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Der MG MG4 Electric Luxury im 1. Test!

Die erste Ausfahrt mit dem MG MG4 Electric Luxury zeigt, dass er neben umfangreicher Ausstattung und konkurrenzlos günstiger Anschaffung auch reichlich Fahrspaß bietet. Der Erfolg ist vorprogrammiert!

MG MG4 Electric Luxury: 4 gewinnt!

Nach unzähligen Elektro-SUV füllt sich endlich auch der Markt der Kompaktstromer mit adäquaten Reichweiten. Besonders flach bauende Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen dies erst jetzt. 11 cm misst der LFP- bzw. NMC-Akkumulator des MG MG4 Electric in der Höhe. Er (der Akku) zählt mit dem des Renault Megane Electric und BMW i4 zu den dünnsten am Markt. Mit den adäquaten Reichweiten (>400 km nach WLTP) wanderten über die letzten Monate jedoch auch die Preise deutlich nach oben. Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass 45.000 Euro (oder mehr!) vollkommen überzogen sind für ein Automobil mit kaum 4,3 Meter Außenlänge – egal welchen Antrieb es nutzt. Überlegt mal, das sind fast 10.500 Euro pro Meter Außenlänge.

MG fährt mit dem MG4 Electric nun dankenswerterweise mit einem Kampfpreis in den Markt, der sich gewaschen hat. Ab 32.990 Euro gibt es ihn ab sofort bei den 32 heimischen Händlern zu besichtigen, Probe zu fahren und zu bestellen. Wer ihn jetzt, also im letzten Quartal 2022 bestellt, soll sein Fahrzeug im zweiten Quartal 2023 erhalten.

MG auf gutem Wege!

MG Österreich Geschäftsführer Andreas Kostelecky verrät, dass dieses Jahr (bis Stand Anfang November) bereits 3.308 Bestellungen eingegangen sind. 1.200 davon sollen noch heuer ausgeliefert werden. 2023 will man allein vom MG4 Electric 1.000 Einheiten absetzen. Aus meiner Sicht bewusst konservativ. Zum Vergleich: Konkurrent CUPRA Born liegt mit 1.979 Neuzulassungen (Jänner–September 2022) derzeit hinter dem Tesla Model Y auf Platz 2 der Elektrofahrzeuge. Doch die Liefersituation könne man weiterhin nicht einschätzen, so Kostelecky. Stolz ist man bei MG Österreich über die diesjährig bereits 954 verkauften Marvel R Electric, 844 ZS EV sowie 817 MG5 Electric. Vom letztgenannten Elektrokombi sind leider erst etwa 200 Stück ausgeliefert. Man werde mit 2.000 sogenannten „Backorders“ ins neue Jahr starten. Im Oktober 2022 erreicht MG einen hervorragenden Marktanteil von 0,7 Prozent und liegt vor Marken wie Alfa-Romeo, Jeep, Honda, aber auch Tesla und Polestar. Das von Beginn an (Denzel startete Anfang 2021 mit der Marke MG neu durch) gesteckte Ziel der zwei Prozent Marktanteil ist für 2024 anvisiert. Damit läge MG dann nach aktuellem Stand auf dem Niveau von FIAT, CUPRA, Volvo oder auch Peugeot. Aber zurück zum MG MG4 Electric:

MG – „Möglichst Günstig“

Nach Abzug der aktuell möglichen Förderung von 5.400 Euro startet der MG4 also bei unschlagbaren 27.590 Euro. Da geht selbst den Kompakten mit Verbrennungsmotor langsam die Luft aus. Für das Geld ist die Serienmitgift zugegebenermaßen aber auch nicht allzu groß. Neben der kleineren der beiden derzeit angebotenen Batterien (51 kWh, 350 km nach WLTP) gehören beim ‚MG MG4 Electric Standard‘ sechs Airbags, sieben Assistenzsysteme, Parksensoren hinten, Klimaautomatik, Vehicle-to-load mit bis zu 2,2 kW Entnahmeleistung, Keyless-Entry & -Go, sowie DAB+, ein 7-Zoll-Fahrerinformationsdisplay, 10,25-Zoll-Infotainmentdisplay und 16-Zoll-Stahlfelgen zur Basisausstattung.

