Mercedes-Benz CLA Shooting Brake (2026) Fahrbericht: Der bessere CLA?
Das Auto des Jahres 2026 wird noch praktikabler: Der Mercedes-Benz CLA Shooting Brake bietet mehr Platz für Passagiere und Gepäck – bei weiterhin hervorragender Reichweite. Erster Test des vollelektrischen CLA 350 4MATIC auf Mallorca!Erster Eindruck: So gut ist der neue CLA Shooting Brake (2026) wirklich
Dem hierzulande zurückgekehrten Winter habe ich kurzerhand Tschüss gesagt. Vergangene Woche durfte ich bei sonnigen 15 °C den neuen Mercedes-Benz CLA Shooting Brake (2026) einer ersten Testfahrt auf Mallorca unterziehen. Jetzt ist die Sperrfrist gefallen – und ich darf endlich darüber berichten, wie er sich fährt. So viel sei vorweggenommen: fahrdynamisch 1A. Und zugleich ist dieser CLA auch die praktischere Variante.
Mehr Platz als je zuvor: 455 Liter Kofferraum plus Frunk
Nicht nur, dass mit 455 Litern 50 Liter mehr Kofferraumvolumen zur Verfügung stehen als in der CLA Limousine: Aufgrund der weit öffnenden Heckklappe (im Gegensatz zum klassischen Kofferraumdeckel der Limousine) ist der Laderaum auch deutlich besser zugänglich. Außerdem gibt’s hier eine zusätzliche 12-Volt-Steckdose, etwa für eine Kühlbox. Wird die serienmäßig dreigeteilte Rücksitzlehne vollständig umgelegt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.290 Liter. Vorne bleibt es bei 101 Litern Frunkvolumen.



354 PS im Test: So fährt sich der CLA 350 4MATIC wirklich
Für die erste Ausfahrt auf den perfekt asphaltierten Straßen Mallorcas habe ich mir gleich das aktuelle Topmodell geschnappt: den CLA 350 4MATIC Shooting Brake mit 354 PS und Allradantrieb. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde bereut habe.
Dass 354 Elektro-PS und 515 Nm maximales Drehmoment für ordentlichen Vortrieb sorgen, war zu erwarten. Dass sich diese Leistung aber so spielerisch und gleichzeitig kontrolliert abrufen lässt, hat mich dann doch überrascht. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt laut Werk in exakt fünf Sekunden – und selbst mit zwei Personen und Gepäck an Bord bleibt der CLA im Test nur knapp darüber.
Fahrwerk & Handling: Souveränität statt Show
Viel entscheidender als die nackten Zahlen ist jedoch das Fahrgefühl. Was beim Losfahren sofort auffällt, ist die enorme Souveränität des Fahrwerks. Der CLA rollt außergewöhnlich sauber ab. Selbst mit den montierten 19-Zoll-Rädern wirkt nichts hölzern oder nervös.
Kleine Querrillen, längere Bodenwellen oder auch gröbere Unebenheiten – der Shooting Brake steckt das alles gelassen weg. Er schaukelt sich nicht auf, wirkt nie überfordert und vermittelt jederzeit ein Gefühl von Kontrolle. Fahrwerk können die deutschen Hersteller nach wie vor – und der CLA ist ein Paradebeispiel dafür. Ein Genuss.
Das ESP arbeitet so unauffällig und fein abgestimmt, dass es praktisch nicht als Eingriff wahrgenommen wird. Statt Leistung rigoros zu kappen, verteilt das System die Kräfte intelligent. Das Resultat ist ein Fahrverhalten, das gleichzeitig sicher und erstaunlich unterhaltsam ist. Gerade auf den kurvigen Küstenstraßen Mallorcas – idealerweise früh am Morgen, bevor die Rennradfahrer die Straßen bevölkern – zaubert der CLA ein breites Grinsen ins Gesicht.
Gewicht? Kaum spürbar: So leichtfüßig fährt sich der E-Kombi
Erstaunt war ich bei der Kurvenhatz auch darüber, wie wenig man das Gewicht spürt. Knapp 2,1 Tonnen bringt der Shooting Brake leer auf die Waage, zu zweit mit Gepäck waren es bei mir wohl eher 2,25 Tonnen. Doch weder beim Bremsen noch in schnellen Kurven oder beim Beschleunigen wirkt das Auto schwerfällig. Nur die bisweilen um Gnade winselnden Reifen erinnern einen gelegentlich daran, mit welcher Masse man hier unterwegs ist.

Verbrauch im 1. Test: 12–14 kWh sind möglich
Apropos: Die aufgezogenen Michelin e.Primacy 2 tragen ihren Teil zum positiven Fahreindruck bei und unterstreichen zugleich den Effizienzanspruch des Fahrzeugs. Offiziell gibt Mercedes-Benz für den CLA 350 4MATIC Shooting Brake einen WLTP-Verbrauch von 15,6 bis 13,2 kWh/100 km an – die Praxis zeigt, dass sogar noch weniger möglich ist.
Auf den hügeligen Straßen der Balearen waren bei der zurückhaltenden Fahrweise der anderen Medienvertreter Werte zwischen 12 und 14 kWh pro 100 Kilometer möglich. Meine Fahrweise war allerdings alles andere als zurückhaltend (siehe Video oben). Dass der Verbrauch auf meiner 10-minütigen Bergetappe deshalb auf über 40 kWh/100 km anstieg, schreckte mich nicht. Schließlich hatte ich den smart #5 BRABUS im letzten Jahr auf portugiesischen Landstraßen auf fast 76 kWh/100 km getrieben.

