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Mercedes-Benz C 180 d T-Modell im Test!

Kleinerer Motor, aber mehr Durchzug. Viel Platz, aber geringer Verbrauch. Unsere Mercedes C-Klasse überzeugt im Test mit ausreichend Platz und souveränen Fahreigenschaften, zeigt aber auch, dass Mercedes einen die fehlenden Kreuze in der Aufpreisliste deutlich spüren lässt.

Mercedes-Benz C-Klasse: Sternzeit 180 d

Schon lange nimmt es Mercedes-Benz mit der Korrelation zwischen Modellbezeichnung und verbautem Motor nicht so genau. Schon bislang arbeitete im C 180 d ein 2,2 Liter Diesel, jetzt einer mit 1,6 Litern Hubraum. Die 180 sind wohl nur ein Richtwert. Doch der kleine Motor hat es in sich. Denn auch wenn man immer wieder hört, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen ist (abgesehen von mehr Hubraum), macht der kleine Selbstzünder seine Sache verdammt gut. Und zwar mit solch einer Souveränität, dass mancher Mitfahrer die Leistung des Motors auf 150 PS oder mehr geschätzt hätte.
Dabei hat der Einstiegsdiesel der C-Klasse gerade einmal 122 PS, jedoch ein maximales Drehmoment von 300 Nm, das bereits ab 1.400 Umdrehungen an der Hinterachse anliegt. Kombiniert mit der schnell, aber sanft schaltenden 9-Gang-Automatik der Stuttgarter, ergibt das eine wunderbare Fahrmaschine.
Schon klar, dass das kein dicker Sechszylinder ist, der bei den Fahrleistungen mit Spitzenwerten auftrumpft. Der 180 d ist die gemütliche Variante der C-Klasse und begnügt sich dafür auch mit knapp sechs Litern Diesel im Schnitt. Auf einer 100 Kilometer langen, zügig gefahrenen Etappe auf der Landstraße waren es sogar nur 4,9 Liter.
Die Fahrdaten müssen sich trotzdem nicht verstecken. In 9,6 Sekunden geht es auf 100 km/h, Schluss ist bei 201 km/h.

Maximal 1.480 Liter Kofferraumvolumen

Ein Kernthema beim Kombi ist natürlich das Ladevolumen. In die C-Klasse passen 490–1.510 Liter hinein. Das ist ziemlich genau so viel wie beim Audi A4 Allroad, allerdings gibt es ein praktisches Trennnetz dazu.
Die Rücksitze können von hinten umgelegt werden, damit man beim Einladen nicht zur Türe laufen muss.

2018 Mercedes C 180 d T-Modell

High-End Unterhaltungselektronik mit Schwächen

Auch die C-Klasse hat mittlerweile ein volldigitales Cockpit zusätzlich zum großen Mitteldisplay. Über die Touch-Tasten am Lenkrad lassen sich beide Steuern – zumindest wenn man viel Fingerspitzengefühl mitbringt, denn oft überspringt man bei der Bedienung einzelne Menüpunkte. Auch das Rädchen in der Mittelkonsole ist nicht mehr ganz zeitgemäß, andere Mercedes-Modelle haben hier schon das Touchpad mit haptischem Feedback, das sich auf den ersten Blick ein wenig besser angefühlt hat.

Das größte Manko hier ist aber die Unmöglichkeit ein Lied oder einen Radiosender einfach per Knopfdruck zu wechseln. Dafür muss man extra ins Media-Menü schalten. Für eine der, meiner Meinung nach, meistgenutzten Funktionen ist das ein trauriges Schicksal.
Doch genug genörgelt. Die Bildschirmauflösung ist gut, der Klang der Soundanlage präzise, wenn auch eher leise.

Ausstattung und Preis des C 180 d

Wir sind bei Mercedes-Benz hohe Preise gewöhnt, daher hauen uns die 56.512 Euro, die ganz unten auf der fünf Seiten langen Preisinformation stehen, nicht um. Allerdings ist bei diesem Preis ein Großteil der optional erhältlichen Feinheiten nicht dabei. Das sieht man auch im Innenraum: Hier gibt es „nur“ Teilledersitze und statt der aufpreispflichtigen Knöpfe sind nur Plastikblenden verbaut. Zum Beispiel dort, wo sonst die Sitzbelüftung wäre. Das vermittelt das Gefühl zu wenig ausgegeben zu haben. Und das bei einem Preis, für den man abseits von deutschen Premiumfahrzeugen, ein Auto mit Vollausstattung bekommt.

2018 Mercedes C 180 d T-Modell

Fazit

Der Mercedes-Benz C 180 d ist ein wunderbarer Kilometerfresser. Er ist sparsam im Verbrauch und komfortabel beim Fahren. Manche finden ihn wohl etwas bieder, andere nennen das Eleganz. Die verwendeten Materialien und die Anmutung im Innenraum sind jedenfalls auf hohem Niveau. Auch wenn mir der Preis im Verhältnis zur Ausstattung ein wenig hoch erscheint, wird die C-Klasse bestimmt viele Abnehmer finden. Ich wünsche ihnen, dass sie nicht oft Lieder überspringen wollen.