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Der 2025 MG MGS5 EV Long Range im Test!

Der MG MGS5 EV Long Range gibt sich unaufgeregt, fährt sich unkompliziert und ist preislich angenehm bodenständig. Ein genauer Blick lohnt sich.

MG MGS5 EV Luxury Long Range: Ein SUV für Pragmatiker!

MG hat in den letzten Jahren ordentlich Gas gegeben – oder besser gesagt: Strom. Und weil Raphael den MGS5 EV bereits vor einiger Zeit für ein Speeddate unter die Lupe genommen hat, war klar: Ein ausführlicher Test muss her. Immerhin verspricht das Modell viel Ausstattung und brauchbare Reichweite für einen Preis, der im österreichischen E-SUV-Markt Seltenheitswert hat.

Karosserie & Innenraum

Mit 4,48 Metern Länge bewegt sich der MGS5 exakt in jener Fahrzeugklasse, die man in Wien und rundherum sehr häufig sieht. BMW X1, Skoda Karoq, VW Tiguan, Peugeot 3008, Nissan Qashqai – die Liste der Konkurrenten ist lang. Hier möchte der MGS5 aber nicht mit schrillem Design aufmischen – seine Proportionen sind angenehm neutral, weder futuristisch verspielt noch protzig – sondern mit solider Ausstattung und hoher Praktikabilität zum besten Preis.

Innen überrascht das Auto mit viel Platz. Bereits bei der ersten Sitzprobe konnte Raphael bestätigen, dass zwei großgewachsene Erwachsene hintereinander Platz haben und sich weder Knie noch Kopf stoßen. Und der Kofferraum? 453 Liter im Normalzustand, 1.441 Liter bei umgelegten Rücksitzen – guter Klassendurchschnitt. Frunk gibt’s leider keinen – schade für Ladekabel-Fetischisten, aber immerhin gibt’s dafür einen doppelten Boden im Kofferraum.

Die Materialqualität ist für die Preisklasse solide. Die Sitze in Kunstleder-Stoff-Mix sind 6-fach verstellbar, beim Fahrer elektrisch, und sauber verarbeitet, Cockpit und Mittelkonsole bringen mit den großen Bildschirmen, glatten Flächen und dem Alu-Drehrad der Gangschaltung sogar ein bisschen Premium-Feeling ins Fahrzeug.

Infotainment mit Schwächen

Beim Infotainment hatten der MGS5 EV und ich so unsere Konflikte. Grundsätzlich sorgen das 10,25 Zoll Instrumentendisplay und das 12,8 Zoll Mitteldisplay für einen modernen Look und eine einfache Bedienung, ohne komplizierte Menüs. In der Luxury-Variante sind auch Live-Dienste für Verkehr und Wetter sowie eine Routenführung mit Ladestoppplanung inkludiert. Am Homescreen werden in den verschiedenen Kacheln die wichtigsten Infos angezeigt und man kann direkt darauf zugreifen. Schön wäre hier, wenn man die Navigation einblenden könnte und sich nicht für ein Untermenü entscheiden müsste, und ein bisschen mehr Gesamtperformance. Viele Fahrzeugfunktionen – Klimasteuerung, Rekuperationsstufen, Assistenzsysteme, Rückfahrkamera – laufen über das Touchdisplay, da wäre eine schnellere Reaktion wünschenswert.
Aber wehe das Handy (Samsung S24) kommt ins Spiel. Bei normaler Bluetooth-Verbindung gab es ab und zu Musik-Aussetzer und beim Telefonieren hat nach 20–30 Sekunden (wiederholbar) das Mikrofon nicht mehr funktioniert. Richtig unangenehm wurde es jedoch bei der Nutzung von Android Auto: Langsame Reaktionszeiten, sekundenlanges Einfrieren des Bildschirms gefolgt von Neustarts des Systems, zusätzlichen zu den oben genannten Problemen. Hier sollte jedenfalls nachgebessert werden.