Auf solch „nackte“ Tatsachen stehen eher unsere deutschen Nachbarn. Österreicher greifen nach Aussage von MG Österreich vermehrt zur vollen Hütte oder dem im Fachjargon genannten Christbaum. Einmal alles heißt im Falle des MG MG4 Electric ‚Luxury‘ und kostet ab 38.990 Euro. Erst hier sind Annehmlichkeiten wie Sitz- und Lenkradheizung, 360-Grad-Kamerasystem, Totwinkelüberwachung, automatisch abblendender Innenspiegel, elektrisch anklappbare Außenspiegel, elektrisch verstellbarer Fahrersitz (leider ohne verstellbarer Lordosenstütze), sechs Lautsprecher, induktive Smartphone-Ladeschale, Wärmepumpe und die MG iSMART „Vollversion“ mit Sprachsteuerung, Echtzeit Verkehrsinformation und Navigation sowie Klimaautomatik-Steuerung via Smartphone-App inkludiert. Wer darauf verzichten kann und nur die größere Batterie (64 kWh, 450 km nach WLTP) möchte, greift zur 2.000 Euro günstigeren Variante MG MG4 Electric Comfort. So oder so bleibt der MG MG4 Electric ein unschlagbares Angebot, wie auch unsere Preis-Reichweite-Grafik zeigt:

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Der Kaufpreis im Verhältnis zur Reichweite | Picture © autofilou.at

Optionen gibt es angenehmerweise nicht viele. Weiß ist immer Standard, alle anderen sechs Farben kosten je 650 Euro Aufpreis. Für die Luxury-Variante gibt es ein graues Interieur – +1.000 Euro. Und die Anhängekupplung samt Kabelsatz (max. 500 kg Zuglast) kostet etwa 1.100 Euro ohne Montage.

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Photo © MG Motor

Bedienung wenig intuitiv

An die Bedienung selbst muss man sich gewöhnen – sowohl an die mager beschrifteten Lenkradtasten als auch die verschachtelte Menüführung. Die vom Händler angebotene Einschulung würde ich in diesem Fall dankend annehmen. Es gibt Einstellungen, wenn man am rasch reagierenden Infotainmentdisplay von oben nach unten wischt, von rechts nach links wischt und wenn man auf das Fahrzeug-Symbol drückt. Für meinen Geschmack wenig intuitiv. Aber gut, ich bin Befürworter des Tesla-Konzeptes und darf mich hier also gar nicht beschweren. Wer nicht völlig auf der ‚Nudlsuppn dahergschwomman‘ ist, findet sich hier wohl spätestens nach ein bis zwei Tagen zurecht. Außerdem hört MG auf seine Kunden und Händler und liefert fleißig Software-Updates. So werden zum Beispiel der aktuell sehr übermotivierte Müdigkeits- und der Spurhalteassistent mit dem nächsten Update zurückgepfiffen. Abgesehen von diesen beiden Helfern sind in der von mir gefahrenen Topversion Luxury elf weitere Aufpasser mit an Bord. Die meisten davon können – EU-konform – zumindest bis zum nächsten Fahrzeugneustart deaktiviert werden. Mit einem späteren Update soll dann auch eine Laderoutenplanung dazukommen. Aktuell müssen auf längeren Strecken gewünschte Ladepunkte noch manuell hinzugefügt werden.

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Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

Flink beim Laden!

Apropos Laden: Am Gleichstrom-Schnelllader sind mit der kleinen LFP-Batterie (51 kWh) 117 kW Ladeleistung und 40 Minuten (10–80 %) möglich. Die große NMC-Batterie (64 kWh) lässt sich mit bis zu 135 kW laden. Hier spricht MG von 35 Minuten von 10 bis 80 Prozent. Doch zahlreiche YouTube-Videos zeigen bereits knapp 145 kW und lediglich 25 Minuten von 10–80 Prozent. Damit ist er der im Konkurrenzfeld am schnellsten nachladende Stromer. Hut ab, MG! Die Batterie kann manuell übers Infotainment-Menü vortemperiert werden. Eine im Alltag sehr praktische Sache.


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So gut wird der MG MG4 Electric!

