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BMW X6 & 8er Gran Coupé: Test am Gletscher!

Mit 8er Gran Coupé und X6 präsentiert BMW in Sölden zwei Fahrzeuge der Superlative und gibt xDrive und Allradlenkung eine standesgemäße Bühne.

Luxusoffensive am Rettenbachgletscher!

Es passiert nicht alle Tage, dass BMW gleich zwei Luxusschlitten auf einmal präsentiert. Aber ich hatte das Glück im Rahmen des BMW Winter Technic Drive 2019 in Sölden dabei zu sein.

BMW 8er Gran Coupé

Zuerst gezeigt wurde das 8er Gran Coupé. Der Viertürer ist stolze 23 Zentimeter länger als die zweitürigen Varianten und hat 20 Zentimeter mehr Radstand. Und dieser Platz kommt vor allem den Passagieren im Fond zugute. Dort können zwei Personen angenehm und eine dritte etwas beengt, Platz nehmen. Und damit auch genug Platz zum Dachhimmel ist, haben die Münchner die A-Säulen etwas steiler ansteigen lassen, den Abfall der Dachlinie etwas flacher gezeichnet und so für 6 Zentimeter mehr Kopffreiheit gesorgt. Besonders in Kombination mit dem großen Panorama-Glasdach wird im Innenraum so für eine luftige Atmosphäre gesorgt.

An Bord waren natürlich auch so ziemlich alle Extras, die man auf der Aufpreisliste ankreuzen kann. Head-up-Display, Gesten- und Sprachsteuerung kannte ich bereits aus anderen Modellen, wie dem neuen 1er oder 3er BMW. Aber zum serienmäßigen adaptiven M-Fahrwerk gab es hier noch eine elektromechanische Wankstabilisierung und eine Hinterradlenkung. Letztere lenkt bei niedrigen Geschwindigkeiten gegengleich und bei hohen Geschwindigkeiten gleich zu den Vorderrädern und das maximal bis 2,5°. Das verleiht dem 8er Gran Coupé überraschend viel Agilität – trotz der zwei Tonnen Kampfgewicht, die der 530 PS starke M850i xDrive auf die Waage bringt. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht unkomfortabel. Schaltet man allerdings in den Sportmodus spannen sich die Muskeln des Fahrzeugs spürbar an, die Gasannahme wird gesteigert und die Lenkung deutlich härter. Beim Beschleunigen verbeißen sich 750 Nm im Asphalt. Da verwundert es wenig, dass der M850i einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden schafft.

Aber auch der Preis hat etwas Brachiales. 143.250 Euro kostet das BMW M850i xDrive Gran Coupé ohne Sonderausstattung.

Der neue BMW X6

Gehen wir weiter zum X6. Das breitschultrige SAC (Sports Activity Coupé) war immer schon der Liebling von Leuten, die unter den SUV-Fahrern nochmal herausstechen möchten und bereit sind, dafür auf Nützlichkeit, genauer gesagt: Kofferraumvolumen (580–1.530 Liter), zu verzichten. Da verwundert es nicht, dass der neue X6 länger, breiter und niedriger als sein Vorgänger ist. Und dass man ihm, um ihn zum echten Hingucker zu machen, „Iconic Glow“ verpasst hat – die große, erstmals beleuchtete, BMW Niere.


Serienmäßig kommt der X6 auf 19-Zöllern angerollt, die man optional auf bis auf 22 Zoll vergrößern kann. Und auch im Innenraum weiß er sich zu präsentieren: edle Materialien, Sitze mit Massagefunktion und beheiz- bzw kühlbare Cupholder. Der X6 spielt alle Stücke. Neu dazukommen ist der Rückfahrassistent. Er merkt sich die letzten gefahrenen 50 Meter und übernimmt beim Zurücksetzen des Kurses die Lenkaufgaben automatisch. Der Fahrer muss nur bremsen und Gas geben.

Apropos Gas geben. Zur Markteinführung im Dezember wird der X6 mit vier Motorisierungen angeboten.

Zum Testen standen die beiden Topmodelle M50i und M50d zur Auswahl. Mit 750 bzw. 760 Nm Drehmoment beschleunigt der BMW X6 seine 2,3 Tonnen Gewicht in 4,3 bzw. 5,2 Sekunden auf 100 km/h. Auch hier ändert der Sportmodus den Fahreindruck spürbar. Trotz eines eher hohen Schwerpunkts gibt sich der trainierte Bayer ganz dynamisch. Wie schon beim 8er liegt das auch beim X6 an der Wankstabilisierung, der Differenzialsperre und der Allradlenkung. Um den Unterschied zur konventionellen Lenkung zu erfahren, muss man übrigens im iDrive unter Car -> Einstellungen -> allgemeine Einstellungen -> Schneeketten in den Schneeketten-Modus schalten. Dann laufen die Hinterräder bis 50 km/h ganz geradeaus. Wenn man schneller fährt, und damit das gesetzliche Limit mit Schneeketten überschreitet, schaltet sich die Allradlenkung wieder zu. Das funktioniert so auch beim 8er.

Wider meiner Erwartungen gibt es scheinbar Personen, die mit dem X6 wirklich auch mal Offroad fahren wollen. Für die gibt es nun das xOffroad Paket, das dem X6 einen rustikalen Look verleiht. Und damit auch Wasserströme dann kein Hindernis mehr sind, weist der BMW X6 eine Wattiefe von 50 cm auf.

Ich freue mich jedenfalls schon darauf, die beiden Fahrzeuge mal einem längeren Test zu unterziehen.