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So giftig wird der vollelektrische Abarth 500e!

Im Juni 2023 geht mit dem Abarth 500e die „scharfe“ Version des FIAT 500e an den Start. Erste Details des noch nicht final homologierten Kleinstwagens wurden jetzt in Lingotto, Turin, preisgegeben. Filou Raphael war live dabei.

Abarth 500e: +37 PS, +40 kg, 43.000 €

Mit dem Abarth 500e startet im Juni 2023 endlich ein Kleinstwagen mit Pfeffer im Hintern. Konkurrenz kommt bisweilen höchstens aus den eigenen Verbrenner-Reihen (Abarth 695). Aber selbst den ledert der 155 PS starke Elektronen-Flitzer vollends ab. Auf dem 5,75 Kilometer langen Testtrack „Misto Alfa“ in Balocco, Italien, ist er mehr als eine Sekunde schneller als der 695 mit 180 PS. Gut, gegenüber dem Abarth 695 hat der Abarth 500e 2,4 Zentimeter mehr Radstand (2,35 m) und eine gar um sechs Zentimeter breitere Spur. Zudem wurde die Gewichtsverteilung optimiert. Diese liegt fortan bei 57 zu 43 Prozent (vorne zu hinten). Dadurch sind höhere Kurveneinfahr-, Kurvendurchfahr- und Kurvenausfahrgeschwindigkeiten möglich.

Abarth 500e BEV Wheelbase Radstand Spurweite Breite Spurbreite Trackwidth Width
Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

e-Konkurrenz erst ab smart #1 & CUPRA Born

Und obwohl noch nicht final homologiert, geben die Italiener den Sprint von null auf 100 km/h schon jetzt mit sieben Sekunden an. Da können weder die VW-Konzern-Drillinge noch der Renault Twingo oder Dacia Spring als auch der MINI Cooper SE oder Honda e mithalten. Selbst der nicht mehr neu erhältliche und mit 4,01 Meter deutlich längere BMW i3 S ist auf dem Papier nur eine Zehntel schneller. Bis zur Größe eines smart #1 (4,27 m) versägt der Abarth 500e an der Ampel sämtliche Elektrokonkurrenz und wohl auch die meisten Verbrenner. Selbst vom 4,32 Meter langen CUPRA Born braucht es die e-Boost-Modelle (231 PS) um schneller als der farbenfrohe Skorpion zu sein. Im Gegensatz zu den beiden „Konkurrenten“ fährt er jedoch mit Frontantrieb vor. Tempo 50 stehen hier im besten Fall nach rasanten 2,9 Sekunden auf dem Tacho.

Abgesehen davon ist der Abarth 500e auch beim Ansprechverhalten und somit auch beim Zwischenspurt bedeutend zügiger geworden. Von 20 auf 40, von 40 auf 60 und von 60 auf 100 km/h nimmt er dem Abarth 695 je eine ganze Sekunde ab. Wichtig: Die maximale Leistung als auch Newtonmeter liefert die ECU nur in den beiden Fahrmodi „Scorpion Street“ und „Scorpion Track“ ab. In „Turismo“ gibt die Elektronik 100 kW, also 136 PS, und 220 Nm Drehmoment frei – für maximale Effizienz.

Abarth 500e BEV driving modes pedal map torque power esp one pedal driving
Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