In diesen Punkten wird der MG MG4 Electric seiner Konkurrenz à la Megane, KONA, ID.3, #1 und Born davonfahren, wenn er noch diesen Herbst an den Start geht. Ein erster Konkurrenz-Vergleich.

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Wechselstrom zieht der MG4 Electric mit der kleinen Batterie einphasig mit maximal 6,6 kW. An der heimischen 11-kW-Wallbox – hier sind einphasig nur 3,7 kW möglich – dauert eine Vollladung deshalb somit etwa acht Stunden. Der MG4 Electric Comfort und MG4 Electric Luxury laden dreiphasig mit maximal 11 kW und brauchen für eine Vollladung nur rund sechs Stunden.

MG MG4 Electric Luxury fährt 435 km nach WLTP

Die Reichweite selbst konnte ich im Zuge der ersten Testfahrten rund um Lermoos in Tirol leider nicht voll erproben. Von zwei unabhängigen Seiten bekam ich jedoch 18,7 bzw. 18,8 kWh/100 km bei 120 bis 130 km/h Autobahngeschwindigkeit auf der Strecke Wien–Innsbruck zu hören. Bis zu meinem dedizierten Reichweitentest muss ich das so hinnehmen. Ich las nach flotter Landstraßenhatz knapp 22 kWh/100 km vom Fahrerinfodisplay ab. Was mich sogleich zum nächsten Kapitel bringt.

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Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

So fährt sich der MG4 Electric Luxury

Sportlich. Den Federungskomfort sehe ich zwischen dem ultraknackigen CUPRA Born und dem softer ausgelegten smart #1 und gleich auf mit dem Renault Megane E-Tech. Letzterer ist von den Windgeräuschen her noch eine Spur leiser. Jedenfalls dringen – wohl auch dank der 17-Zöller mit 50er Flanke und 2,5 bar Reifendruck – kurze Schläge zu keiner Zeit hart durch und auf der Autobahn fühlt sich der MG4 allein durch seinen großen Radstand (2,71 m) wohl. Die Lenkung ist um die Mittellage etwas taub, dürfte gern ein Alzerl direkter sein. So oder so tut dies dem Fahrspaß keinen Abbruch. Die an der Hinterachse montierte und kurzfristig 204 PS liefernde, permanenterregte Synchronmaschine hat ein leichtes Spiel mit den 1,7-Tonnen-Leergewicht des 4,29 Meter kurzen Flitzers. Wer in Kurven beherzt aufs Strompedal steigt, erfreut sich selbst mit aktivierter Stabilitätskontrolle über ein leicht schwänzelndes Heck. CUPRA Born und smart #1 sind ähnlich lustig abgestimmt.

So viel Platz bietet der MG4 Electric

Positiv aufgefallen ist mir bei den ersten Testfahrten auch das Platzangebot. Der guten Seitenhalt bietende Fahrersitz lässt sich weit nach unten stellen, sodass der Innenspiegel nicht die Sicht nach vorne rechts versperrt. Hinter mir (1,93 m) selbst finde ich auf der Rücksitzbank gut Platz – meine Knie stehen zwar am Vordersitz an und mein Haupt streift den Dachhimmel, doch beengt sieht anders aus. Das Kofferraumvolumen gibt MG für den MG4 Electric Luxury mit akzeptablen 350 Liter an (Standard & Comfort: 363 l). Die Rücksitzbank ist zweigeteilt umlegbar und der Kofferraumboden in zwei Ebenen positionierbar.

Fazit

Der MG MG4 Electric kann meiner Meinung nach blind bestellt werden. Allein die gebotenen sieben Jahre Garantie schaffen vertrauen. Preis, Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Platzangebot und Fahrverhalten stimmen, und zumindest im Luxury ist vieles an Bord, was ich mir erwarte. Sollte MG in ausreichender Stückzahl liefern und die Lieferzeiten selbst gering halten können, steht einem umfangreichen Erfolg im kommenden Jahr nichts im Wege.

MG4 Electric Luxury White Weiß Test Review Fahrbericht
Photo © MG/Alexander Seger

Compliance-Hinweis: Dieser Artikel wurde vom Fahrzeug-Importeur monetär unterstützt.

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