autofilou.at Zum Inhalt

Der elegante DS N°7 E-Tense im ersten Test!

Rund um Nizza durfte ich erste 130 Kilometer mit dem vollelektrischen DS Automobiles N°7 E-Tense – mit 104 kWh großer Batterie und Frontantrieb – zurücklegen. Das 4,66 Meter lange SUV kommt im Herbst 2026 auf den Markt – auch als Mild-Hybrid.

DS N°7 E-Tense: N wie Noblesse!

Weniger ist mehr: Der DS 7 Crossback war 2018 das erste eigenständige Auto der 2014 von Citroën abgespalteten Marke DS Automobiles. 2022 dann das Facelift, das nur noch unter dem Namen DS 7 firmierte und nun, im Herbst 2026, folgt die zweite Generation als simple N°7, die gemeinsam mit der Crossover-Limousine N°8 im süditalienischen Melfi produziert wird. Und die Franzosen geben viel auf ihr SUV, das nun zwischen der Ober- und Mittelklasse angesiedelt ist. Nicht nur, weil der DS 7 zuletzt die Hälfte aller DS Automobiles-Verkäufe in Europa ausmachte, sondern vor allem, weil knapp 90 Prozent aller Komponenten des N°7 von unserem Kontinent stammen. Die Batterie und die E-Maschine(n) werden gar direkt in Frankreich produziert. Das optional verfügbare Nappaleder kommt aus Bayern.

Premium: Echtleder & -holz, Head-up-Display, belüftete Sitze, …

Apropos: Leder bzw. Sitze. Die bieten eine gute Mischung aus komfortabel weich und sportlich straff, sind zigfach verstellbar, sind belüftet und lassen auch großen Fahrern viel Kopffreiheit. Wenngleich diese berichten, dass sie die Abwärme des Glasdaches am lichten Haupt spüren. Bei mir ist hier offenbar genügend Abstand. Mich hingegen stört eher, dass es keine Gurthöhenverstellung gibt. So verläuft der Gurt bei mir gerade noch so über das Schlüsselbein. Und ein ISOFIX-Anschluss am Beifahrersitz wäre auch nützlich, fehlt aber. Was mir noch aufgefallen ist: Der digitale Innenspiegel, der eine unfassbar gute Auflösung hat, spiegelt und blendet dadurch immer mal wieder. Das passiert allerdings nur, wenn die Sonne gerade so im richtigen Winkel durch das nicht verdunkelbare Panoramaglasdach scheint. Für das aufgestellte linke Bein könnte je nach Sitzposition zwischen Lenkrad und Türtafel gerne etwas mehr Platz sein. Das liegt aber wohl eher an meiner Geometrie, denn die anderen anwesenden Medienvertreter hatten damit keine Probleme.

Erstaunlich viel Platz im DS N°7!

Und obwohl es die einen in der ersten Reihe eher am kahlen Haupt, mich hingegen beim linken Bein oder am Schlüsselbein zwickt, so sind die Platzverhältnisse in Wahrheit wirklich überragend. Auf der Rücksitzbank zwickts nirgends und beim Öffnen der Heckklappe blieb mir erst einmal die Spucke weg. Ich hatte aufgrund des Karosserieüberhangs mit 20 bis 30 Zentimeter weniger Tiefe gerechnet. Gefühlt passt hier eine Europalette in den Kofferraum. Der ist ob der Außenabmessungen richtig groß. 560 Liter sind’s ausgewürfelt nach VDA. Zum Vergleich: Beim 4,73 Meter langen Mercedes-Benz GLB sind’s 540 Liter, beim 4,78 Meter langen BMW iX3 520 Liter. Beim DS N°7 AWD Long Range entfällt der Stauraum unterm Ladeboden aufgrund der zweiten E-Maschine. Es bleiben dennoch großzügige 515 Liter Volumen übrig. Erfreulich: Die Rücksitzbank ist dreigeteilt umlegbar – sehr familienfreundlich.

DS N°7 E-Tense: Erstaunlich sparsam!