~300 km Reichweite nach WLTP

Effizienz stand bei der Entwicklung aber nicht wirklich auf der Agenda. Gewichtsverlust wohl ebenso wenig. 40 Kilogramm mehr bringt der Abarth 500e gegenüber dem FIAT 500e auf die Waage. Der Hatchback kommt somit auf etwas mehr als 1,3 Tonnen, das Cabriolet auf knapp 1,4 Tonnen. Bei der Reichweite nach WLTP wird der Abarth 500e den FIAT 500e also übertrumpfen. 300 Kilometer werden es aber schon werden, verrät mir Antriebsstrang-Chef Engineer Maurizio Salvia im Gespräch. Der FIAT 500e schafft mit den gleichen 42 kWh (brutto, 37,3 kWh netto) maximal 321 Kilometer nach WLTP. Die Batterie selbst wurde – damit sie länger und öfter ihre maximale Energie abliefern kann – evolviert. Erfahren habe ich auch, dass die ebenfalls aus dem FIAT 500e stammende, permanenterregte Synchronmaschine von GKN in einigen Punkten weiterentwickelt wurde. Mit den 155 PS und 235 Nm sei sie jetzt dennoch am Limit angelangt. Stärkere für später geplante Modelle werden also einen anderen Motor erhalten.

Künstlicher Motorsound für Abarth-Feeling

Seit nunmehr 73 Jahren bohrt die Edelschmiede Abarth die kleinen italienischen Motörchen auf, legt die Karossen tiefer und verhilft den Kleinstwagen von FIAT zu Klängen die wir so aufdringlich sonst nur von AMG-Modellen kennen. Im Abarth 500e gibt es diesen prägnanten Sound auch, nur kommt der künstliche Krawall hier aus einem 20 Zentimeter großen Sound-Generator, er zum Glück jederzeit deaktiviert werden kann. Selbst den Sound des Fußgängerwarnsystems, genannt AVAS (Acoustic Vehicle Alert System) und bis 20 km/h aktiv, haben die Abarth-Designer überarbeitet.

Limitierte Stückzahl für Marktstart

Für den Marktstart im Juni 2023 gibt es ein auf 1.949 Einheiten limitiertes Sondermodell, den vollausgestatteten Abarth 500e Scorpionissima. Dieser kann ab sofort für 43.000 Euro als Hatchback oder 46.000 Euro als Cabriolet und in zwei (Acid Grün od. Poison Blau) der vier verfügbaren Farben bestellt werden. Allerdings nur von den 160.000 Mitgliedern der Abarth Community, also den weltweit 95 registrierten Abarth-Clubs. Diese können bis zum 15. Dezember 2022 ihre Bestellung abgeben. Anschließend gehen die restlichen Scorpionissima in den freien Verkauf. Den Abarth 500e Scorpionissima zeichnen folgende Details aus: graue Abarth Seitenschriftzüge, 18-Zoll Felgen „Diamond-Cut“ in Titanium-grau, Glasdach, Sportpedalerie aus Stahl und Trittplatte mit eingraviertem Logo, beheizbare Sitze und Windschutzscheibe, höhenverstellbarer Fahrersitz, 50:50 umlegbare Rücksitzbank, 10,25 Zoll Uconnect™ Radio Touchscreen mit integriertem Navi und – brandneu – den Performance Pages mit aufregenden Abarth Grafiken, Wireless Apple CarPlay® und Android Auto, grau eingerahmtes, volldigitales 7-Zoll-Instrumentenpanel, Alcantara®-überzogenes Armaturenbrett und Sportsitze mit geprägtem Scorpion-Logo, Schlüsselloser Zugang und Start-Stopp, Licht- und Regensensor, Klimaautomatik, Induktive Ladeschale, überarbeitetes JBL Audiosystem, dem Sound Generator, Sechs Airbags, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, Geschwindigkeitsassistent, Spurthalteassistent, Aufmerksamkeitsassistent, Tempomat, Toter-Winkel-Warner, eCall, uvm.

Mein Fazit zum Abarth 500e

Nachdem die Preise von Elektrofahrzeugen Sphären erreicht haben, die zu Leasing oder Abonnement drängen, hängt der Erfolg des Abarth 500e wohl nur noch daran, ob sich die klassische Abarth-Kundschaft dem Strom hingezogen fühlt. Der Preis von 43.000 Euro wird sie sicherlich nicht abschrecken. Sollte sich die „Pocket Rocket“ so knackig fahren, wie sie aussieht, dürften die meisten Zweifel beseitigt sein.

2023 Abarth 500e BEV poison blue hatchback blau
Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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