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JAECOO Jaecoo 5 BEV: China-Stromer im ersten Test!

Im November 2026 kommt das erste reine Elektromodell von JAECOO auf den österreichischen Markt. Schon jetzt durfte ich eine erste Runde mit dem Jaecoo 5 BEV drehen. Das Kompakt-SUV überrascht nicht nur beim Preis – obwohl der noch gar nicht feststeht.

JAECOO Jaecoo 5 BEV: Überraschend Premium!

Unter 35.000 Euro Brutto-Listenpreis möchte man schaffen, so Bernhard Bauer, Pressesprecher der beiden Chery Automobile Marken JAECOO und OMODA. Und zwar nicht für das Einstiegsmodell Jaecoo 5 BEV Comfort, sondern die volle Hütte, genannt Premium. Die genauen Preise stehen Anfang Juli noch nicht fest. Fest steht hingegen, dass, China-typisch, unfassbar viel geboten wird.

Alles drin im Jaecoo 5 BEV Premium!

Denn mein gefahrenes Premium-Modell verfügt unter anderem über Annehmlichkeiten wie belüftete, elektrisch verstellbare Sitze vorne, ein beheiztes Lenkrad, 50 Watt induktives Smartphone-Laden, ein Panoramaglasdach mit mechanischem Rollo sowie doppelt verglaste Seitenscheiben. Vieles davon gibt es selbst in mehr als 90.000 Euro SUVs aus Deutschland weder für Geld noch gute Worte. Der 4,38 Meter lange Jaecoo 5 BEV Premium verfügt eigentlich über alles, was man sich für den Alltag wünschen kann.

Aber auch einiges was gern in Fernost bleiben könnte. Das nervige Piepen nämlich. Andauernd bimmelt irgendetwas. Das fängt schon vorm Wegfahren an. Grundsätzlich kein großes Thema, weil alles über das vertikal stehende 13,2 Zoll Infotainment-Display abschaltbar ist. Allerdings nervig, weil das halt nach jedem Neustart erneut abgewählt werden muss. Zum Teil sind daran EU-Vorgaben schuld, zum Teil das fehlende Vertrauen der Chinesen in die europäischen Autofahrer. Wenn sich JAECOO und OMODA schon einen europäischen RnD-Sitz in Frankfurt leisten, dann sollte sowas meiner Meinung nach schon ausgemerzt sein oder werden.

So fährt sich der Jaecoo 5 BEV!

Den Premium-Anspruch sieht man dem Jaecoo 5 BEV schon vorm Einsteigen an. Am hinter dem Dachspoiler versteckten Scheibenwischer zum Beispiel oder auch den Rädern. Der Jaecoo 5 steht auf Continental EcoContact 7 und nicht auf chinesischen „Billigreifen“ wie ein deutsches SUV-Pendant. Die Contis erfüllen die beste Kraftstoffeffizienzklasse und sind auch bei der Nasshaftung vorne dabei. Die Verzögerung auf der Landstraße überrascht zwar nicht, braucht sich aber auch nicht verstecken. Hier hilft sicherlich das geringe Leergewicht von 1,7 Tonnen. Das Bremsgefühl ist top und sogar eine „Anhaltehilfe“ wie im BMW iX3 gibt es. Damit wird das letzte Nicken beim Anhalten abgeschafft. Sehr angenehm. Das Brems- sowie Lenkgefühl kann über die Einstellungen auch von Comfort auf Sport gestellt werden, ist meiner Meinung nach aber nicht nötig. Beim Lenkgefühl helfen die Einstellungen nicht. Es bleibt sehr indirekt und gefühllos. Der Otto-Normalverbraucher, der nicht direkt aus einem deutschen Fabrikat umsteigt oder eventuell grobmotorischer denn feinfühliger unterwegs ist, wird mit der Lenkung vollkommen zufrieden sein. Schade auch, dass die Maximalleistung (155 kW aka 211 PS & 288 Nm Drehmoment) beim Wegbeschleunigen aus dem Stand am Lenkrad spürbar ist. So ist es halt mit viel Kraft an den Vorderrädern. Glaubhafte 7,7 Sekunden sind für den Standardsprint angegeben. Das Fahrwerk ist hingegen über jeden Zweifel erhaben. Hält kurze Stöße fern der Passagiere, kennt andererseits aber auch kein Aufschaukeln. Die Mehrlenker-Hinterachse scheint sich zu bewähren. Top.

Nur 268 Euro motorbezogene Versicherungssteuer jährlich!

Das geringe Gewicht hat auch den Vorteil einer überschaubaren motorbezogenen Versicherungssteuer. Weil auch die im Zulassungsschein vermerkte, 30-minütige Leistung bei nur 67 kW liegt, beläuft sich diese auf erfreuliche 267,60 Euro jährlich. Auch hier können sich einige deutsche Fabrikate eine Scheibe abschneiden. So auch bei der Garantie. Vertrauenserweckende sieben Jahre werden proklamiert. Die maximale Kilometerlaufleistung steht noch nicht fest, wird aber wohl jenseits der 100.000 Kilometer liegen.

Jaecoo 5 BEV: 377 km realistische Reichweite!

Dass das Gewicht mitsamt riesigem Panoramaglasdach und doppelt verglaster Seitenscheiben so gering ausfällt, überrascht. Denn verbaut wird zwar nur ein 60,9 kWh Akku, doch einer vom Type Lithium-Eisenphosphat, kurz LFP. Diese sind nicht für hohe gravimetrische Energiedichten (Wh/kg) bekannt. Während NMC-Akkus (Nickel-Mangan-Cobalt) bis zu 250 Wh/kg erreichen, kommen die günstigeren LFP-Akkus auf maximal 190 Wh/kg.

Die nutzbare Batteriekapazität liegt laut schwindliger Internet-Recherche bei 58,9 kWh. Bei einem Alltagsverbrauch von 15,6 kWh/100 km (Testwagen-Bordcomputer nach 2.500 km) sind somit 377 Kilometer realistisch. Der WLTP-Verbrauch liegt bei 16,5 kWh/100 Kilometer, beinhaltet jedoch Ladeverluste, weil dieser beim Aufladen und nicht beim Leerfahren ermittelt wird. Die WLTP-Reichweite ist mit 402 Kilometer angegeben. Nicht die Welt in Zeiten von 600, 700 oder gar 800 Kilometer-Angaben, in Anbetracht des angestrebten Preises dennoch beachtlich.

Die maximale Ladeleistung liegt am entsprechenden Gleichstrom-Schnelllader bei 130 kW. Offiziell angegeben werden 28 Minuten für den Ladehub von 30 auf 80 Prozent. Für 10–80 Prozent verspricht das Internet 36 Minuten. Kein Vorzeigewert, aber erneut der Hinweis auf den Preis.

Fazit

Der JAECOO Jaecoo 5 BEV überzeugt mit gefälliger „Range Rover“-Optik und Premium-Features zu versprochenen Kampfpreisen bei langer 7-Jahres-Garantie. Selbst bei Fahrwerk und Verbrauch gibt er sich im ersten Test keine Blöße. Das Platzangebot inkl. kleinem Frunk kann sich ebenfalls sehen lassen. Typisch chinesisch sind ehrlicherweise das Bimmeln und die gefühllose Lenkung. Wem die Heritage oder Herkunft einer Automarke egal ist, aber nach einem günstigen Elektroauto mit erhöhter Sitzposition sucht, kann sich den Jaecoo 5 BEV dann ab November bei einem der 32 österreichischen Händler genauer ansehen. Noch zuvor findet die Einführung des Jaecoo 5 HEV, also Vollhybriden statt.

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