 |
| 0–100 km/h in s | 7,4 | 5,5 |
| Top-Speed in km/h | 210 | 210 |
| Batteriekapazität (netto) in kWh | 85 | 85 |
| max. AC-Ladeleistung in kW | 11 (22 optional) | 11 (22 optional) |
| max. DC-Ladeleistung in kW | 320 | 320 |
| Ladedauer (10–80 %) in min. | ~22 | ~22 |
| WLTP-Verbrauch in kWh/100 km | 18,3–15,8 | 18,6–15,9 |
| WLTP-Reichweite in km | 542–631 | 521–614 |
Im Vergleich mit der Konkurrenz, die es – geht man vom 7-Sitzer aus – eigentlich nicht gibt, sind 631 Kilometer aus 85 netto-kWh dennoch respektabel. Zum Vergleich: Das Tesla Model Y Maximale Reichweite Hinterradantrieb ist derzeit mit 622, der smart #5 Pro+ mit 590 Kilometer nach WLTP gelistet.
Gehe ich von meinem CLA 250+ Autobahnverbrauch in Relation zum WLTP-Verbrauch aus, so dürfte sich der 130-km/h-Verbrauch des GLB 250+ bei etwa 22 kWh/100 km einpendeln und somit etwa 380 Kilometer mit einer vollen Akkuladung möglich sein. Vielleicht gehen sich gar 400 Kilometer aus. Entgegen der feinen Fahrfotos dieses Berichts, bin ich jedoch leider noch keinen Meter mit diesem Stern gefahren.
Die maximale Ladeleistung ist, wie beim CLA, mit 320 kW angegeben. Die Ladezeit von 10–80 Prozent mit 22 Minuten. Wobei mein umfangreicher Ladetest im Zuge des CLA-Tests gezeigt hat, dass auch 21 Minuten möglich sind. Wechselstrom wird mit 11, optional 22 kW geladen.
So viel Platz bietet der 2026 Mercedes-Benz GLB!
Der Kofferraum hat gegenüber dem zehn Zentimeter kürzeren Vorgänger-GLB (4,63 m) leider 25 Liter an Volumen verloren – jetzt 540 Liter zu ehemals 565 Liter. Wobei: Im Vergleich mit dem EQB, den der neue Elektro-GLB mitersetzt, sind das 45 Liter mehr. Wer die zwei zusätzlichen Sitze ankreuzt (Aufpreis noch unbekannt), verliert den Platz unterm Kofferraumboden. Dann passen in das Heck des GLB nur noch 480 Liter nach VDA. Alles egal, denn die zusätzlichen 127 Liter vorne (Frunk), machen alles wett.


In der letzten Reihe dürfen nun Personen mit bis zu 1,71 Meter Körpergröße Platz nehmen (3 cm mehr als bisher) und für einen leichteren Einstieg wurde der Türausschnitt der hinteren Türen vergrößert und die Sitzschienen der zweiten Reihe um 3,2 Zentimeter weiter nach vorne verlegt. Und weil es serienmäßig ein Glasdach gibt, ist es, entsprechend der Tageszeit, freundlich hell im Innenraum. Gegen Aufpreis gibt es ein in 7-Segmenten dimmbares Glasdach mit 158 beleuchteten Sternen. Ein echtes Stoffrollo ist nicht vorhanden. Dafür gibt’s mehr als ausreichend Kopf-, Bein- und Fußfreiheit in Reihe zwei (siehe Video) und der Boden ist beim BEV-GLB als auch Hybrid-GLB vollends eben. Die ISOFIX-Anschlüsse finden sich an den beiden äußeren Sitzen der zweiten Reihe und, falls gewählt, in der dritten Reihe. Der Beifahrersitz hat leider keine ISOFIX-Verankerungen.



Die Anhängelasten liegen bei 1.500 kg (GLB 250+) bzw. 2.000 kg (GLB 350 4MATIC), die Stützlasten bei hervorragenden 100 Kilogramm.
3 Monitore & 1 Head-up-Display
In der ersten Reihe des 2026 Mercedes-Benz GLB sieht es 1:1 aus wie im CLA. Optional gibt es drei nebeneinander angeordnete Bildschirme (10,25“ Driver-Information-Monitor, 14“ Infotainment-Monitor sowie 14“ Beifahrer-Display), genannt MBUX Superscreen, sowie ein Head-up-Display. Das Lenkrad ist bereits am Letztstand und hat deshalb eine Wippe für den Tempomat sowie eine Walze für die Lautstärke, statt der schlecht reagierenden Touchtasten bzw. -slider des kürzlich getesteten CLA Limousine. Von diesem weiß ich auch, dass die Laderoutenplanung und das Infotainmentsystem generell 1A funktionieren.
2026 Mercedes-Benz GLB für unter 60.000 €?
Jetzt stellt sich bloß die Frage, was denn der GLB kosten wird, wenn er im Frühjahr 2026 auf den Markt kommt. Wenn wir wieder den CLA heranziehen, der als 250+ Limousine bei 55.890 und als 250+ Shooting Brake bei 57.360 Euro startet, dann sollte der Basispreis des 2026 Mercedes-Benz GLB 250+ mit EQ Technologie bei unter 60.000 Euro liegen. Für den GLB 350 4MATIC mit EQ Technologie tippe ich auf 63.000 Euro. Weitere Elektrovarianten und der Hybrid-GLB folgen etwas später.
Der wohl demnächst auslaufende EQB 250+ (534 km nach WLTP) wird als Österreich-Edition derzeit dank 15 Prozent Privatkundenvorteil für sagenhafte 45.722 Euro angeboten. Und den neuen GLC 400 4MATIC mit EQ Technologie gibt’s dank 10 Prozent Privatkundenvorteil gerade ab 65.205 Euro. Die bereits oben erwähnten Tesla Model Y bzw. smart #5 kosten ab 48.570 bzw. 54.000 Euro. Wer mehr als die vier ISOFIX-Punkte braucht, muss zum VW ID. Buzz Pro (86 kWh netto) mit langem Radstand (4,96 m Länge) greifen. Der bietet jedoch lediglich 472 km Reichweite nach WLTP und fängt erst bei 65.587 Euro an.
Fazit
Das Um und Auf für einen Erfolg des 2026 Mercedes-Benz GLB wird meiner Meinung nach die Praxisreichweite sein. Zeigen erste Tests, dass der GLB 250+ 400 Kilometer auf der Autobahn schafft, wird er sicherlich von einer breiteren Masse in Erwägung gezogen. Großfamilien kommen um den GLB dank der sieben Sitzplätze und vier ISOFIX-Anschlüsse kaum umhin. Im Vergleich mit der dünn besiedelten Konkurrenz kann man fast schon von günstig sprechen. Im Allgemeinen bleiben 60.000 Euro freilich eine Stange Geld.



