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Der Hyundai Bayon Trend Line 1.0 T-GDI DCT 48V im Test

Ist der Hyundai Bayon der bessere i20? Mit umfangreicher Ausstattung und kernigem, aber sparsamen 120 PS Motor bietet das Crossover jedenfalls ein gutes Paket.

Hyundai Bayon: Spritzig & sparsam

Hyundai ist kantig geworden. Das haben wir bereits beim Tucson gesehen, noch stärker beim IONIQ 5 und auch der i20 hat einige Sicken, abbekommen, die ihn dynamischer als seinen Vorgänger darstellen sollen. Der 14 cm längere Hyundai Bayon (bei gleichem Radstand wie der i20) legt hier mit seinem extravaganten Heck, den schmalen Tagfahrlichtern und den eckigen Scheinwerfern noch nach. Sieht das schön aus? Da scheiden sich die Geister. Aber es ist jedenfalls mal etwas Anderes und lässt den Bayon aus der Fülle an Fahrzeugen in der Kompaktklasse hervorstechen.

Der Bayon will nämlich alles gleichzeitig: Ein Kompakter sein, ein bisschen SUV sein, Platz im Innenraum bieten, spritzig losfahren und dabei sparsam sein. Keine kurze Agenda – kein Wunder also, dass nicht alles davon perfekt funktioniert, aber dennoch einiges sehr gut.

Das Innere des Bayon

Zum Beispiel der Platz im Innenraum. Der ist in der ersten Reihe sehr gut, in der 2. für kürzere Strecken ausreichend und in den Kofferraum passen immerhin 411 Liter und damit fast 60 Liter mehr als in den i20. Das ist beinahe schon so viel wie beim eine Klasse größeren Opel Astra. Bei umgelegter Rückbank sind es sogar 1.205 Liter. Nicht ganz so gut passt allerdings der Komfort. Die Sitze des Testfahrzeugs bestanden aus konturarmem Schaumstoff, gaben zwar ganz guten Seitenhalt, aber sonst sehr wenig Unterstützung beim Sitzen – genau wie im i20. Hier würde eine verstellbare Lordosenstütze helfen. Auf der Rückbank wäre auch etwas mehr Auflagefläche für die Oberschenkel schön.
Ebenfalls nur befriedigend sind die verwendeten Materialien im Cockpit. Überall findet man Hartplastik, das im Testfahrzeug gerne geknarzt hat. Dafür ist die Optik im Innenraum gut gelungen. Die quer verlaufenden Rillen, die ganz unscheinbar die Lüftungsdüsen aufnehmen, geben dem Cockpit Kontur und teilen es in zwei Teile. Die beiden Displays mit 8 (Navi) bzw. 10,25 Zoll (Fahrerinformationsdisplay) Diagonale verleihen dem Innenraum ein zeitgemäßes Aussehen und die bis auf eine Ausnahme ausschließlich weißen Beschriftungen auf den Tasten lassen den Innenraum erwachsen und dezent wirken.

2021 Hyundai Bayon Instrumentendisplay

Auch die Funktionalität ist gegeben. Infotainment, Instrumente und Klimaanlage sowie Tempomat lassen sich intuitiv bedienen und verrichten gute Dienste. Bloß der Spurfolgeassistent will nicht ganz zum Rest des Fahrzeugs passen. Er greift teilweise recht plötzlich und ruppig ein, vibriert und piepst dabei und dreht sogar die Musik leiser. Muss das wirklich sein? Es wäre schön, wenn man die Signale selbst wählen könnte. Aber leider muss man ihn ganz ausschalten, wenn man die Warnsignale nicht haben möchte.

Motor & Fahren

Während ich beim i20 noch mit der 100 PS-Variante Vorlieb nehmen mussten, leistet der 998 Kubikzentimeter große Dreizylinder im Bayon nun 120 PS und das maximale Drehmoment steigt auf 200 Nm. Dank Mildhybrid-System kommen hier aber nochmal bis zu 16,6 PS und 55 Nm dazu. Am Papier bringt das beim Sprint auf 100 km/h nur drei Zehntel (10,4 Sekunden) und beim Verbrauch eine Reduktion von 0,2 Litern auf 100 km. Im Alltag fühlt sich der stärkere Motor aber agiler an und verbraucht auch wirklich weniger. Im Schnitt waren es bei uns 5,8 Liter auf 100 km. Außerhalb der Stadt lag der Verbrauch sogar bei knapp über 5 Litern. So bekommt man bei nur 40 Liter Tankvolumen knapp 800 km Reichweite.

Und während der Fahrt zeigt sich der Bayon von seiner spritzigen Seite. Besonders im Sportmodus hängt das kleine Crossover gut am Gas. Im Eco-Modus dreht sich dagegen alles um verbrauchsoptimiertes Fahren. Nimmt man den Fuß vom Gas, wird das Doppelkupplungsgetriebe (in manchen Situationen) vom Motor getrennt und der Bayon segelt sparsam durch die Gegend – eine gelungene Spreizung.
Beim Fahrverhalten ähnelt der Bayon dem i20: Die Fahrwerkabstimmung ist eher straff und Bodenunebenheiten werden spürbar an den Innenraum weitergegeben.

2021 Hyundai Bayon front fahrend

Was kostet der Hyundai Bayon?

Derzeit kostet der Hyundai Bayon mindestens 17.990 Euro. Eine genauere Aufstellung hat Raphael bereits im ersten Kurztest des Bayon gegeben. In der hier getesteten Version mit 120 PS, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe und Trend Line Ausstattung sind es 24.990 Euro. Als Extras kommen noch die Außenfarbe Intense Blue Pearl und das Kontrastdach in Phantom Black für je 500 Euro, das Infotainment-Paket mit Navi und BOSE®-Anlage für 1.490 Euro und das Technik-Paket II mit u.a. Querverkehr-Assistent, Spurfolge-Assistent oder Sitzheizung für die Rückbank für 1.390 Euro dazu. Insgesamt kommt man so auf 28.870 Euro und hat das gute Gefühl jede mögliche Option angewählt zu haben.

Fazit

Der Hyundai Bayon ist ein hochbeiniger Hyundai i20 mit mehr Platz und kantigerem Design. Er schafft den Spagat zwischen Sportlich- und Sparsamkeit und ist mit Ausstattung und Assistenzsystemen up to Date. Bloß bei Materialen und Sitzen würde ich mir eine Nachbesserung (oder Zusatzausstattung) wünschen.

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