Fahren & Laden

Der MG MGS5 EV Long Range kommt mit 231 PS (170 kW) und 350 Nm Drehmoment an der Hinterachse. Damit ist eine Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h in sportlichen 6,3 Sekunden möglich. Bei 190 km/h wird abgeregelt. Die Nickel-Kobalt-Mangan-Batterie liefert 62,1 kWh netto und Energie für bis zu 465 km im Mix oder 645 km in der Stadt, jedenfalls laut Datenblatt. Das ist nicht ganz weit weg von der Realität. 15,7 kWh standen bei mir nach zwei Wochen auf dem Display. Damit wären bei voller Ladung knapp 400 km Reichweite möglich, zwischen 10 und 80 Prozent State-of-Charge (SoC) immerhin noch 275 km. Auf der Autobahn, bei knapp 20 kWh Verbrauch, reduziert sich die Reichweite auf 310 bzw. 215 Kilometer.

Für den Ladevorgang danach verspricht MG maximal 139 kW Ladeleistung – und die wird tatsächlich erreicht, allerdings nur kurz. Bei 46 % SoC beginnt der Abfall, bei 58 % werden die 100 kW unterschritten, kurz nach 80 % die 50 kW. Danach lohnt sich das Warten an der Schnellladesäule nicht mehr. Die versprochenen 28 Minuten von 10 auf 80 % sind aber möglich. AC-Laden klappt mit 11 kW, also in realistischen 6–6,5 Stunden für eine Vollladung.

Aber wie fährt sich der MGS5 EV eigentlich? Man steigt ein, drückt auf die Bremse, dreht am Wahlrad – los gehts. Kein Startknopf, kein Problem. Die Lenkung ist straff, die Federung eher komfortabel ausgelegt und die Bremsen des 1,7 Tonnen leichten E-SUVs packen überraschend bissig zu. Für die Kurvenhatz ist er nicht ausgelegt, entspanntes Gleiten gelingt jedoch – auch dank der guten Geräuschdämmung. Die Rekuperation lässt sich über Knöpfe am Lenkrad in mehreren Stufen einstellen. So sind zum Beispiel adaptive Verzögerung oder One-Pedal-Driving bis zum Stillstand möglich.

So viel kostet der MGS5 EV

Bei den Preisen zeigt sich der MGS5 EV vermutlich von seiner attraktivsten Seite. Abzüglich aller gerade angebotenen Aktionen geht es bei 28.990 Euro für die Comfort-Version mit kleiner Batterie los – Listenpreis: 34.990 Euro. Für die Luxury-Variante (es gibt sie nur mit der großen Batterie) werden 34.990 Euro angegeben – Listenpreis: 40.990 Euro. Und das bei 7 Jahren Garantie bis maximal 150.000 Kilometern. Die Farbe des Testfahrzeugs (Dover White) kostet keinen Aufpreis, für die andere fünf angebotenen Lackierungen (schwarz, blau, silber, dunkelgrau & rot) werden 790 Euro fällig.

Ein gleich großer Škoda Elroq beginnt erst bei 35.490 € (mit ähnlicher Leistung und Ausstattung ist man aber schnell bei knapp 50.000 €), ein Renault Scénic bei 41.090 € und ein BMW iX1 bei 46.788 €. Hier hat MG wirklich knallhart kalkuliert.

Fazit

Der MG MGS5 EV Luxury Long Range ist kein Spektakelmacher, versucht nicht ein Raumschiff auf vier Rädern zu sein. Er ist unkompliziert, bietet viel Platz und eine solide Reichweite. Ist er das beste E-Auto in der Größe? Nein. Ist der das beste E-Auto für diesen Preis? Aktuell vermutlich schon.

Einzig das Infotainment hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Aber vielleicht wird hier bereits an einem Update gearbeitet oder es läuft mit anderen Handys besser.

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