Der hohe Verbrauch ist auch dem späten Hochschalten des 2-Gang-Getriebes an der Hinterachse geschuldet: Beim Durchbeschleunigen und im Sportmodus erfolgt der Gangwechsel erst bei etwas über 100 km/h. Das sorgt für maximale Dynamik, treibt aber naturgemäß auch den Verbrauch in die Höhe.
Reichweite & Laden: Bis zu 743 km und ultraschnelles DC-Laden
Die maximale Ladeleistung ist weiterhin mit 320 kW angegeben, die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent mit rund 22 Minuten. In der Praxis habe ich beim Test der Limousine an einer entsprechenden Schnellladesäule jedoch auch Ladeleistungen von über 350 kW sowie Ladezeiten von etwa 21 Minuten (10–80 %) gesehen. Hier geben sich die Stuttgarter bewusst konservativ, damit die 320 kW auch nach Jahren noch realistisch erreichbar bleiben, wenn die Batterie nicht mehr ihre volle Kapazität hat. Netto stehen auch im CLA Shooting Brake maximal 85 kWh zur Verfügung. Für den CLA 350 4MATIC mit 17-Zoll-Rädern ergibt sich daraus eine WLTP-Reichweite von bis zu 743 Kilometern. Mit 19-Zöllern sinkt diese auf knapp über 700 Kilometer. Der CLA 250+ Shooting Brake fährt auf dem Prüfstand bis zu 768 Kilometer weit. Als Limousine wären es bis zu 770 respektive 792 Kilometer (350 4MATIC & 250+).

Innenraum & Komfort: Leise wie eine Klasse darüber
Was ebenfalls beeindruckt, ist die Geräuschkulisse. Der CLA ist innen außergewöhnlich leise – selbst ohne doppelt verglaste Seitenscheiben, wie sie etwa beim Mercedes-Benz GLB optional erhältlich sind. Abroll-, Wind- und Antriebsgeräusche bleiben angenehm im Hintergrund. Das sorgt für eine fast schon luxuriöse Atmosphäre, die man in dieser Fahrzeugklasse nicht zwingend erwarten würde. Hinzu kommt die hochmoderne digitale Ausstattung mit dem Mercedes-Benz Operating System (MB.OS), inklusive künstlicher Intelligenz und optionalem Beifahrerdisplay. Über Ruckler bei der Bedienung kann sich hier niemand beschweren.

CLA Shooting Brake (2026)-Preise in Österreich: Ab 46.197 Euro
Preislich startet der Mercedes-Benz CLA Shooting Brake in Österreich bei 51.330 Euro für den CLA 200 mit EQ Technologie (224 PS, 58 kWh, 525 km Reichweite). Nach wie vor gibt es zehn Prozent Privatkundenvorteil, wodurch der Einstiegspreis auf 46.197 Euro sinkt. Das von mir gefahrene Topmodell CLA 350 4MATIC mit EQ Technologie beginnt bei 61.360 Euro (55.224 Euro mit Vorteil). Auf den ersten Blick wirkt das nach viel Geld für ein Fahrzeug, das viele noch in der Kompaktklasse verorten. Doch ein Blick auf die Dimensionen relativiert das schnell: Mit einer Länge von 4,72 Metern bewegt sich der CLA auf Augenhöhe mit einem BMW 3er Touring oder einem Tesla Model 3.
Entscheidend ist jedoch der Vergleich innerhalb der Baureihe: Für einen überschaubaren Aufpreis von rund 1.380 Euro gegenüber der Limousine bietet der Shooting Brake deutlich mehr Nutzwert – ohne fahrdynamische Nachteile. Und für alle, die noch nicht auf ein Elektroauto umsteigen können oder wollen, gibt es den CLA Shooting Brake auch mit Hybrid-Antriebsstrang.
Fazit: Ist der CLA Shooting Brake (2026) der bessere CLA?
Ja, denn der 2026 Mercedes-Benz CLA Shooting Brake ist als Elektroauto ein Auto, das viele Dinge gleichzeitig richtig gut kann. Er ist effizient, komfortabel und erstaunlich dynamisch. Vor allem aber ist er alltagstauglich, ohne dabei an Charakter zu verlieren. Gerade in einer Zeit, in der Elektromobilität oft entweder nüchtern oder übertrieben sportlich inszeniert wird, trifft der CLA Shooting Brake einen bemerkenswert gelungenen Mittelweg. Kein Wunder also, dass die CLA-Baureihe bereits Auszeichnungen (z. B. Car of the Year 2026) einfahren konnte. Oder anders gesagt: Wenn man sich für einen CLA entscheidet, sollte man sich diesen hier ganz genau ansehen.
