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Der Land Rover Range Rover Evoque R-Dynamic SE P300e AWD im Test!

Die aktuelle Version des Range Rover Evoque ist schöner denn je, setzt nach wie vor nicht auf Understatement und lässt sich als Plug-in-Hybrid nun mitunter sparsamer fahren.

Range Rover Evoque R-Dynamic SE P300e AWD: Eine stabile Ikone

Es gibt viele Gründe sich für das eine Auto oder ein anderes zu entscheiden. Für alle jene, die dabei nicht auf Understatement Wert legen oder in erster Linie ihre Rücksicht auf die Natur ausdrücken wollen, ist der Range Rover Evoque gleich in mehrfacher Hinsicht eine äußerst attraktive Wahl. Wenn auch nicht ganz so gefällig, wie vielleicht erwartet. Denn der Evoque hat sich auch in der aktuellen Generation und trotz aller Gefälligkeit in der bulligen Erscheinung Charakter behalten. Am Ende ist – zumindest für den oder die FahrerIn – aber nur eines entscheidend: Das Fahrgefühl. Und das Fahrgefühl des Evoque ist einprägsam, überzeugend … in gewisser Hinsicht unverwechselbar.
Geradezu klischeehaft, macht der Evoque am meisten Spaß, wenn es nicht wirklich flott zugeht. Da ist Kraft von unten, da ist die Lust diese auszuspielen, da ist trotz der überdurchschnittlichen Breite, eine Freude tendenziell eng in die Kurve zu gehen. Natürlich ist der Evoque in der Stadt im ersten und zweiten Gang nicht wirklich untersetzt, aber das Gefühl erinnert an diese Kraft und Souveränität. Es mag sein, dass dies auf die Gene zurückzuführen ist, auf die Legacy der wichtigsten britischen Geländewagen. Wichtig ist: Es macht Spaß und funktioniert.

Rückkehr zu Stil

Der Evoque ist aber auch einfach eine Stilikone. Das vielleicht in mehrerlei Hinsicht größte, kleine SUV. 2011, als er auf den Markt gekommen ist, hat Jaguar Land Rover final die Abkehr von den schwachen Jahren davor geschafft und sich seiner alten Werte besonnen. Der Evoque hat damals die Range Rover-Reihe unter dem Range Rover und dem Range Rover Sport nach unten erweitert und damit zugänglicher gemacht. Das neue Design wurde gefestigt und bestimmt heute alle Modelle – mit dem Velar gibt es seit einigen Jahren sogar so etwas wie einen großen Evoque, ein Auto, das nicht mehr sein will, als Stil pur. Dieser Schritt war für Land Rover ein erfolgreicher, auch wenn er letztlich bedeutet, dass die Land Rover-Modelle Freelander (R.I.P.) und Discovery seitdem massiv an Bedeutung verloren haben, weil sie neben einem für mehr Leute leistbaren Range Rover schlicht nicht mehr nötig waren. Mit einer – leider nicht fortgeführten – Cabrio-Variante gab es vom Evoque dann auch eine feine Spielerei, die sich viel zu wenige Marken leisten.

Der von mir gefahrene Range Rover Evoque R-Dynamic SE P300e ist der Versuch, einem unvernünftigen Auto ein wenig Vernunft mit auf den Weg zu geben. Der Plug-in-Hybrid verfügt über gesamt 309 PS. Wer ihn vor dem Losfahren lädt, kann mit der angegebenen Reichweite von rund 55 Kilometern, selbst wenn sie in der Praxis nicht ganz stimmen, einen Großteil der Alltagswege rein elektrisch zurücklegen. Der Akku lässt sich mit CCS-Stecker an Schnellladestationen mit Gleichstrom bis zu 32 kW laden. Das ermöglicht es, in knapp 30 Minuten auf den beliebten Vergleichswert von rund 80 Prozent Ladung zu kommen. Rein elektrisch ist der Evoque natürlich zahmer und ruhiger. So richtig ins Gleiten kommt man in dem Wagen aber nicht. Für längere Fahrten oder bei weniger Interesse an Planung, gibt es den 1,5-Liter-Benziner an Board – einen Dreizylinder, dem man die niedrige Zahl an Zylindern nicht unbedingt anmerkt. Dieser muss mit seinem 57-Liter-Tankvolumen nicht einmal überdurchschnittlich oft betankt werden.
Auffälliger ist da schon, dass der Wagen mit rund 2.100 Kilogramm Leergewicht bei flotterer Fahrt nie ganz zur Ruhe kommt. Dabei ist es nicht so, als wäre irgendwann keine Reserve da, oder es würde an seiner Souveränität gekratzt. Es ist schlicht so, dass der Evoque auf der Autobahn einfach nicht in seinem Element ist. Dass bei einem Hybrid die angegebenen Verbrauchswerte schwer erreichbare Theorie bleiben – das ist auch der Evoque keine Ausnahme.

Gediegenes Umfeld

Mit einer Länge von 4,37 Meter ist der Evoque nur knapp neun Zentimeter länger als ein Golf. Das Raumgefühl in dem SUV ist aber nicht das einer höher gelegten Kompaktklasse. Auch wenn der Evoque kein Raumwunder ist, so ist trotzdem überall bequem Platz, dafür sorgen nicht nur der lange Radstand mit den kurzen Überhängen, sondern auch die Breite des Fahrzeugs von fast zwei Metern. Auch den Kofferraum kennt man aus ähnlich angelegten Fahrzeugen kleiner.

Die R-Dynamic SE-Ausstattung ist absolut fein, die Materialien hochwertig, die Verarbeitung passt. Die drei Displays lassen sich gut anpassen und bieten nicht nur ästhetisch immer den gewünschten Einblick. Die Menüführung ist im Prinzip logisch aufgebaut, auch wenn die schiere Menge an Einstellmöglichkeiten mitunter fordert. Die Sprachsteuerung klappt, verlangt aber bei anderen Marken weniger, sich an eine bestimmte Syntax zu halten. Das Einzige worüber ich hier leider wenig sagen kann, sind die Fahrassistenz-Systeme: Hier hatte mein Testfahrzeug eine Macke, die dafür gesorgt hat, dass der Tempomat, an dem viel hängt, sich nicht aktivieren ließ.

Der Evoque ist kein SUV, das versucht, sich zu verstecken. Und selbst wenn er der kleinste Range Rover ist, so kann hier nicht von einem kleinen Fahrzeug gesprochen werden. Das Umfeld ist heiß umkämpft und doch ist der Evoque tatsächlich eines der unverwechselbarsten Modelle auf dem Markt. Wer will, denkt in mancher Designentscheidung an Volvo – Verwechslungsgefahr besteht aber nicht.

Mit einem Basispreis von rund 56.000 Euro ist der Hybrid nicht billig, aber das will er auch nicht sein. Und man bekommt dafür auch eine Menge Auto.

Fazit zum Range Rover Evoque R-Dynamic SE P300e AWD

Ein Range Rover passt zum eigenen Auftreten und Selbstbild – oder eben nicht. Der Evoque macht Freude, bietet Fahrspaß und lässt seinen Charakter jederzeit spüren. Ganz abgerundet für jeden Einsatz will er dabei vielleicht gar nicht sein.

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