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Endlich bist du Mein: der DS 7 Crossback im Test

Wie lange musste ich auf dieses Auto warten? Schon als ich die Bilder zum ersten Mal sah, damals im Februar 2017, war ich vom DS 7 Crossback begeistert. Jetzt, fast zwei Jahre später, darf ich mich endlich hinter das Steuer schwingen. Die Freude ist groß, die Objektivität gering. Doch hab ich mich zu früh gefreut?

Das Goldstück: DS 7 Crossback

DS Automobiles ist die jüngste aller PSA-Marken und der DS 7 deren Flaggschiff. Meine Erwartungen sind also hoch. Vor allem, weil ich schon vom Vorgänge, dem DS 5, sehr begeistert bin. DS’ waren schon immer anders als andere Fahrzeuge – und selten obendrein. Bereits bei DER ersten DS, der Göttin, haben die Menschen 1955 auf dem Pariser Automobilsalon gestaunt.

Citroën DS 19 Berline '1955

Beim DS 7 Crossback ist das jetzt nicht anders. Das wohlproportionierte SUV fällt auf. Dazu bräuchte es die imposante Lackierung in Byzantin-Gold (Aufpreis 832 Euro) gar nicht. Mitmenschen, denen die Marke nicht bekannt ist, schätzen den DS im hochpreisigen Segment ein.

Wie bei allen DS-Modellen steht auch beim 7er das Design im Vordergrund. Stimmige Proportionen treffen auf markante Details und einzigartige Spielereien. Da wären zum Beispiel die insgesamt sechs LED-Kristalle, drei je Scheinwerfer, die sich beim Auf- und Zusperren des Autos drehen und dabei lila funkeln. Oder die 3D-LED-Rückleuchten. Was es mit denen auf sich hat und welche anderen Features der DS 7 besitzt, könnt ihr in unserem DS 7 Spezial-Bericht lesen.

Die französischen Ingenieure können aber nicht nur schönen Autos, sondern auch potente Dieselmotoren bauen. Zum Beispiel den BlueHDI 180, der in unserem Test-DS 7 steckt und den ich schon in anderen PSA-Fahrzeugen ausprobieren konnte. Für mich kombiniert dieser 180 PS starke Selbstzünder Freude am Fahren und Effizienz.
In Daten ausgedrückt: 400 Newtonmeter maximales Drehmoment verhelfen dem 1.700 Kilogramm schweren SUV in 9,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Bei Tempo 218 ist Schluss. Die verbaute Achtgang-Automatik erledigt ihre Arbeit sowohl bei normaler als auch sportlicher Fahrweise hervorragend. Bei vorausschauender Fahrt ist ein Verbrauch von 5,5 Litern realisierbar. Bravo PSA: Ein mehr als akzeptabler Wert! Ein Mitgrund für den niedrigen Verbrauch und doch auch ein Kritikpunkt: Trotz der SUV-Optik gibt es den DS 7 nur mit Front- und nicht mit Allradantrieb.

Probefahrt auf Wolke DS 7

Was mich beim DS 7 am meisten beeindruckt, ist das angenehme Fahrgefühl. Das Auto verhält sich immer ruhig, steckt Straßenunebenheiten souverän weg und lädt zum Cruisen ein. Zwar schwebt der große DS nicht so auf Wolken wie einst die hydropneumatische Urgöttin, doch komfortabel und bequem ist das SUV allemal.

Und luxuriös! Denn im Innenraum durften sich die Designer offensichtlich austoben. Überall sind Rauten zu erkennen: Auf den Knöpfen für die Fensterheber (die im DS 7 übrigens in der Mittelkonsole sind), im Ambientlight, an den Türen, in der Bedienoberfläche des Infotainmentsystems und sogar im digitalen Tacho. Letzteres kann aber, wie auch im Peugeot 508, durch 5 verschiedene Einstellungen angepasst werden. Highlight ist dabei die DS Night Vision. Mithilfe einer Infrarotkamera wird die Straße in einer Entfernung von bis zu 100 Metern abgescannt und dem Fahrer im 12 Zoll großen Display angezeigt. Das funktioniert einwandfrei und trägt zur Sicherheit bei. Ihr könnt ja den Fuchs fragen, den ich deswegen nicht überfahren habe [;-)].

Das Infotainmentsystem ist einfach zu bedienen und man findet sich schnell zurecht. Doch zwei Minuspunkte gibt es: der Erste ist die Bedienung für die Sitzheizung. Anders als sonst regelt man die hier nicht am Sitz, sondern am Touchscreen in der Mittelkonsole. Dabei wird der Bildschirm völlig in Anspruch genommen. Unpraktisch, wenn der Fahrer auf das Navi schauen möchte und der Beifahrer ihre Sitzheizung umstellt. Mit der Naviansicht im Tacho kann man das umgehen. Nicht so einfach zu beheben ist die Reaktionsgeschwindigkeit des Infotainment-Systems. Das braucht einfach zu lange um zwischen den Anzeigen zu wechseln.

Ansonsten kann sich der Innenraum sehen lassen. Die Verarbeitung und die Qualität ist top! Das Leder fühlt sich weich an und nirgends findet man billigen und störenden Kunststoff. Da kann es DS Automobiles locker mit deutschen Premiumherstellern aufnehmen.
Auch das Platzangebot geht in Ordnung. Ist der Fahrersitz auf meine Position eingestellt, könnte ich mit meinen 1,95 Metern Größe immer noch relativ gut hinten sitzen. Längere Fahrten bestreite ich aber dennoch lieber auf dem schönsten Platz im Auto: dem Fahrersitz.

Der Preis des DS 7

Der Schönling aus Frankreich beginnt bei 33.190 Euro für den handgeschalteten 130-Benziner. Mein DS 7, in der zweitbesten von vier Ausstattungslinien, Be Chic, beginnt bei 43.090 Euro für den 180 PS Diesel. Samt Sonderausstattungen wie Panoramadach (1.523,20 Euro), 20 Zoll Alufelgen (1.145,60 Euro) und DS NIGHT VISION (1.920,- Euro), bringt es mein Testwagen schlussendlich auf knapp 60.000 Euro. Von der Größe kann man den DS 7 zwischen Q3 und Q5 ansiedeln. Ersterer beginnt bei 35.650 Euro und kostet in einer vergleichbaren Ausstattung zu unserem Test DS 7 rund 62.000 Euro (190 PS Diesel und 7-Gang S tronic). Der Audi Q5 beginnt bei erst bei 50.000.

Fazit

Hab ich mich nun zu früh gefreut? Nein. Der DS 7 Crossback hat mich überzeugt. Ein stylisches und cooles Auto, mit starkem und effizientem Antrieb und vielen technischen Gimmicks. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist fair, genau wie der Verbrauch. Bleibt nur zu hoffen, dass wir davon bald mehr auf unseren Straßen sehen.