Der N°7 ist rein optisch sicherlich die momentan eleganteste Möglichkeit die STLA-Medium-Plattform zu bewegen. Die ausgereifte Plattform überzeugt auf meiner ersten Probefahrt einmal mehr mit geringen Verbräuchen von 15,7–17,5 kWh/100 km. Und ich habe das 4,66 Meter lange SUV im Umland Nizzas durchaus auch mal laufen lassen. Wer’s ruhig angeht, kann die 15,7 kWh/100 km bei sommerlichen Temperaturen sicherlich auch noch unterbieten. Anmerken möchte ich aber auch, dass in meinem Testwagen der Reifendruck erhöht war – 3,0 statt 2,6 bar. Diesen konnte ich erst gegen Ende meiner Fahrt korrigieren, was sogleich zu deutlich natürlicheren Rückstellkräften des Lenkrads und geschmeidigerem Abrollen führte. Mit korrekten 2,6 bar fährt sich der Franzose grandios. Lässt sich mit den aufgezogenen Michelin e-Primacy in 20 Zoll (705 km WLTP-Reichweite) und der standhaften Bremsanlage auch mal flotter um Kurven werfen, ohne ein unsicheres Gefühl zu vermitteln. Die dreistufige Rekuperation lässt sich via Schaltwippen am Lenkrad einstellen, das One-Pedal-Driving per Knopfdruck aktivieren. Zudem ist es im N°7 jederzeit erfreulich leise, außer man meint das 690 Watt starke, 14 Lautsprecher umfassende Electra 3D-Soundsystem von FOCAL® anwerfen zu müssen.

So weit kommt der vollelektrische DS N°7!

Das geringe Leergewicht ist ob der riesigen, 104 kWh fassenden Batterie (97,2 kWh netto), bewundernswert. Damit ausgestattet, schafft der 245 PS starke Fronttriebler WLTP-Reichweiten von bis zu 740 Kilometer, das ebenfalls verfügbare, 350 PS starke Allradmodell 679 Kilometer. Aus dem Verbrauch meiner ersten Testfahrt mit dem DS N°7 FWD Long Range ergeben sich rein rechnerisch hohe Alltagsreichweiten von 620–555 Kilometer. Selbst wenn dieser auf der Autobahn 24 kWh/100 Kilometer verbrauchen sollte, wären immer noch 400 Autobahn-Kilometer mit einer Akkuladung möglich. Der cW-Wert liegt jedenfalls bei guten 0,26, die Stirnfläche bei 2,69 m². Ein dedizierter Reichweitentest im Herbst wird Aufschluss geben.

Erfreulicherweise gibt es auch eine kleinere Batterie mit 80 brutto- bzw. 73,7 netto-kWh Kapazität und einer 230 PS starken E-Maschine an der Vorderachse. Die WLTP-Reichweite liegt hier bei 543 Kilometern.

Wenig motorbezogene Steuer!

Das leichte Gewicht macht sich nicht nur bei der Kurvenhatz und den Verbrauchswerten positiv bemerkbar, sondern auch bei der motorbezogenen Versicherungssteuer. Weil beim Fronttriebler mit großer Batterie lediglich 2.138 Kilogramm als Leergewicht und 105 kW als 30-minütige Leistung im Zulassungsschein vermerkt sind, bleibt der N°7 mit 573 Euro auch bei der jährlichen Steuer günstig.

Mild-Hybrid-Antriebsstrang im DS N°7

Für wen der Umstieg in den vollelektrischen N°7 einfach noch nicht passt, für den gibt’s einen Mild-Hybrid-Antriebsstrang mit 145 PS und einer Beschleunigung von 10,4 s/0–100 km/h. Dem gegenüber war ich negativ eingestellt. Wie gut kann ein Verbrenner sein, wenn man am Vortag die leise, beschleunigungsstarke Elektrovariante gefahren ist? Doch der Mild-Hybride hat mich eines Besseren belehrt. Die Beschleunigung fühlt sich drastisch weniger langatmig an, als auf dem Papier festgehalten und die Geräuschkulisse geht ebenso in Ordnung wie der Verbrauch (5,3–5,6 l/100 km nach WLTP).

D-Segment-Premium zu C-Segment-Preisen!

Und der Mild-Hybrid-N°7 bildet auch den Einstieg in das noble SUV. Los geht’s bei 42.400 Euro. Der rein elektrische N°7 E-Tense startet bei 51.500 Euro. Die größere Batterie gibt’s ab 56.000 Euro und den Allradler ab 60.000 Euro. In Vollausstattung knackt der DS N°7 E-Tense AWD Long Range gerade so die 70.000 Euro. Viel Geld, keine Frage, doch im Vergleich zur Konkurrenz erfreulich attraktiv positioniert:

Fazit

Der DS Automobiles N°7 ist eine optisch gelungene Alternative zur deutschen Premium-Konkurrenz. Das nahezu vollständig europäische Produkt erfreut mit nobler Ausstattung bei attraktiver Preisgestaltung. Die technische Basis ist auf aktuellem Stand, weshalb die Reichweiten und Verbräuche stimmen. Das Handling wunderbar direkt und der Komfort bleibt ebenfalls nicht auf der Strecke. Kurzum: Ein äußerst rundes Gesamtpaket. Ich freue mich bereits auf einen ausgiebigen Test im Herbst.

Maximal 5 Autos für den Vergleich möglich!
0 Fahrzeug(e) im Vergleich