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Der Peugeot 508 SW GT-Line im Test!

Deutschland baut die guten, Italien die rassigen und Frankreich die schönen Autos. Das war vor 60 Jahren schon so und es stimmt auch heute noch. Wobei beim neuen 508 SW, also der Kombiversion der Mittelklasselimousine, durchaus auch deutsche und teilweise sogar italienische Einflüsse festzustellen sind.

Form oder Funktion: Das „Sein oder Nicht-Sein“ unter den Kombis

Der Peugeot 508 ist wirklich ein unglaublich schönes Auto geworden. Vor über einem Jahr konnte uns schon die Limousine überzeugen. Nun ist der, für mich persönlich, noch schönere Kombi dran, der 508 SW. Die Front ist mit der der Limousine ident. Auch hier prangen die großen LED-Reißzähne und der sportlich schmale Grill. Die Seitenlinie fällt weniger dramatisch als beim Fließheck aus, wirkt dennoch elegant und sportlich. Das Heck ziert ebenfalls eine durchgehende schwarze Spange, an deren Enden LED-Löwenpranken leuchten. Zusätzlich darf der 508 SW einen Peugeot-Schriftzug unterhalb der Heckscheibe tragen.
All diese Worte werden der bildhübschen Erscheinung des Peugeot 508 SW in der von uns gefahrenen GT-Line bei Weitem nicht gerecht. Lassen wir also lieber Bilder sprechen.

2019 Peugeot 508 SW GT Line Diesel 163 160 automatic automatik Test review fahrbericht

Auch auf die inneren Werte kommt es an

Doch was nützt die schönste Blechhülle, wenn der Innenraum nicht dazu passt? Seit Jahren baut Peugeot deshalb das ziemlich feine i-Cockpit in seine Autos ein. Das besondere Highlight daran ist das kleine und handliche Lenkrad und der digitale Tacho, der darüber liegt. Statt also wie ansonsten durchs Lenkrad ein Auge auf Geschwindigkeit und Drehzahl werfen zu können, tut man dies bei Peugeot eben mit Blick über das Lenkrad. Das eben erwähnte volldigitale Kombiinstrument sieht nicht nur fesch aus, sondern zeigt alle wichtigen Infos hochauflösend an – natürlich individuell anpassbar. Was leider fehlte, war die Nachtsicht-Funktion, die wir schon von der Limousine kennen und im Kombi
Die (Neu-)Anordnung von Volant und Tacho ist auf den ersten Kilometern ein wenig gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit freundet man sich jedoch damit an. Zumal das kleine Lenkrad richtig griffig ist und einen als Fahrer mehr zur Straße zieht. Wie ich das meine, erkläre ich etwas später.

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Ist das restliche Interieur fad? Das zu sagen, wäre mehr als unfair. Denn nur weil das i-Cockpit so modern und fesch ist, heißt das noch lange nicht, beim Rest wäre es anders. Die Verarbeitung und die Materialien sind mehr als solide und wertig, und können es, soweit lehne ich mich aus dem Fenster raus, mit Premiumerzeugnissen aus Deutschland aufnehmen. Nichts knarzt, alles passt und bequem ist es auch. Nur die Platzverhältnisse könnten ein klein wenig spendabler sein. Zwar haben vier Erwachsene Platz, aber ein wenig mehr Freiheiten bei Kopf und Bein wären fein. Gleiches gilt für den Kofferraum, der zwischen 530 und 1.780 Liter fasst. Zum Vergleich: VW Passat 650–1.780, Opel Insignia 560–1.665, Renault Talisman 572–1.681 und Škoda Superb 660–1.950.

So fährt sich der Peugeot 508 SW GT-Line

Unter der elegant geschwungenen Motorhaube werkelt ein 2,0 Liter Reihen-Vierzylinder Turbodiesel. Den gibt es mit 177 PS oder, wie in unserem Testwagen, mit 163 Pferdchen. Die galoppieren in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 und kommen bei 226 km/h aus der Puste. Die Limousine schafft den Sprint in 8,4 und hat eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Die Fahrdaten sind übrigens (fast) ident mit denen des 177 PS Motors. Im täglichen Betrieb sind diese Werte meistens egal. Da geht’s viel mehr um den Fahrkomfort. Und hier macht der große Löwe seinen Job richtig gut. Die Federung steckt einiges weg, könnte aber gerne noch ein wenig weicher sein. Am besten wären adaptive Dämpfer, die sich je nach Fahrmodus anpassen und einstellen. Denn im Sportmodus hätte ich mir etwas mehr Härte gewünscht. Das heißt in jedem Fall aber, dass der Peugeot 508 SW den Spagat zwischen Gleiten und Glühen schafft. Die 8-Gang-Automatik verrichtet ihren Dienst hervorragend. Gut so, denn bis auf den kleinsten Diesel mit 131 PS, kommt der 508 ausnahmslos mit diesem Getriebe auf die Straße. Ebenfalls keine Ausnahme gibt es beim Vorderradantrieb.
Der Verbrauch liegt leider nicht ganz bei den 4,5 Litern, die die Franzosen angeben. Aber knapp sechs Liter sind ebenfalls kein schlechter Wert.

Das kostet der Peugeot 508 SW

Der Preis für die Limousine des Peugeot 508 beginnt bei 34.562 Euro, für den Kombi 508 SW bei 36.100. In der GT-Line liegt man dann recht schnell bei 44.400 Euronen und mit Extras wie der Perlmutt Weißen Sonderlackierung (876 Euro) und dem Panoramaschiebedach (1.260 €) kostet unser Testwagen etwas über 50.000 Euro.
Wenn man bedenkt, dass man für einen kleineren 3er Touring, A4 Avant oder ein C-Klasse T-Modell schnell mal mehr bezahlt, nicht schlecht.

Fazit

Der Peugeot 508 SW ist ein tolles Auto und kann mit Design (très chic) und Fahrkomfort (formidable) Punkten. Der Innenraum ist modern und sucht (noch immer) seinesgleichen. Ein bisschen mehr Platz könnte es in der zweiten Reihe und Im Kofferraum geben. Preis-Leistung stimmen aber auf jeden Fall!