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Der Citroën C5 Aircross BlueHDi 180 im Test!

Citroën-Fahrer mögen es bekanntlich komfortabel. Also haben die französischen Ingenieure einige Features mit dem klingenden Namen „Advanced Comfort“ in den C5 Aircross gepackt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Citroën C5 Aircross: Weiches Ei on the Spot!

Um ehrlich zu sein, war ich nicht sonderlich begeistert, als ich den Citroën C5 Aircross abholte. Ich hatte noch meine letzten Fahrten mit dem C3 und dem C4 in Erinnerung. Beide Fahrzeuge waren für meinen Geschmack unangenehm weich, hatten eine teigige Schaltung und Sitze ohne jegliche Stützfunktion und ich fürchtete mich davor, dass es im C5 Aircross genauso sein würde. Ich brauchte aber ein großes Auto für eine Fahrt nach Salzburg und im autofilou-Fuhrpark standen ein Honda Jazz oder eben der C5 zur Auswahl – da war die Entscheidung irgendwie klar.

An den richtigen Stellen komfortabel

Aber – wie die Zwischenüberschrift schon vermuten lässt – der C5 Aircross ist anders! Er trägt zwar ebenfalls die Zierelemente, etwa die Airbumps, der kleinen Geschwister, wurde aber in vielen Details verbessert.
Die wichtigsten Neuerungen sind dabei die Advanced Comfort Sitze und die gleichnamige Federung. Das in Hype Braun Leder gehüllte Gestühl (+ 1.206 Euro) ist mit reichlich Schaumstoff gepolstert, 15 Millimeter, um genau zu sein. Unter der dicken Schicht wartet jedoch ein gut konturierter Sitz mit elektrisch verstellbarer Lordosenstütze, der auch auf der Langstrecke keine Rückenschmerzen verursacht. Mit an Bord war auch noch die Sitzmassage – in meinen Augen ein nettes Gadget, um den Rücken ein wenig zu mobilisieren. Für mehr Auswirkungen arbeitet sie aber zu unpräzise.

Das Zusammenspiel der weichen und harten Elemente findet man auch in der Federung. Stimmt, es ist nicht mehr die legendäre, hydropneumatische Federung aus vergangenen Zeiten. Dennoch werden kleine Unebenheiten vom C5 locker weggebügelt und auch Stöße dringen kaum ins Fahrzeuginnere. Trotzdem beginnt der Franzose auch auf kurvigen Strecken nicht zu schaukeln. In Kombination mit dem dicken, schallisolierenden Glas und der leichtgängigen Lenkung wird der Citroën zu einem echten Kilometerfresser auf der Autobahn – so wie man es sonst eher aus Luxuslimousinen kennt.

180 PS und 8-Gang-Automatik im Citroën C5 Aircross

Einen wesentlichen Anteil am Komfort des C5 Aircross haben Motor und Getriebe. Unter der Haube arbeitet ein Vierzylinder Turbodiesel mit 2 Litern Hubraum, der maximal 177 PS und 400 Nm auf die Straße bringt. Die Schaltarbeit übernimmt dabei eine Achtgang-Automatik, die sich im Eco- und Comfort-Modus angenehm zurück – und den C5 im Sport-Modus gut am Gas hält. Trotz futuristischem Aussehen und Offroad-Image wird die Kraft ausschließlich an die Vorderräder geleitet. Ein bisschen irreführend wirken da vielleicht die verschiedenen, per Drehknopf wählbaren, Fahrmodi sowie die Bergabfahrhilfe. Jedoch regeln diese nur die ESP-Eingriffe beim Fahren. PSA nennt dieses System Grip-Control. (Verlinken auf meinen Bericht zum Trip Control Termin)
Zwar wird sich dieses gemütliche Fahrzeug kaum jemand wegen der Fahrleistungen kaufen. Der Vollständigkeit halber seien sie hier dennoch erwähnt: Von 0 auf 100 km/h vergehen mindestens 9,4 Sekunden und wer den Fuß am Gaspedal lässt erreicht maximal 211 km/h. Nach etwa 1.000 gefahrenen Kilometern pendelte sich der Verbrauch bei 7,1 Liter Diesel pro 100 Kilometer ein.

Volldigitales Cockpit

Um seinen modernen Anspruch zu unterstreichen – und Material und Gewicht zu sparen – gibt es im C5 Aircross nur noch digitale Anzeigen. Traditionalisten könnten sich daran stören, mich freut die gute Ablesbarkeit und die Möglichkeit der unterschiedlichen Anzeigen neben dem Tacho. Verbesserungswürdig ist jedoch die Geschwindigkeit des Systems. Nach dem (langen!) Drücken des Startknopfs muss das ganze System erst mal hochfahren. Ich fühlte mich an die Pre-SSD-Zeiten meines Computers zurückerinnert, als ich mir während des Bootens noch schnell etwas zu essen machen konnte.
Leider bleibt das gemütliche Tempo auch nach dem Hochfahren bestehen. Berührt man eine Touch-Taste genehmigt sich das Infotainmentsystem noch eine Gedenksekunde ehe es den Auftrag gewissenhaft ausführt. Wer aktuelle Handys gewöhnt ist, muss hier eine Geduldsprobe bestehen.

Und der Preis des Citroën C5?

Den günstigsten C5 Aircross bekommt man derzeit um 21.990 Euro. Mit 180 PS Diesel und Automatik kostet der C5 mindestens 37.890. Und stattet man ihn noch mit Metallic Lack, Panoramaschiebedach, Park Assist 360 und ein paar anderen Extras aus, kommt man auf 42.716 Euro. Zum Vergleich: Ein DS 7, der auf der gleichen Plattform fährt, sich aber etwas schicker gibt, beginnt bei 33.590 Euro. Mit gleichem Motor und guter Ausstattung kommt er auf 58.000 Euro. Und auch der Peugeot 5008 ist bei gleicher Ausstattung um ein paar Tausender teurer.

Fazit

Mit all seinen Vor- und Nachteilen ist der Citroën C5 Aircross für mich auf jeden Fall eines: Der beste Citroën, den man derzeit kaufen kann. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und würde ihn aufgrund der einfacheren Bedienung sogar dem Plattform-Bruder DS 7 und eventuell dem Peugeot 5008 vorziehen. Der Komfort sucht in dieser Klasse seinesgleichen und auch die Fahrleistungen sind äußerst solide. Bloß beim Infotainment würde ich mir bei einem neuen Fahrzeug eine bessere User Experience wünschen.